fafner

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  • #1

Geprägt von schlechten Erfahrungen

Das lese ich immer wieder. Aber auch immer nur bei Frauen.

Also: gibt's das auch bei Männern? Oder stecken die das leichter / schneller weg? Oder hab nur ich nix erlebt, daß ich diese Aussage nicht bringen kann?

Und bitte: es geht um Beziehungen. Nicht, daß jemand bei PS keine Antworten, keine Dates, keine Aufmerksamkeit bekommt.
 

Maron

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  • #2
00:23 die Sternstunde der Fassadenhaftigkeit
 
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Hafensänger

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  • #3
Die hat er öfters.
 
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fafner

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  • #6
Ich vermute, @Maron & @Hafensänger wollten hier irgendwie ihre tiefsitzende Unzufriedenheit artikulieren. Dafür ist die Gruppe ja grundsätzlich auch da. Die beiden haben sich wohl nur im Thread geirrt. Ein läßlicher Fauxpas.

Ich schlage vor, abzuwarten, ob sich noch jemand zum Thema meldet.

Weil, interessieren tut mich diese vermutete Diskrepanz in der "Prägung" durch Erfahrungen dann schon noch. :)
 
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Marlene

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  • #7
Mensch fafner:),
Du hast wohl "nur" weibliche Freunde? Also, da könnte ich Dir Geschichten über Geschichten von Männern erzählen......und ihrer "schlechten" Beziehungsprägung.
War Deine letzte Beziehung nicht auch irgendwie prägend? Du hast ziemlich viel darüber nachgedacht und Dir überlegt, warum es schief ging. Eine Trennung ist letztendlich auch eine "negative Prägung" in dem Gefühl des totalen "Aufgebens" und das, was sie hervorgerufen hat, natürlich wesentlich, egal, ob das jetzt harte oder weiche Faktoren waren.
Ich denke nicht, dass jeder - egal ob Mann oder Frau - jungfräulich und wie ein unbeschriebenes Blatt in eine neue Beziehung geht. Es geht nur darum, was für Konsequenzen man daraus zieht und was für Päckchen/Pakete man dann mitnimmt in die neue Beziehung. Ob da Männer und Frauen unterschiedlich sind?
Weiß ich nicht, ein wenig vielleicht schon, wenn ich jetzt mal so die Männer anschaue, die ich kenne.
Ich komme eigentlich immer wieder zu dem Ergebnis, dass der Schlüssel in der Kindheit liegt, in einer unaufgelösten Mutter-/oder Vater-Bindung. Und der darauffolgenden Projektionen. Oder auch Erinnerungen an etwas, was man (nicht mehr) möchte.
Dabei ist Ambivalenz oder sogar Haß-Liebe am schwierigsten aufzulösen.
Das wäre für mich die interessantere Frage.....wie löst man so etwas auf? Gibt es zu Mutter/Vater überhaupt eine eindeutige Gefühlsebene? Oder, muss man die selber hinbekommen? Kann man eine bewusste Trennung herbeiführen?
 
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ratte

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  • #9
ok, wenn jemand inhaltlich wirklich ahnungslos ist dann geb´ich gerne auf:)
Ja, es gibt Männer, die nur wenige sehr lange und harmonische Partnerschaften hinter sich hatten und Trennungen immer aufgearbeitet haben. Zugegeben ist das selten, aber die Unkenntnis solcher über andere Verhältnisse und die daraus resultierende Frage finde ich überaus angebracht. Ich höre von Männern auch eher nur bruchstückhaftes Gebrummel als differenzierte Aussagen, was jetzt eigentlich gewesen ist. Auch ich kann fafner beistimmen und muss sagen, dass Männer über soetwas ungerne reden.
Also interessiert mich auch, ob hier mal was kommt.
 
