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  • #91
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Zitat von Benutzer:
Hallo,

mit Verlaub, das ist traurig, dürfte aber doch wohl eher Einzelschicksale darstellen und sind nicht repräsentativ für die Masse derjenigen, die sich einfach keine Mühe geben (wollen oder können).
Sicher ein krasses Einzelbeispiel. Wäre denn die Zahl "7,5 Mio. Erwachsene" für dich repräsentativ?
Denn das ist, nach einer Studie der Uni Hamburg in 2011, die Anzahl der funktionalen Analphabeten in Deutschland. Wieviele mehr mag es geben, die nicht zu dieser Gruppe gehören und dennoch eine gravierende Rechtschreibschwäche haben?
Daraus zu schliessen, dass diejenigen, die die Rechtschreibung hier offensichtlich nicht beherrschen, dies aus Faulheit oder Nichtwertschätzung machen, ist doch recht bedenklich...

Quellen:
http://www.zeit.de/gesellschaft/2011-02/bildung-analphabetismus-studie
http://de.wikipedia.org/wiki/Analphabetismus
 
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  • #92
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Zitat von Toni67:
Sicher ein krasses Einzelbeispiel. Wäre denn die Zahl "7,5 Mio. Erwachsene" für dich repräsentativ?
Denn das ist, nach einer Studie der Uni Hamburg in 2011, die Anzahl der funktionalen Analphabeten in Deutschland. Wieviele mehr mag es geben, die nicht zu dieser Gruppe gehören und dennoch eine gravierende Rechtschreibschwäche haben?
Daraus zu schliessen, dass diejenigen, die die Rechtschreibung hier offensichtlich nicht beherrschen, dies aus Faulheit oder Nichtwertschätzung machen, ist doch recht bedenklich...

Quellen:
http://www.zeit.de/gesellschaft/2011-02/bildung-analphabetismus-studie
http://de.wikipedia.org/wiki/Analphabetismus
Hallo Toni,
du magst recht haben, was das Thema Analphabetismus und Lese-Rechtschreibschwäche angeht. Ich habe einen Freund der von letzterem betroffen ist und an einer Universität als Professor lehrt, also kein Intelligenzproblem hat.
Dennoch möchte ich, auch an Hand verschiedener früherer Posts hier im Forum behaupten, dass sich zwischen dem offensichtlichen Unwillen, sich mit der Rechtschreibung Mühe zu geben (Mein Freund nutzt da recht erfolgreich die Rechtschreibprüfung!) und dem inhaltslosen Schreiben Welten sind. Wenn ich um meiner Probleme mit Grammatik und Rechtschreibung Bescheid weiß und mich irgendwo öffentlich oder privat positiv darstellen will, dann habe ich mehrere Möglichkeiten:
- Ich erkläre den Umstand (auch auf die Gefahr hin, dass dies jemand trotzdem nicht akzeptiert)
- Ich nutze entsprechende Hilfsmittel, die mich unterstützen
- Ich bitte jemanden um Hilfe (zugegeben bei privaten Nachrichten nicht unbedingt so geeignet, in Profilen aber oft mit Hilfe eines Freundes/einer Freundin machbar)
- Ich ignoriere das Problem, schiebe mitunter dem mit Unverständnis reagierenden Leser die Schuld zu (der ja mitunter gar keine Chance hat, es aus seinem Blickwinkel zu erkennen, so wie bei anderen "Mängeln" auch

Es gibt dann ja auch noch die Fraktion, die trotz "normaler" Fähigkeiten bzgl. Rechtschreibung und Grammatik trotzig ihre "schludrige" Schreibweise beibehält und sich entweder wundert oder ärgert, wenn andere darauf nicht oder verärgert antworten.

Es ist ja auch noch die Frage, wie schnell eine Antwort gegeben werden muss(?) bzw. an welcher Stelle der Kommunikation bzw. in welchem Medium das Ganze "geschieht". In einem Profil sicher weniger "schlau", da dort ja viel mehr Zeit existiert, dieses zu erstellen, immer wieder zu überarbeiten, es bewerten zu lassen,... , als bei einer schnellen Antwort auf eine Frage. Dennoch hinterlässt es eher einen guten Eindruck, wenn man schnell die Rechtschreibprüfung (sei es des Browsers oder eines externen Programms) nutzt. Die Zeit dafür ist dank Copy & Paste wirklich vernachlässigbar!

