akamausi

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  • #1

Ein Gedicht

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried
 
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  • #2
AW: Ein Gedicht

Kein Gedicht, aber aus dem Gedächtnis zitiert -ein wie ich denke- auch kluges Wort:

Einen Menschen lieben, heißt um ihn herum den Raum zu schaffen, in dem er er selbst sein darf.
 
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  • #3
AW: Ein Gedicht

der rat der rose

I.
glaube? ein rosenwildling
das licht eines lächelns:
flüchtig ach ja
man baut
kein bollwerk damit

II
bleib aufrecht
rät die rose
zeige dornen
sei stolz

beuge dich
nur der liebe

(Kurt Marti)
 

Polly

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  • #4
AW: Ein Gedicht

Liebe erblüht im Staunen einer Seele,
die nichts erwartet und sie stirbt
an der Enttäuschung des Ichs,
das alles fordert.

Gustave Flaubert
 

iceage

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  • #5
Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe befand sich in vornehmer Gesellschaft und wurde vom Sohn der Gastgeber wie folgt angesprochen:

"Hochverehrter Herr Geheimrat, auch wenn Sie Deutschlands Dichterfürst sind, möchte ich Ihnen dennoch die Wette anbieten, dass ich Ihnen zwei Wörter sagen kann, aus denen selbst Sie keinen Reim machen können." Goethe antwortete: " Junger Mann, ich nehme diese Wette gerne an, nennen Sie mir die zwei Wörter."

Der junge Mann antwortete: "Die zwei Wörter sind HAUSTÜRKLINGEL und MÄDCHENBUSEN."
Nachdem Goethe sich einige Minuten zurückgezogen hatte, lieferte als Beweis dafür, dass er tatsächlich Deutschlands Dichterfürst sei, das folgende Gedicht:

Die Haustürklingel an der Wand,
der Mädchenbusen in der Hand
sind beides Dinge wohlverwandt.
Denn, wenn man beide leis' berührt,
man innen drinnen deutlich spürt,
dass unten draußen einer steht,
der sehnsuchtsvoll nach Einlass fleht...



Johann Wolfgang von G.


*g*
 
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Polly

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  • #6
AW: Ein Gedicht

@iceage
Gab es zu Goethes Zeiten schon eine 'Klingel', so wie wir die heute kennen.... ;-)
Wie auch immer, sehr nette Zeilen und ich mußte herzlich lachen. Danke :)
 

iceage

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  • #7
AW: Ein Gedicht

Zitat von Polly:
@iceage
Gab es zu Goethes Zeiten schon eine 'Klingel', so wie wir die heute kennen.... ;-)
Wie auch immer, sehr nette Zeilen und ich mußte herzlich lachen. Danke :)

gut gebrüllt Löwe - Todesjahr von Goethe 1832 - Erfindung des "Wagnerschen Hamme" (erste elektrische Klingel 1836 :D
 
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Polly

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  • #9
AW: Ein Gedicht

@iceage
Also umschreiben auf Türklopfer ;-)
 

Polly

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  • #10
AW: Ein Gedicht

@iceage
... das passt hierzu: Ururgroßeltern von mir sind 1888 am gleichen Tag gestorben. Was passiert ist, ist nicht überliefert. Ein Neffe von mir meinte ernst, "...ein Autounfall". Wir haben uns alle köstlich amüsiert. Die Welt hat heute für einen 18-jährigen andere Dimensionen.
 
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  • #11
kein Gedicht

kein Gedicht, aber trotzdem wunderschön. Es gibt viele Fassungen davon im Netz, doch diese ist die schönste:

Die Liebe und der Wahnsinn

Es wird erzählt, dass alle Gefühle und Qualitäten des Menschen einmal ein Treffen hatten.
Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn vor: "Lasst uns Verstecken spielen."
Die Intrige hob die Augenbraue und die Neugierde fragte: "Verstecken, was ist denn das?"
"Das ist ein Spiel." sagte der Wahnsinn. "Ich schließe meine Augen und zähle von 1 bis 1.000. Inzwischen versteckt Ihr Euch. Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der Letzte, den ich finde, meinen Platz einnehmen, um das Spiel fortzusetzen."
Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude. Die Freude machte so viele Sprünge, dass sie den letzten Schritt tat, um den Zweifel zu überzeugen und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst an nichts Interesse zeigte, machte mit.
Aber nicht alle wollten mitmachen: Die Wahrheit bevorzugte es sich nicht zu verstecken, wozu auch? Zum Schluss würde man sie immer entdecken und der Stolz meinte, dass es ein dummes Spiel wäre (im Grunde ärgerte er sich nur, dass die Idee nicht von ihm kam) und die Feigheit zog es vor, nichts zu riskieren.
"Eins, zwei, drei,...", der Wahnsinn begann zu zählen.
Als Erstes versteckte sich die Trägheit, die sich hinter den ersten Stein fallen ließ. Der Glaube stieg zum Himmel empor und die Eifersucht versteckte sich im Schatten des Triumphes, der es aus eigener Kraft geschafft hatte, bis zur höchsten Baumkrone zu gelangen.
Die Großzügigkeit schaffte es kaum, sich selber zu verstecken, da sie bei allen Verstecken, die sie fand glaubte, ein wunderbares Versteck für einen ihrer Freunde gefunden zu haben: Ein kristallklarer See war ein wunderbares Versteck für die Schönheit. Eine dunkle Höhle, das war ein perfektes Versteck für die Angst. Der Flug eines Schmetterlings das beste Versteck für die Wollust. Ein Windstoß war großartig für die Freiheit. So versteckte sie sich letztlich selbst auf einem Sonnenstrahl.
Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen sehr guten Ort, luftig und gemütlich, aber nur für ihn. Die Lüge versteckte sich auf dem Meeresgrund (stimmt nicht, in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen). Die Leidenschaft und das Verlangen im Zentrum der Vulkane. Die Vergesslichkeit..., ich habe vergessen, wo sie sich versteckte, aber das ist auch nicht so wichtig.
Als der Wahnsinn "999" zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck gefunden. Alle Plätze schienen besetzt zu sein, bis sie den Rosenstrauch entdeckte und gerührt beschloss sich in der Blüte zu verstecken.
"1000", zählte der Wahnsinn und begann zu suchen.
Die Erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei Schritte vom ersten Stein entfernt. Danach hörte man den Glauben, der im Himmel mit Gott über Theologie diskutierte. Das Verlangen und die Leidenschaft hörte man im Vulkan vibrieren. In einem unachtsamen Moment fand der Wahnsinn die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph. Den Egoismus brauchte er gar nicht zu suchen, ganz allein kam er aus seinem Versteck heraus, das sich als Bienennest entpuppt hatte.
Vom vielen Laufen bekam der Wahnsinn Durst und als er sich dem See näherte, entdeckte er die Schönheit. Mit dem Zweifel war es noch einfacher, ihn entdeckte er auf einem Zaun sitzend, weil er sich nicht entscheiden konnte, auf welcher Seite er sich verstecken sollte. So fand er einen nach dem anderen, das Talent im frischen Gras und die Angst in einer dunklen Höhle.
Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf.
Der Wahnsinn suchte sie überall. Auf jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten, auf jedem Berg und als er schon aufgeben wollte, erblickte er die Rosen.
Mit einem Stöckchen fing er an, die Zweige zu bewegen, bis ein Schrei ertönte. Die Dornen hatten der Liebe die Augen ausgestochen.
Der Wahnsinn war hilflos und wusste nicht, wie er seine Tat wieder gutmachen konnte. Er weinte und entschuldigte sich und er versprach ihr, für immer ihr Blindenführer zu sein.
Seit dieser Zeit, seit zum ersten Mal auf Erden Verstecken gespielt wurde, ist die Liebe blind und der Wahnsinn immer ihr Begleiter.
 
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Freitag

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  • #12
AW: Ein Gedicht

Advent

Es blaut die Nacht
Die Sternlein blinken.
Schneeflöcklein leise niedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.

Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann' ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei der Heimespflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.

So kam sie mit sich überein:
Am Nicklausabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,

Erlegte sie - direkt von vor'n
- den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase.

Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
Derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
- was der Gemahl bisher vermied -
Behält ein Teil Filet zurück,
als festtägliches Bratenstück.

Und packt zum Schluß - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da dröhnt's von fern wie Silberschellen.
Im Dorfe hört man Hunde bellen.

Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldenem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!

»Heh, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?«
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:

»Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann!«
Die Silberschellen klingen leise.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt: Es ist Advent.
 
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  • #13
AW: Ein Gedicht

Haha - es ist Freitag und Freitag ist wieder da ! Danke schön für die Belustigung ! Prüfung geschafft ?
 