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  • #10
(...)
Ich komme eigentlich immer wieder zu dem Ergebnis, dass der Schlüssel in der Kindheit liegt, in einer unaufgelösten Mutter-/oder Vater-Bindung. Und der darauffolgenden Projektionen. Oder auch Erinnerungen an etwas, was man (nicht mehr) möchte. (...)
Das erinnert mich irgendwie an die alte Bauernweisheit : "Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich's Wetter - oder's bleibt, wie es ist !" ;)
 

Howlith

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  • #11

Hi "fafner". Ich bin irritiert. Deine Beobachtung kann ich so nun nicht teilen. Allein die vielen frustrierten Männer hier im Forum ... ich denke, da schenken sich die Geschlechter nichts.

Viel interessanter ist doch die Frage, warum uns negative Erfahrungen offensichtlich deutlich mehr und auch nachhaltiger prägen als positive Erfahrungen. Denn die hat man schließlich auch. Wird nur irgendwie seltener drüber geredet. Oder positive Erfahrungen werden weniger deutlich wahrgenommen. Scheint ne so ne Evolutionssache zu sein, dass das Gehirn negative Erfahrungen eher abspeichert. So ne Art Schutzmechanismus ...

Vielleicht spielt aber auch das Bedürfnis eine "Opferrolle" einzunehmen da mit rein ... möglich. (Ist aber nur so ne Vermutung von mir.)

(Dieses emoticons nerven tierisch ...)

Bei Dir alles im grünen Bereich?
 
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ratte

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  • #12
[QUO
TE="Howlith, post: 225264, member: 3442"]....Ich bin irritiert. Deine Beobachtung kann ich so nun nicht teilen. Allein die vielen frustrierten Männer hier im Forum ... ich denke, da schenken sich die Geschlechter nichts.

[/QUOTE]

Wo sind die? Und wo reden die über ihre vergangenen Beziehungen??

Ich erinnere mich mehr an Männer, die beklagen, dass keine Beziehung oder eine bestimmte zustandekommt. Aber über eine richtige Beziehung, die vorbei ist und über die nachgedacht wird? Schick mal ein paar links.
 
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ratte

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  • #14
die Kinder haben wieder Malkurs und beginnen die Fenster zu bekleistern...
...same procedure as every year...

ich mach das nicht weg;)
 
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Marlene

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  • #15
Das erinnert mich irgendwie an die alte Bauernweisheit : "Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich's Wetter - oder's bleibt, wie es ist !" ;)
Warum? Es geht doch um Prägungen, die mit in eine neue Beziehung genommen werden.
Aber gut, wenn man nicht so weit nach hinten schauen möchte, dann bleibt halt:
Nehmen wir mal das Beispiel "Fremdgehen" und die daraus entstehenden Folgen der Trennung. Wird ein Mann das jetzt zukünftig anders mitschleppen als eine Frau? Mißtrauischer sein? Oder für sich selber das dann auch großzügiger sehen? Sehe ich nicht anders. Auch bei den Schuldzuweisungen sehe ich keinen Unterschied. Männer haben durchaus lichte Momente.:)
Der Unterschied liegt wohl in der Zeit der Verarbeitung. Oft kommen Männer früher zu einem Ergebnis, sie gehen da lösungsorientiert heran und schließen schneller dann ab, wenn sie in einer neuen Beziehung sind.
 
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ratte

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  • #16
Also, da könnte ich Dir Geschichten über Geschichten von Männern erzählen......und ihrer "schlechten" Beziehungsprägung.


Ich komme eigentlich immer wieder zu dem Ergebnis, dass der Schlüssel in der Kindheit liegt, in einer unaufgelösten Mutter-/oder Vater-Bindung. Und der darauffolgenden Projektionen. Oder auch Erinnerungen an etwas, was man (nicht mehr) möchte.
....

Gibt es zu Mutter/Vater überhaupt eine eindeutige Gefühlsebene? Oder, muss man die selber hinbekommen? Kann man eine bewusste Trennung herbeiführen?

..zu Mutter und Vater.

Marlene, was genau meinst du damit? "Unaufgelöste Mutter-/Vaterbeziehung?"
 