Nettmann
 
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  • #93
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

http://www.leichtesprache.org/
 
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  • #94
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Zitat von untertage:
Interessante Initiative (schweres Wort).
Wenn ich das Konzept (schweres Wort) richtig verstanden habe, trägt es auch zum besseren Verständnis für Menschen mit Leseschwäche bei, wenn ein Wort immer gleich geschrieben wird.
So gesehen ist schlampige Rechtschreibung also eigentlich 'unsozial'.
 
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  • #95
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Zitat von untertage:
... dort steht dann ua.:
"Leichte Sprache ist eine Form der schriftlichen und mündlichen Kommunikation, die vor allem für und gemeinsam mit Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt wurde.
Bei Leichter Sprache geht es darum, dass Texte und Sprache einfach zu verstehen sind. Zum Beispiel indem man kurze Sätze schreibt, auf Fremdwörter verzichtet und Inhalte sinnvoll strukturiert."

Ich bin nicht lernbehindert. Ich kann komplexe Zusammenhänge verstehen. Ich bin auch in der Lage, selbst komplex zu denken, manchmal jedenfalls. Ich kann schreiben. Auch mit Nebensätzen. Und sogar in Fremdsprachen.

Wäre es nicht möglich, jemandem, der das oben Gesagte für sich in Anspruch nimmt, auch das Recht einzuräumen, einen ihm angemessenen und adäquaten Partner (das sind die auf Augenhöhe) zu suchen? Und eh, manchmal ist es ja sowas von geil, wenn beide dasselbe oder sogar das gleiche (dann aber besser nacheinander) Buch gelesen haben und man redet drüber. Und das geht auch bei Zeitungsartikeln.
 
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  • #96
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

bin ich ein anderer mensch weil ich fehlende satzzeichen und kleinschreibung praktiziere nö aber mir ist bewusst dass diese meine bequemlichkeit anderen das lesen erschwertundwowillmandiegrenzeziehenfürmichistdieeinstellungdahinternichtakzeptabeldafürgibtesnurfauleausredenhafensängersonkel
 
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  • #97
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

kleinschreibung ist m.e. im allgemeinen weniger das problem, zumindest menschen, die sich (auch) in anderen sprachzusammenhängen bewegen, haben im normalfall keine größeren schwierigkeiten, sich darauf einzustellen, aber systematische grammatikfehler und fehlende satzzeichen, so dass die syntax des geschrieben verloren geht oder erst mühsam rekonstruiert werden muss, können das verständnis schon sehr erschweren. manchmal allerdings bereits eine inhaltlich inkorrekte verwendung von begriffen. das blöde ist halt, dass im deutschen das verb immer hinten steht, das setzt bei komplexeren inhalten voraus, dass der aufmerksamkeitsfokus über einen relativ langen bogen erhalten bleibt, denn oft erschließen sich bedeutungen erst über das verb.
 
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  • #98
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Ansonsten geht es hier doch um die latente Frage notwendigen Gleichklangs in Rechtschreib- und verquickten Geistesfragen. Das halte ich einfach nicht für entscheidend. Ich stelle einfach mal in den Raum, wenn ich etwas kann, dann muss ich es noch lange nicht (gemeinsam) tun.
Meine Ex hat eher eine bessere Rechtschreibung, tippt rasend schnell auf der Tastatur und liest gerne Belletristik. Ich gar nicht, nur - reichlich - Fachbücher und den Spiegel seit ich 14 war. Eine richtig gute Aktion war, sie hatte mir mal ihr aktuelles Buch vorgelesen. Wir saßen im Garten am Teich und sie las mir Fitzek, "Das Kind" vor. Hat mir sehr, sehr gut gefallen! Leben ist doch bunt, die Menschen auch.

