S

Sid_geloescht

  • #227
AW: Ein Gedicht

Umarm ihn nicht

Umarme den, der dir gefällt.
Vorbei ist er dir schnell verloren.

Ich nehme an, dein Geist hat Ohren
Zu hören, was man von dir hält.

Umarme ihn, wenn eine Glut
Dich vorwärts drängt ihn zu begrüßen.
Dann leg ihm Deinen Mut zu Füßen.
Und mache kein Geschäft.- Sei gut.

Du warst zu dreist, wenn du nicht lesen
Kannst, ob ihn die Umarmung freut.

Ich bin auch mehrmals so in Glut gewesen
Und hielt mich still. Hab mich gescheut,
Und hab Versäumtes hinterher bereut.
Und glaube doch: Wir brauchen weite Fernen,
Einander wahr und rein kennenzulernen.


Ringelnatz
 
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  • #228
AW: Ein Gedicht

aus aktuellem Anlass:

Friehling

Wenn die Hoasen heher springen
und die Veegel lauter singen
und du host so das gewisse Feeling
dann is Friehling.


Summer

Wenn die Fälder und sie werden gälber
und es riecht so abgeärntet
und du merkst, dos bist du sälber
deine Zeit ist um - wird immer ummer
dos mein Lieber, woar der Summer.


Härbst

Wenn de und das Laub wird älter
und du merkst, die Luft wird kälter
und du fiehlst, doss du bald stärbst
dann is Härbst.


Winter

Wenns nich worm is und es schneit
und du weesst nie ganz genau
was steckt dahinter?
Dann is meistens Winter.




Heino Suess
Dieter Hildebrandt



Von allen denen, die in diesen Jahren,
die ich geliebt, und hochgeachtet habe,
gestorben sind und in ihr Grab gefahren,
trag ich heut innerlich, dich Freund zu Grabe
beweine dich heut: Dieter Hildebrandt.
Dein Tod der schmerzt aus mehr als einem Grund.
Persönlich habe ich dich (leider) nicht gekannt.
Doch wie du sprachst, hielt dieses Land gesund!
Hat mir Demokratie ins Herz gebrannt.

Vergleichbar bist du mir nur Werner Finck,
der todesmutig allerfinster´st Mächte
mit schärfster Zunge öffentlich anging.
In unserm Lande gelten Bürgerrechte,
und deren Gültigkeit hast du erprobt.
Gesichtszüge vom Erzfeind Strauß entgleisten,
dein Publikum dich beifallstark gelobt.
So konntest du "Entwicklungshilfe" leisten,
dass sich nicht zügellos hier MACHT austobt!
 
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  • #229
AW: Ein Gedicht

warum sterben 2013 so viele gute schriftsteller und gute menschen?
 
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authentisch_gelöscht

  • #230
AW: Ein Gedicht

@untertage:

Das werden dir vermutlich die esoterisch Veranlagten unter uns sagen können...
 
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  • #231
Mit der Zeit

Mit der Zeit lernst du,
dass eine Hand halten nicht dasselbe ist
wie eine Seele fesseln.
Und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet
und Begleitung nicht Sicherheit.
Du lernst allmählich,
dass Küsse keine Verträge sind
und Geschenke keine Versprechen.
Und du beginnst,
deine Niederlagen erhobenen Hauptes
und offenen Auges hinzunehmen,
mit der Würde des Erwachsenen,
nicht maulend wie ein Kind.

Und du lernst,
all deine Straßen auf dem Heute zu bauen,
weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.
Mit der Zeit erkennst du,
dass sogar Sonnenschein brennt,
wenn du zu viel davon abbekommst.

Also bestell deinen Garten
und schmücke selbst dir die Seele mit Blumen,
statt drauf zu warten,
dass andere Kränze flechten.
Und bedenke,
dass du wirklich standhalten kannst ...
und wirklich stark bist.
Und dass du deinen eigenen Wert hast !

(Kelly Priest)
 
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  • #232
AW: Ein Gedicht

Gibt es ein Leben vor dem Tod?
 
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authentisch_gelöscht

  • #233
AW: Ein Gedicht

Vielleicht, lieber untertage, gibt es nur das Leben vor dem Tod.
Überleg dir mal, was du brauchst, damit du dich am Leben erfreust. Und dann mach dich an die Arbeit, es dir zu beschaffen! Glaub mir, untertage, ich hatte Zeiten, da habe ich ganze Nachmittage auf dem Sofa verbracht. Fernsehen war schon zu viel. Ich konnte nur noch unbeweglich daliegen. Das Leben war nur öd und langweilig. Wenn ich die Energie dafür gehabt hätte, hätte ich ihm vermutlich ein Ende gesetzt.
Jetzt sage ich dir: es lässt sich komplett ändern! Wenn du mehr Menschen um dich herum brauchst, dann hol sie dir. Fang an mit losen Bekanntschaften und baue sie aus zu engen Freundschaften. Wenn du dir nichts mehr zutraust, dann bist du vielleicht in deinem Job unterfordert. Such dir eine neue Herausforderung.
Wenn du das Gefühl hast, das Leben besteht aus Warten, dann hör auf zu Warten auf das Beste. Mach das Zweitbeste! Es kommt nicht auf dich zu, du musst es selbst in Angriff nehmen.
Aber ich weiss, es ist einfach gesagt.
 