Howlith

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2.024
  • #17
Ich erinnere mich mehr an Männer, die beklagen, dass (...)

Nun, ich würde dieses "Klagen" auch als Ergebnis "schlechter Erfahrungen" einstufen. Schlechte Erfahrungen dürften sich auch außerhalb gescheiterter Beziehungen ansammeln.

Aber es stimmt, "fafner" meinte das einschränkend auf Beziehungen.
Ob diese Einschränkungen allerdings notwendig / hilfreich / sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln.
 
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ratte

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  • #19
Nehmen wir mal das Beispiel "Fremdgehen" und die daraus entstehenden Folgen der Trennung. Wird ein Mann das jetzt zukünftig anders mitschleppen als eine Frau? Mißtrauischer sein? Oder für sich selber das dann auch großzügiger sehen? Sehe ich nicht anders. Auch bei den Schuldzuweisungen sehe ich keinen Unterschied. Männer haben durchaus lichte Momente.:)
Der letzte Satz , wie du dir denken kannst, gefällt mir :)
Ansonsten meinst du, sind alle gleich?

Der Unterschied liegt wohl in der Zeit der Verarbeitung. Oft kommen Männer früher zu einem Ergebnis, sie gehen da lösungsorientiert heran und schließen schneller dann ab, wenn sie in einer neuen Beziehung sind.
Da muss ich dir deutlich widersprechen. Männer verarbeiten gescheiterte Bezehungen eher selten und stürzen sich dann einfach in eine neue Beziehung, in der folgerichtig das gleiche Ablaufen wird wie zuvor. Läuft es in der neuen Beziehung dann schlechter als in der zuvor, fangen sie plötzlich an, dich zu glorifizieren und hängen dir wieder nach. Von einer schnelleren Verarbeitung kann da keine Rede sein. Woher hast dú solche Gedanken?
 
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ratte

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  • #20
Nun, ich würde dieses "Klagen" auch als Ergebnis "schlechter Erfahrungen" einstufen. Schlechte Erfahrungen dürften sich auch außerhalb gescheiterter Beziehungen ansammeln.

Aber es stimmt, "fafner" meinte das einschränkend auf Beziehungen.
Ob diese Einschränkungen allerdings notwendig / hilfreich / sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln.
Wenn es um Verarbeitung und Bleibendes nach einer Beziehung geht, finde ich diesen Aspekt wichtig.
Wenn ich jemanden kennenlerne, der mit seiner Exfrau eine ganz bestimmte Erfahrung gemacht hat, gehe ich als Frau zuerst einmal von meinen Möglichkeiten aus und nehme an, er hat davon genausoviel behalten, wie ich es an seiner Stelle behalten hätte..einkalkuierend, das Menschen generell etwas unterscheidlich sind und ich zu den Zeitpunkt des Beziehungsanfangs schon ein bisschen von ihm weiß.
 

Clara Fall

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  • #22
Da muss ich dir deutlich widersprechen. Männer verarbeiten gescheiterte Bezehungen eher selten und stürzen sich dann einfach in eine neue Beziehung, in der folgerichtig das gleiche Ablaufen wird wie zuvor.

Ich glaube, das liegt auch daran, dass viele Männer nicht alleine sein können. Sicher gibt es auch viele Frauen, bei denen das so ist aber insbesondere Männer, die Jahrzehnt verheiratet waren (und das ist in der Regel zumindest das Klientel in meinem Alter) sind extrem geprägt, können oft nicht kochen, haben von Mutti die Klamotten hingelegt bekommen und suchen im Grunde genau dasselbe Muster wieder. Man sollte es nicht glauben, wie viele Männer jenseits der 50 es gibt, die so geprägt sind. Die Jüngeren sind da sicherlich anders aber da kann ich nicht gut mitreden.
 