Hafensängers Onkel
 
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  • #99
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Übereinstimmung über die Ebenen hinweg ist doch auch eine gute Sache. Also wenn ein Schreiben schon in Sachen Meinung und Gedankenfolge murks und häßlich ist, dann sollte es dies doch auch bitte in Sachen Schreibstil und Rechtschreibung sein. Dann weiß man, was man hat.
 
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AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Zitat von Benutzer:
Ich betrachte mich bei weitem mit Sicherheit nicht als "Nabel der Welt" und empfinde eine derartige Titulierung auch als anmaßend und frech, nur, weil ich Wert auf bestimmte Umgangsformen lege.

Und wenn jemand meint, dass er mich beim ersten Date (erster Eindruck ist im Leben oft ein wichtiger!) ruhig 30 Minuten warten lassen kann, um dann in einem labbrigen T-Shirt mit verdreckten Schuhen (ach ja, der Hund) zu erscheinen, dann ist das eben nicht der oder die Richtige für mich. Punkt.

Und wenn diese Leute diese Dinge "einfach machen", wie du es weiter oben nennst, dann zeigt mir das, dass dieser Mensch einfach so ist, wie er ist. Es mag sein, dass er damit nichts besonderes ausdrücken möchte, aber es sagt mir, dass er sich "verbiegen" würde, wenn er anders auftreten würde. Und das wäre wiederum nicht mehr authentisch, oder?
Dass du und jeder sich jemand passenden sucht, ist völlig normal - mir geht es nicht darum zu betonen, dass jeder sich gefälligst mit jedem einlassen soll.
Ich stolpere aber immer über bestimmte Blickwinkel oder die Art, wie solche Situationen beschrieben werden. Wenn ich jemanden treffe, der mir in bestimmten Bereichen nicht gefällt (Äußerlichkeiten, Verhalten, Gewohnheiten, Ansichten..), dann gehen Gedanken durch meinen Kopf wie "Er/das gefällt mir nicht", "Das passt nicht zusammen" etc. Aber ich würde niemals denken : Oh, er wertschätzt mich nicht !!! Schon gar nicht bei einem Wildfremden. Ich kenne doch seine Vorlieben, Prinzipien und Gewohnheiten gar nicht - vielleicht findet er ja das, was mir negativ auffällt, ganz im Gegenteil völlig okay. Dann ist das, was er da tut, Ausdruck seiner Persönlichkeit, aber ganz sicher nicht ein Schuss gegen mich und Ausdruck fehlender Wertschätzung. Dieser Blickwinkel kommt mir einfach sehr ich-bezogen vor. Vielleicht habe ich es ja so deutlicher erklärt.
 
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  • #101
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Zitat von Hafensängers Onkel:
... geht es hier doch um die latente Frage (des) notwendigen Gleichklangs in Rechtschreib- und verquickten Geistesfragen. Das halte ich einfach nicht für entscheidend.
Natürlich darf das jeder nach seiner Facon handhaben. Ich gebe aber zu bedenken, dass der (auch partnerschaftliche) Austausch über komplexe Befindlichkeiten (z.B. widersprüchliche Gefühlslagen), über unterschiedliche Wahrnehmungen, über die Interpretation von Verhaltensmustern in aller Regel mit der notwendigen Beherrschung entsprechender Begrifflichkeiten und mit dem Wissen um bestimmte Codes erleichtert wird. Das setzt auch den korrekten Umgang mit Sprache voraus, einfach um Inhalte eindeutig beschreiben zu können. Eine intellektuelle Schieflage in der Partnerschaft provoziert dabei automatisch Verständnisprobleme und weitere Konflikte. Und: dass unverbildetes Proletariertum per se glücklich macht, ist ein keineswegs zutreffender, aber leider noch immer gelegentlich kolportierter Mythos.
 