Freitag

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  • #14
AW: Ein Gedicht

Zitat von Schreiberin:
Haha - es ist Freitag und Freitag ist wieder da ! Danke schön für die Belustigung ! Prüfung geschafft ?

es war mir ein vergnügen loriot zu zitieren :)
prüfung geschafft, nun kann ich hier wieder mein unwesen treiben und die damenwelt zum lachen bringen:))
 

wind

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  • #16
AW: Ein Gedicht

Um auch mal meinen Senf dazu zu geben, hier ein Auszug aus der Edda (Ich denke der paßt ganz gut zum Thema!):

... " Keiner soll dem anderen je vorwerfen die Liebe; oft fesselt den Klugen, was Toren nicht fesselt: ein reizender Anblick.
Nicht soll einer vorwerfendem anderen das, was manchem Manne geschieht: macht doch die mächtige Liebe die Menschen aus Klugen zu Toren." ...
 

Lisa

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  • #17
AW: Ein Gedicht

Ein Mädchen fragte einen Jungen: "Magst du mich?" Er sagte nein. Sie fragte: "Findest du mich hübsch?" Er sagte nein. Sie fragte: "Bin ich in deinem Herzen?" Er sagte nein. Als letztes fragte sie: "Wenn ich gehen würde... würdest du für mich weinen?" Wieder sagte er nein.
Da ging sie traurig davon. Doch der Junge fasste sie am Arm und sagte: "Ich mag dich nicht. Ich liebe dich. Ich finde dich nicht hübsch. Ich finde dich wunderschön. Du bist nicht in meinem Herzen. Du bist mein Herz. Ich würde nicht für dich weinen. Ich würde für dich sterben."
 
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wind

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  • #18
AW: Ein Gedicht

Wir haben uns nur einige Male geschrieben.
Du hast mich fast in den Wahnsinn getrieben!
Ich denke ich war schon in dich verknallt;
und hoffte wir würden zusammen alt!

Triebst Du mit mir nur dein Spiel?
Oder wollte ich einfach zu viel?
Ich wollte nur mal deine Stimme hören,
das schien dich jedoch zu empören!

Drei Tage ließt Du mich warten.
Ich ahnte es, ich hab schlechte Karten!
Verabschiedung, Du hast einen Andern.
Vieleicht sollte ich etwas wandern.

Die Nachrichten von dir ließen Mein Herz höher schlagen!
Wie soll ich das nun ertragen?
Da hilft weder Bier, Schnaps noch Wein;
was mir bleibt sind nur Schmerz und Pein!

Ich wünsche dir noch alles Gute;
ist es mir auch noch etwas seltsam zu Mute!
Denk ich an Dich dann vergeht mir noch immer das Essen;
doch dich zu begehren, es war wohl vermessen!

Ich hätte gern in deine Augen gesehn;
für sie schien sich die Erde zu drehn!
Ich hätte dich gern in den Arm genommen;
bei dem Gedanken wird mir jetzt beklommen!

Wir werden uns wohl niemals kennenlernen;
und ob ich wen finde das steht in den Sternen!
Drum schreibe ich hier diesen Stuß!
Viel lieber hätt ich von dir einen Kuß!
 
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Mathilda

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  • #19
AW: Ein Gedicht

"Menschen sind wie Musikinstrumente. Ihre Resonanz
hängt davon ab, wer sie berührt."

Aus meinem Lieblingsbuch "Das Halsband der Taube".

Polly, Heike, Andre und Iceage: Wenn euch das Buch nicht gefällt, bekommt ihr von mir das
Geld zurück.

Heike: Sach du mir gleich deine Kontonummer :) ;-)
 
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  • #20
AW: Ein Gedicht

Zitat von wind:
Wir haben uns nur einige Male geschrieben.
Du hast mich fast in den Wahnsinn getrieben!
Ich denke ich war schon in dich verknallt;
und hoffte wir würden zusammen alt!

Triebst Du mit mir nur dein Spiel?
Oder wollte ich einfach zu viel?
Ich wollte nur mal deine Stimme hören,
das schien dich jedoch zu empören!

.....................................

Wir werden uns wohl niemals kennenlernen;
und ob ich wen finde das steht in den Sternen!
Drum schreibe ich hier diesen Stuß!
Viel lieber hätt ich von dir einen Kuß!


Jetzt ist es passiert : Parship hält Einzug in deutsche Prosa !!!... :)
Mal gleich überlegen, was sich auf "Profil", "Verabschiedung" oder "Matching-Punkte" reimt...
 
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akamausi

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  • #21
AW: Ein Gedicht

Zitat von Schreiberin:
Jetzt ist es passiert : Parship hält Einzug in deutsche Prosa !!!... :)
Mal gleich überlegen, was sich auf "Profil", "Verabschiedung" oder "Matching-Punkte" reimt...