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Deleted member 20811

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  • #23
@fafner Eine sehr interessante Frage! Ich hab mal meine eigene Geschichte Revue passieren lassen, und ich stelle fest, dass ich gegen meine Expartner keinen Groll hege und auch nicht so Sachen denke wie "Frauen sind generell so oder so..." Und wenn ich an meine Freunde denke, die ja auch alle einige Beziehungen hinter sich haben, dann finde ich da auch keinen, der mir den Eindruck macht, dass er sehr stark von schlechten Erfahrungen geprägt ist.
Freilich haben wir bestimmte Dinge erlebt, die wir nicht mehr haben wollen, das ist ja klar.
Bei Frauen habe ich manchmal den Eindruck, dass sie stärker dazu tendieren, immer wieder die gleichen Erfahrungen zu machen, und sich auch immer wieder die gleichen Typen zu angeln. Ich habe allerdings auch das Bild (oder Vorurteil), dass Frauen im Durchschnitt emotional kompetenter sind, weswegen Männer logischerweise bessere Erfahrungen machen.
 
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Deleted member 20811

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  • #24
Ich glaube, das liegt auch daran, dass viele Männer nicht alleine sein können. Sicher gibt es auch viele Frauen, bei denen das so ist aber insbesondere Männer, die Jahrzehnt verheiratet waren (und das ist in der Regel zumindest das Klientel in meinem Alter) sind extrem geprägt, können oft nicht kochen, haben von Mutti die Klamotten hingelegt bekommen und suchen im Grunde genau dasselbe Muster wieder. Man sollte es nicht glauben, wie viele Männer jenseits der 50 es gibt, die so geprägt sind. Die Jüngeren sind da sicherlich anders aber da kann ich nicht gut mitreden.
Echt jetzt? Ist ja krass!
Es gibt aber auch viele Frauen, die nicht alleine leben können, wenn auch eher aus emotionalen Gründen. Eigentlich spricht ja dann vieles dafür, dass sich beide zusammentun. Win-win-situation und so. Dann verharren wir noch in den alten Rollenmustern und schon passt's wieder. Hale hale modern world...
 

Clara Fall

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  • #25
Ich komme eigentlich immer wieder zu dem Ergebnis, dass der Schlüssel in der Kindheit liegt, in einer unaufgelösten Mutter-/oder Vater-Bindung. Und der darauffolgenden Projektionen. Oder auch Erinnerungen an etwas, was man (nicht mehr) möchte.

Das sehe ich genauso und absolut unabhängig von Mann oder Frau. Im Grunde nimmt man diejenigen Verhaltensmuster mit ins eigene Leben, die einen in der Kindheit an den Eltern "abgestoßen" haben. Insbesondere die negativen Eindrücke sind prägend, die positiven sind vielleicht in uns, die kleinen Teufelchen, die einem im Nacken sitzen, wenn bestimmte Verhaltensmuster sichtbar werden (von Außen), sind jedoch nie wegzudiskutieren. Ich kann nur von mir reden und ganz klar, ich habe sehr, sehr viele Verhaltensmuster in mein Leben mitgenommen. Einmal, wie ich erzogen wurde (leistungsorientiert) und was daraus resultierte, das andere Mal die Abhängigkeit der Mutter zum Vater (für mich abschreckend), die sich in einem extremen Unabhängigkeitsbedürfnis manifestiert hat. Auch das Verhältnis zu meiner Schwester (dominant) hat mich stark geprägt (Harmoniebedürfnis). Wenn ich an viele meiner Unfähigkeiten und kindlichen Verhaltensweisen denke, dann sehe ich eigentlich immer den Zusammenhang mit der Kindheit.

Die schlechten Erfahrungen, um die es hier geht, sind sicher ein Resultat aus allem. Einerseits die Prägung des Kindes, andererseits die Erlebnisse mit dem anderen Geschlecht. Interessanterweise hat man häufig eine Affinität zu Menschen, die das "gewohnte" Verhaltensmuster widerspiegeln oder man sucht es unbewusst, um die eigene Unfertigkeit besser in den Griff zu bekommen und daraus zu lernen. Ich kann von mir sagen, dass ich noch so viel zu lernen habe, dass bis zur Bahre sicherlich nicht genug Zeit bleibt. Mein Partner muss sehr viel Gleichmut und Idealismus in sich tragen :). Den Kopf hängen lassen war jedoch noch nie mein Ding; umso mehr als ich weiß, dass ich zu allen Erfahrungen, die ich mit der Männerwelt erlebt habe, ein gutes Stück beigetragen habe.
 