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  • #234
AW: Ein Gedicht

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins Wipfel
Häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.
Und dort vom Fenster her durchbricht
Den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
Die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
Hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
Seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh,
Das Häslein tat die Augen zu,
Erlegte sie direkt von vorn
Den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
Zwei- drei- viermal die Schnuppernase
Und ruhet weiter süß im Dunkeln
Derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen,
Da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen
Den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
Nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(Was der Gemahl bisher vermied)
Behält ein Teil Filet zurück
Als festtägliches Bratenstück
Und packt zum Schluß,
es geht auf vier,
Die Reste in Geschenkpapier.
Da tönts von fern wie Silberschellen
Im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's der in so tiefer Nacht
Im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
Auf einem Hirsch herangeritten!
"He gute Frau habt ihr noch Sachen,
Die armen Menschen Freude machen?"
Des Försters Haus ist tief verschneit,
Doch seine Frau steht schon bereit:
"Die sechs Pakete heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann.
" Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt
Ein Sternlein blinkt - es ist Advent.
 
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  • #235
AW: Ein Gedicht

The Weihnachtszeit

When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When is Glatteis on the street,
And we all a Glühwein need,
Then you know, es ist soweit:
She is here, the Weihnachtszeit

Every Parkhaus ist besetzt,
Weil die people fahren jetzt,
All to Kaufhof, Mediamarkt,
Kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things
And the Christmasglocke rings.

Mother in the kitchen bakes
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks
Daddy in the Nebenraum
Schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum
He is hanging auf the balls,
Then he from the Leiter falls...

Finally the Kinderlein
To the Zimmer kommen rein
And es sings the family
Schauerlich: "Oh, Chistmastree!"
And then jeder in the house
Is packing die Geschenke aus.

Mama finds unter the Tanne
Eine brandnew Teflon-Pfanne,
Papa gets a Schlips and Socken,
Everybody does frohlocken.
President speaks in TV,
All around is Harmonie,

Bis mother in the kitchen runs:
Im Ofen burns the Weihnachtsgans.
And so comes die Feuerwehr
With tatü tata daher,
And they bring a long, long Schlauch
And a long, long Leiter auch.
And they schrei - "Wasser marsch!",
Christmas now is in the A…

Merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits!

(Unbekannt)

Von einer fleißigen Leserin, die wenig Zeit zum Schreiben hat. Heute bekommen, viel Spaß gehabt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte ;-)
 
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  • #236
AW: Ein Gedicht

liebe heißt,
nicht an sich zu denken,
dass macht ja der andere schon.

a. engelke im zeit magazin vor geraumer zeit,
auch wenn der spruch natürlich etwas pittoreskes an sich hat und er auch mehr anspruch als realität ist, finde ich ihn sehr sympathisch,

von joachim esberg stand auch etwas im magazin, die wenigen fragmente, die abgedruckt waren, haben mich sehr neugierig gemacht (auch wenn dass das falsche wort ist),
es müsste sich bitte mal jemand erbarmen nach wolfenbüttel zu fahren zur herzog august bibo und das büchlein abzuschreiben und die Gedichte online veröffentlichen,
also bitte,
hände hoch,
 
A

authentisch_gelöscht

  • #237
meine Trauer
möchte dich trösten

schon vermisse ich dich
obwohl ich dir
eben erst
untersagt habe
mich zu kontaktieren

damit nicht
aus versteinerter Abwehr
Hass werde

wir sind gescheitert
am Loslassen

haben unsere Beziehung zerrissen
im Unvermögen
Liebe in Freundschaft umzuwandeln

schon lange
kein lautes Schreien mehr
gegen den Himmel

stattdessen
leiser Schmerz
in mich hinein

lass uns
frei sein
voneinander

mit einem Seufzer
aufatmen

allein
die Erinnerung bewahren
 
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  • #238
:°-(
 
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  • #239
Berühr mich.
Treib mich an.
Raub mir Schlaf.
Schenk mir Freiheit.
Zeig mir Wildnis.
Reiß mich mit.
Entführ mein Herz.
Verschwende meinen Atem.
Schütz mein Leben.
Trockne meine Tränen.
Teile meine Glück.
Liebe mich.

( Tim Jacobs )
 
G

Gast

  • #240