Texte werden im weiteren Sinn den Gattungen Lyrik, Dramatik und Epik (erzählende Prosa) zugeordnet. Ein Gedicht gehört der Gattung Lyrik an; es gibt aber auch lyrische Prosa, wie zum Beispiel folgender Beginn der Erzählung "Jugend in einer österreichischen Stadt" von Ingeborg Bachmann , eindrucksvoll zeigt.

"An schönen Oktobertagen kann man, von der Radetzkystraße kommend, neben dem Stadttheater eine Baumgruppe in der Sonne sehen. Der erste Baum, der vor jenen dunkelroten Kirschbäumen steht, die keine Früchte bringen, ist so entflammt vom Herbst, ein so unmäßiger goldner Fleck, daß er aussieht, als wäre er eine Fackel, die ein Engel fallen gelassen hat. Und nun brennt er, und Herbstwind und Frost können ihn nicht zum Erlöschen bringen."

OT, aber einfach nur schön!
 
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  • #22
AW: Ein Gedicht

Zitat von akamausi:
Texte werden im weiteren Sinn den Gattungen Lyrik, Dramatik und Epik (erzählende Prosa) zugeordnet. Ein Gedicht gehört der Gattung Lyrik an; es gibt aber auch lyrische Prosa.....

Dunkel war`s, der Mond schien helle... es war halt spät und ich hatte meine Wörter wohl nicht mehr ganz unter Kontrolle (Prosa...Lyrik...) . Das zweite Mal in zwei Tagen, dass mich hier jemand drauf hinweist, dass ich Wörter nicht attequaht benutze.... :)))
Und dabei bin ich doch beruflich die Besserwisserin..... ich wein gleich... ;)
 
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wind

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  • #23
AW: Ein Gedicht

@ Schreiberin: Na, Na! Wir wollen mal nicht übertreiben, aber wer keinen Spaß macht hat auch keinen!
 
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M

marlene_geloescht

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  • #25
AW: Ein Gedicht

Blauer Schmetterling

Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Wind geweht,
Ein perlmutterner Schauer,
Glitzert, flimmert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken,
So im Vorüberwehn
Sah ich das Glück mir winken,
Glitzern, flimmern, vergehn.

(Hermann Hesse)
 

Freitag

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  • #26
AW: Ein Gedicht

Zitat von akamausi:
Texte werden im weiteren Sinn den Gattungen Lyrik, Dramatik und Epik (erzählende Prosa) zugeordnet. Ein Gedicht gehört der Gattung Lyrik an; es gibt aber auch lyrische Prosa, wie zum Beispiel folgender Beginn der Erzählung "Jugend in einer österreichischen Stadt" von Ingeborg Bachmann , eindrucksvoll zeigt.

"An schönen Oktobertagen kann man, von der Radetzkystraße kommend, neben dem Stadttheater eine Baumgruppe in der Sonne sehen. Der erste Baum, der vor jenen dunkelroten Kirschbäumen steht, die keine Früchte bringen, ist so entflammt vom Herbst, ein so unmäßiger goldner Fleck, daß er aussieht, als wäre er eine Fackel, die ein Engel fallen gelassen hat. Und nun brennt er, und Herbstwind und Frost können ihn nicht zum Erlöschen bringen."
OT, aber einfach nur schön!

ich les lieber krimis mit richtiger handlung und vielen metzelmorden. :)
 

akamausi

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  • #27
AW: Ein Gedicht

Zitat von Freitag:
ich les lieber krimis mit richtiger handlung und vielen metzelmorden. :)

Ach, Freitag, dass sei dir doch vergönnt! Auch ich lese gerne und oft gute Krimis (zur Entspannung, wie paradox!), aber es lohnt sich, auch mal einen Blick über das Genre der Kriminalliteratur hinaus zu riskieren.
 
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  • #28
AW: Ein Gedicht

" Trauer braucht Zeit. Sie ist ein träger Fluss, aber man kann auf ihm in die richtige Richtung fahren und kommt früher oder später zum Meer. Die Strömung ist schwach, man darf es nicht eilig haben. Man hat kein Ruder und es geht kein Wind."

(sogar aus einem blutrünstigen Krimi...)
 

Freitag

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  • #29
AW: Ein Gedicht

Zitat von akamausi:
Ach, Freitag, dass sei dir doch vergönnt! Auch ich lese gerne und oft gute Krimis (zur Entspannung, wie paradox!), aber es lohnt sich, auch mal einen Blick über das Genre der Kriminalliteratur hinaus zu riskieren.

ich lese nicht nur gute krimis sondern manchmal auch schlechte :) meistens wieß man ja vorher nicht ob gut oder schlecht.