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Clara Fall

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  • #26
Das lese ich immer wieder. Aber auch immer nur bei Frauen.

Mich würde aber noch interessieren, was genau du liest und ob du ggf. ein Beispiel nennen kannst, wie so eine "Erfahrung" aus Sicht der Frau zu Papier gebracht wird. Da schreibt doch wohl keine "Ich bin geprägt von schlechten Erfahrungen". Es fällt mir schwer, das zu glauben. Oder meinst du Allgemeinplätze, zu denen viele Frauen durchaus neigen ;).
 
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ratte

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  • #27
Das sehe ich genauso und absolut unabhängig von Mann oder Frau. Im Grunde nimmt man diejenigen Verhaltensmuster mit ins eigene Leben, die einen in der Kindheit an den Eltern "abgestoßen" haben. Insbesondere die negativen Eindrücke sind prägend, die positiven sind vielleicht in uns, die kleinen Teufelchen, die einem im Nacken sitzen, wenn bestimmte Verhaltensmuster sichtbar werden (von Außen), sind jedoch nie wegzudiskutieren. Ich kann nur von mir reden und ganz klar, ich habe sehr, sehr viele Verhaltensmuster in mein Leben mitgenommen. Einmal, wie ich erzogen wurde (leistungsorientiert) und was daraus resultierte, das andere Mal die Abhängigkeit der Mutter zum Vater (für mich abschreckend), die sich in einem extremen Unabhängigkeitsbedürfnis manifestiert hat. Auch das Verhältnis zu meiner Schwester (dominant) hat mich stark geprägt (Harmoniebedürfnis). Wenn ich an viele meiner Unfähigkeiten und kindlichen Verhaltensweisen denke, dann sehe ich eigentlich immer den Zusammenhang mit der Kindheit.

Die schlechten Erfahrungen, um die es hier geht, sind sicher ein Resultat aus allem. Einerseits die Prägung des Kindes, andererseits die Erlebnisse mit dem anderen Geschlecht. Interessanterweise hat man häufig eine Affinität zu Menschen, die das "gewohnte" Verhaltensmuster widerspiegeln oder man sucht es unbewusst, um die eigene Unfertigkeit besser in den Griff zu bekommen und daraus zu lernen. Ich kann von mir sagen, dass ich noch so viel zu lernen habe, dass bis zur Bahre sicherlich nicht genug Zeit bleibt. Mein Partner muss sehr viel Gleichmut und Idealismus in sich tragen :). Den Kopf hängen lassen war jedoch noch nie mein Ding; umso mehr als ich weiß, dass ich zu allen Erfahrungen, die ich mit der Männerwelt erlebt habe, ein gutes Stück beigetragen habe.
Du interpretierst die Aussage also nicht in Richtung "Bindung lösen"? Dann ist es verständlich, ja. Die Prägung hat eine deutliche Wirkung.
Deinen Ansatz mit der Zeit würde ich etwas relativieren wollen, denn es dauert doch meistens eine Zeit, bis man sich überhaupt darüber im Klaren ist, das Handlungsbedarf besteht. Wenn man jung ist, partnert man wild drauf los (meint man) und hat die Hoffnung, man würde alles noch viel besser machen. Aufbauend auf dem, was man gesehen hat und seinen eigenen "revolutionären" Vorstellungen soll es in eine rosige Zukunft gehen. Zumindest bei mir hat das echte Scheitern sehr lange auf sich warten lassen, kam dann aber auch für mich aus dem Nichts. Zu diesem Zeitpunkt setzt dann erst die totale Infragestellung von allem bisher Gewesenen ein (bei mir, einer Frau, war das so). Bis dahin ist viel Zeit vergangen und viel Zeit in einer Beziehung verlebt worden und man hat die verschiedensten Erfahrungen gesammelt, wie man eine Beziehung leben und erhalten kann. Und dann ist alles das weg. Ich stand vor der Frage, wie ich das besser machen kann, meinte bei der Partnerwahl anzufangen und sortierte mir ein zweites Mal das gleiche Modell heraus. Das war schon sehr erschütternd und dann fing ich an, an meiner Wahrnehmung hinsichtlich der Männer zu zweifeln. Und an diesem Punkt bin ich mir nicht sicher, ob es Männern da genauso geht oder ob Frauen in vielen Fällen nur einen Zweck erfüllen sollen und damit austauschbarer sind. Ich würde abstreiten, dass das etwas mit "schnellerer Verarbeitung" bei Männern zu tun hat. Ich nehme es einfach nur als oberflächlicher war.
 