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  • #102
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Zitat von Nettmann:
Hallo Toni,
du magst recht haben, was das Thema Analphabetismus und Lese-Rechtschreibschwäche angeht. Ich habe einen Freund der von letzterem betroffen ist und an einer Universität als Professor lehrt, also kein Intelligenzproblem hat.
Dennoch möchte ich, auch an Hand verschiedener früherer Posts hier im Forum behaupten, dass sich zwischen dem offensichtlichen Unwillen, sich mit der Rechtschreibung Mühe zu geben (Mein Freund nutzt da recht erfolgreich die Rechtschreibprüfung!) und dem inhaltslosen Schreiben Welten sind. Wenn ich um meiner Probleme mit Grammatik und Rechtschreibung Bescheid weiß und mich irgendwo öffentlich oder privat positiv darstellen will, dann habe ich mehrere Möglichkeiten:
- Ich erkläre den Umstand (auch auf die Gefahr hin, dass dies jemand trotzdem nicht akzeptiert)
- Ich nutze entsprechende Hilfsmittel, die mich unterstützen
- Ich bitte jemanden um Hilfe (zugegeben bei privaten Nachrichten nicht unbedingt so geeignet, in Profilen aber oft mit Hilfe eines Freundes/einer Freundin machbar)
- Ich ignoriere das Problem, schiebe mitunter dem mit Unverständnis reagierenden Leser die Schuld zu (der ja mitunter gar keine Chance hat, es aus seinem Blickwinkel zu erkennen, so wie bei anderen "Mängeln" auch

Es gibt dann ja auch noch die Fraktion, die trotz "normaler" Fähigkeiten bzgl. Rechtschreibung und Grammatik trotzig ihre "schludrige" Schreibweise beibehält und sich entweder wundert oder ärgert, wenn andere darauf nicht oder verärgert antworten.

Es ist ja auch noch die Frage, wie schnell eine Antwort gegeben werden muss(?) bzw. an welcher Stelle der Kommunikation bzw. in welchem Medium das Ganze "geschieht". In einem Profil sicher weniger "schlau", da dort ja viel mehr Zeit existiert, dieses zu erstellen, immer wieder zu überarbeiten, es bewerten zu lassen,... , als bei einer schnellen Antwort auf eine Frage. Dennoch hinterlässt es eher einen guten Eindruck, wenn man schnell die Rechtschreibprüfung (sei es des Browsers oder eines externen Programms) nutzt. Die Zeit dafür ist dank Copy & Paste wirklich vernachlässigbar!

Nettmann
Vielen Dank! Das hat mir ein langes, ähnliches Posting erspart ;-)
 
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  • #103
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

"Komm wir essen Opa"

Satzzeichen können Leben retten! ;-))

Have Fun!
 
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  • #105
AW: Korrekt schreiben - ein Muss?

Also ich finde schon, dass Rechtschreibung und Grammatik wichtig sind. Die Sprache ist schließlich das Werkzeug, dessen wir uns bedienen, um unsere Gedanken, Ideen und Gefühle anderen Menschen zu vermitteln.

Wenn ein Mensch nicht in der Lage ist, sich auszudrücken oder eine gewisse Form nicht einhalten kann / will, werte ich ihn (ich bin ein Fan des generischen Maskulin - dieses "er/sie" Spielchen nervt mich total) ja deshalb nicht als Mensch ab, wenn ich mit ihm dann nicht weiter kommunizieren möchte.

Ich bin ja auch nicht auf Parship angetreten, um meinen Freundeskreis zu erweitern, sondern um einen Partner zu finden, mit dem ich mein Leben teilen kann. Und da es mir wichtig ist, dass mein Partner sich auszudrücken versteht, damit auch ich seinen Gedankengängen folgen kann, dann fallen solche Menschen eben raus.

Daher lehne ich sowohl diese überkonstruierten Fälle ab, in denen man sich darüber Gedanken machen muss, ob das Gegenüber mit Gipsarmen im Bett liegt und sein iPhone nicht benutzen kann, als auch die Fälle ab, bei denen die Unfähigkeit zur Rechtschreibung des Anderen als fehlende Wertschätzung an der eigenen Person gewertet wird.

Zu guter Letzt geht es doch hier nur darum, ob man selber mit fehlender Rechtschreibung beim Partner leben kann oder nicht. Selbstverständlich gibt es Menschen mit Lese- oder Rechtschreibschwäche, die ein integren Charakter besitzen. Das ist ja hier auch gar nicht das Thema. Ich kann sehr wohl mit solchen Menschen gut befreundet sein, dies bedeutet aber nicht, dass ich mit Ihnen als Partner leben muss.