Clara Fall

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  • #28
und dann fing ich an, an meiner Wahrnehmung hinsichtlich der Männer zu zweifeln. Und an diesem Punkt bin ich mir nicht sicher, ob es Männern da genauso geht oder ob Frauen in vielen Fällen nur einen Zweck erfüllen sollen und damit austauschbarer sind. Ich würde abstreiten, dass das etwas mit "schnellerer Verarbeitung" bei Männern zu tun hat. Ich nehme es einfach nur als oberflächlicher war.

Da gehe ich vollkommen d'accord mit dir, allerdings steht zu bezweifeln, dass man eine konkrete Antwort darauf erhalten wird. Ich glaube schon, dass Frauen häufig austauschbar sind, ich glaube auch, dass Männer dieses "Kai-Uwe, wir müssen reden" nicht ausstehen können und dass sie hinsichtlich der Verarbeitung ihrer Vorgeschichten i.d.R. wesentlich weniger in die Tiefe gehen. Männer wollen auch zumeist klare Ansagen und nicht dieses Geschwurbel von "zwischen den Zeilen lesen" - Mann muss erahnen was Frau gerade hat, weil Frau sich so verhält aber nichts sagt. Diese Verhaltensmechanismen sind sicher auf viele zu übertragen und ehrlich gesagt, ich finde diese Einstellung auch oftmals deutlich sinnvoller als die "Tiefenkramerei" von uns Frauen. Ich glaube nicht, dass ein Mann sich hinsetzt und stundenlang darüber nachdenkt, was Frau jetzt gerade denken könnte und warum sie heute etwas doof findet, was sie letzte Woche noch okay fand. Diese gewisse Form der "Oberflächlichkeit" und gerade das nicht ständig auf alles einsteigen, bewerten, durchdiskutieren, aufarbeiten, nochmal raus kramen und wiederkäuen, Flöhe husten hören, und hinein interpretieren finde ich durchaus gesund.
 
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Maron

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  • #29
Mensch fafner:),
Du hast wohl "nur" weibliche Freunde? Also, da könnte ich Dir Geschichten über Geschichten von Männern erzählen......und ihrer "schlechten" Beziehungsprägung.
War Deine letzte Beziehung nicht auch irgendwie prägend? Du hast ziemlich viel darüber nachgedacht und Dir überlegt, warum es schief ging.....Ob da Männer und Frauen unterschiedlich sind?
Weiß ich nicht, ein wenig vielleicht schon, wenn ich jetzt mal so die Männer anschaue, die ich kenne.
Ich komme eigentlich immer wieder zu dem Ergebnis, dass der Schlüssel in der Kindheit liegt, in einer unaufgelösten Mutter-/oder Vater-Bindung. Und der darauffolgenden Projektionen. Oder auch Erinnerungen an etwas, was man (nicht mehr) möchte.
Dabei ist Ambivalenz oder sogar Haß-Liebe am schwierigsten aufzulösen.
Das wäre für mich die interessantere Frage.....wie löst man so etwas auf? Gibt es zu Mutter/Vater überhaupt eine eindeutige Gefühlsebene? Oder, muss man die selber hinbekommen? Kann man eine bewusste Trennung herbeiführen?

Ich will inhaltlich antworten und bin mir jetzt sicher, dass es einen Bezug zu dem gibt was mich bei diesen Konflikten hier persönlich bewegt hat - weil ich dabei Ähnlichkeiten wahrgenommen habe.

Meine Eltern waren zwei ambivalente Menschen mit viel Haß füreinander und irgendwie, weil ich beide als Kind sehr mochte, kam ich mitten in den Konflikt hinein. Da es den Anschein hatte, dass mein Vater stärker war stand ich als Kind näher bei meiner Mutter. Heute sehe ich beide gleich schwierig und klar, es kommt aus deren eigener Geschichte.

Bei meinen Großeltern war mein sicheres zu Hause. Und hätten die beiden mich nicht angeleitet zu lernen was es mit dem menschlichen Verhalten so auf sich hat wäre es noch schwieriger gewesen irgend etwas nur annähernd zu verstehen was meine Eltern so antreibt.

In der Pubertät, also dann wenn sich die kindliche Idealisierung auflösen kann, hatten meine Eltern nichts besseres zu tun als mir ihre Geschichten zu erzählen und ich versuchte (beide haben mich gar nicht gefragt) etwas förderliches beizusteuern. Meine Mutter zog es jedoch vor alles was sie nicht hören wollte in ihren eigenen Zustand einzuweben (also sinnlos) und mein Vater verbat sich die Idee des lebenslangen Lernens und brauchte deshalb auch keine Hinweise (also auch sinnlos).

Ich kenne sehr viele leidvolle Geschichten von jungen Burschen bis Männer ins hohe Alter - genauso wie von Frauen. Bevor Menschen diese Geschichten erzählen können vergehen zwei Jahre (so lange braucht unser Gehirn bis es neue Prägungen als Grundlage für diese Erzählungen zulässt). Hätte ich es in der Pubertät gewusst, hätte ich auch nicht sinnlos angekämpft.

Und ja, ich komme bis heute in Konflikte hinein mit dem gleichen Vorgang. Aber wenn ich dann aufhöre mich persönlich zu involvieren geht´s in Sekundenschnelle auch wieder raus und distanziert bin ich auch im Konflikt anders.

Ich kann mir also deshalb nicht vorstellen, dass hier Männer einfach so mir nichts dir nichts ihre leidvolle Biografie auspacken und Frauen ebenso: -
die Fassadenhaftigkeit ist ein Schutz weil sowas nicht oberflächlich bleiben kann und auf der Verhaltensebene nicht ausreichend abgehandelt wird sondern unter der Oberfläche (geprägt) ist und mit fühlen, denken und handeln aus der Kindheits - Geschichte mit den eigenen Eltern zusammen fließt.
Um noch einmal die Gehirnforschung zu erwähnen (warum bin damit beschäftigt? Weil meine Großeltern meine Hilfe waren - ich musste es lernen!)
Es braucht ein Kommunikations - Handwerkszeug weil unser Gehirn in diesem Moment die gegenwärtigen und vergangenen Gefühle alleine gar nicht unterscheiden kann, es ist nicht möglich.

Die Sternstunde der Fassadenhaftigkeit war als Kommentar zu der Frage nach Geprägtem und das Schnitzel als Metapher für Objekt/Preis und Leistungsverhältnis als den zu gesellschaftlichen Normansprüchen/ansichten zugeordnet von mir gemeint - im Kontext von Konfliktkommunikation.
 
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ratte

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  • #30
Ich will inhaltlich antworten und bin mir jetzt sicher, dass es einen Bezug zu dem gibt was mich bei diesen Konflikten hier persönlich bewegt hat - weil ich dabei Ähnlichkeiten wahrgenommen habe.

Meine Eltern waren zwei ambivalente Menschen mit viel Haß füreinander und irgendwie, weil ich beide als Kind sehr mochte, kam ich mitten in den Konflikt hinein. Da es den Anschein hatte, dass mein Vater stärker war stand ich als Kind näher bei meiner Mutter. Heute sehe ich beide gleich schwierig und klar, es kommt aus deren eigener Geschichte.

Bei meinen Großeltern war mein sicheres zu Hause. Und hätten die beiden mich nicht angeleitet zu lernen was es mit dem menschlichen Verhalten so auf sich hat wäre es noch schwieriger gewesen irgend etwas nur annähernd zu verstehen was meine Eltern so antreibt.

In der Pubertät, also dann wenn sich die kindliche Idealisierung auflösen kann, hatten meine Eltern nichts besseres zu tun als mir ihre Geschichten zu erzählen und ich versuchte (beide haben mich gar nicht gefragt) etwas förderliches beizusteuern. Meine Mutter zog es jedoch vor alles was sie nicht hören wollte in ihren eigenen Zustand einzuweben (also sinnlos) und mein Vater verbat sich die Idee des lebenslangen Lernens und brauchte deshalb auch keine Hinweise (also auch sinnlos).

Ich kenne sehr viele leidvolle Geschichten von jungen Burschen bis Männer ins hohe Alter - genauso wie von Frauen. Bevor Menschen diese Geschichten erzählen können vergehen zwei Jahre (so lange braucht unser Gehirn bis es neue Prägungen als Grundlage für diese Erzählungen zulässt). Hätte ich es in der Pubertät gewusst, hätte ich auch nicht sinnlos angekämpft.

Und ja, ich komme bis heute in Konflikte hinein mit dem gleichen Vorgang. Aber wenn ich dann aufhöre mich persönlich zu involvieren geht´s in Sekundenschnelle auch wieder raus und distanziert bin ich auch im Konflikt anders.

Ich kann mir also deshalb nicht vorstellen, dass hier Männer einfach so mir nichts dir nichts ihre leidvolle Biografie auspacken und Frauen ebenso: -
die Fassadenhaftigkeit ist ein Schutz weil sowas nicht oberflächlich bleiben kann und auf der Verhaltensebene nicht ausreichend abgehandelt wird sondern unter der Oberfläche (geprägt) ist und mit fühlen, denken und handeln aus der Kindheits - Geschichte mit den eigenen Eltern zusammen fließt.
Um noch einmal die Gehirnforschung zu erwähnen (warum bin damit beschäftigt? Weil meine Großeltern meine Hilfe waren - ich musste es lernen!)
Es braucht ein Kommunikations - Handwerkszeug weil unser Gehirn in diesem Moment die gegenwärtigen und vergangenen Gefühle alleine gar nicht unterscheiden kann, es ist nicht möglich.

Die Sternstunde der Fassadenhaftigkeit war als Kommentar zu der Frage nach Geprägtem und das Schnitzel als Metapher für Objekt/Preis und Leistungsverhältnis als den zu gesellschaftlichen Normansprüchen/ansichten zugeordnet von mir gemeint - im Kontext von Konfliktkommunikation.

Was du hier schreibst finde ich brennend interessant. Danke!
Mir sind noch immer die Begrifflichkeiten nicht eindeutig, bzw, verschwimmen noch hinter den von mir bisher belegten Inhalten.

Fassadenhaftigkeit

Frei übersetzt in Umgangssprache "das zur Schau gestellte, eindimensional"

Und damit komme ich nicht zur Verbindung mit den Sichtweisen der eigenen Biographie, wenn sich diese nur aus Kindheitsprägungen und kürzlich Erlebtem in einem Mosaik wahrnehmen lässt.

Mit was könnte man dein Schnitzel übersetzen?`Mit Pragmatismus? oder mit Logik?

Welche Kommunikations-Werkzeuge gibt es denn, mit denen man sich behelfen kann?