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Philippa

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  • #1

Lagerfeuer für Traurige und Verwirrte

Erzählt mir jemand eine schöne Geschichte?
Bin gerade traurig.
 
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Philippa

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  • #2
Manchmal denke ich an mich, wie ich als alte Frau sein möchte. Mit einem freundlichen Gesicht, einem heiteren Ausdruck, einem Anflug von Weisheit und vielen Runzeln. Dann kommt so ein Bild in mir auf, wie ich am Lagerfeuer sitze und meinen Enkelinnen und Enkeln Geschichten erzähle.
Dabei habe ich gar keine Kinder. Werde nie welche haben. Und manchmal beschäftigt mich dasselbe wie Loner, wenn er fragt, wie man es schafft, zu akzeptieren, dass man immer alleine bleiben wird.
 
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Icebear

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  • #3
Ich glaube jeder hat irgendwann solche Momente, besonders als Single. Ich hatte diese Momente, wo ich mich einsam gefühlt habe auch in meiner letzten Beziehung. Aber wenn wir akzeptieren, dass wir für immer alleine bleiben, hören wir auf, Menschen zu sein. Wir können höchstens damit umgehen. Also beispielsweise mit Freunden reden und dann raus gehen und uns aus der Einsamkeit befreien.

Mehr weiß ich grad auch nicht zu sagen, außer... du wolltest ja eine Geschichte...keine Ahnung ob die hilft/als Ablenkung ganz gut ist, wenn nicht entschuldige ich mich schon mal im Voraus, ist aber die einzige, die mir grade einfällt.

2006 war ich mit meiner Mutter auf Urlaub in Ägypten. Eigentlich sollte mein Vater mit, aber mein Bruder war grade krank gewesen und mein Vater musste zuhause bleiben. Wir haben dann mehrmals vom Hotel angerufen. Meine Mutter hat immer gesagt, sie wolle ihren Mann anrufen und wir wurden dann wie die Aliens angeschaut, weil die Telefonisten dachten, meine Mutter hat zwei Männer.
 
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  • #4
Kennst du die Geschichte von den zwei Wölfen? Gibt's oft im Netz zu finden.

Hier mal die extended Version

z.B. auf
http://www.geoviva.de/modul-2-q7-in...-und-weisser-wolf-eine-alte-indianerweisheit/

Schweigend saß der Cherokee Großvater mit seinem Enkel am Lagerfeuer und schaute nachdenklich in die Flammen. Die Bäume um sie herum warfen schaurige Schatten, das Feuer knackte und die Flammen loderten in den Himmel. Nach einer gewissen Zeit meinte der Großvater: "Flammenlicht und die Dunkelheit, wie die zwei Wölfe, die in unseren Herzen wohnen". Fragend schaute ihn der Enkel an.

Daraufhin begann der alte Cherokee seinem Enkel eine sehr alte Stammesgeschichte von einen weißen und einem schwarzen Wolf zu erzählen. "In jedem von uns lebt ein weißer und ein schwarzer Wolf. Der weiße Wolf verkörpert alles was gut, der Schwarze, alles was schlecht in uns ist. Der weiße Wolf lebt von Gerechtigkeit und Frieden, der Schwarze von Wut, Angst und Hass. Zwischen beiden Wölfen findet ein ewiger Kampf statt, denn der schwarze Wolf ist böse - er steht für das Negative in uns wie Zorn, Neid, Trauer, Angst, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Schuld, Groll, Minderwertigkeit, Lüge, falscher Stolz und vieles mehr. 

Der andere, der weiße Wolf ist gut - er ist Freude, Friede, Liebe, Hoffnung, Freundlichkeit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Wahrheit und all das Lichte in uns. Dieser Kampf zwischen den beiden findet auch in dir und in jeder anderen Person statt, denn wir haben alle diese beiden Wölfe in uns."
Der Enkel dachte kurz darüber nach und dann fragte er seinen Großvater,
"Und welcher Wolf gewinnt?"

Der alte Cherokee antwortete: "Der, den du fütterst."


Da hört die Geschichte oft auf. Die extended Version:



 "Nur bedenke, wenn du nur den weißen Wolf fütterst, wird der schwarze hinter jeder Ecke lauern, auf dich warten und wenn du abgelenkt oder schwach bist, wird er auf dich zuspringen, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, die er braucht.

 Je weniger Aufmerksamkeit er bekommt, umso stärker wird er den weißen Wolf bekämpfen. Aber wenn du ihn beachtest, ist er glücklich. Damit ist auch der weiße Wolf glücklich und alle beide gewinnen.“ Das ist die große Herausforderung eines jeden von uns…, das innere Gleichgewicht herzustellen.

Denn der schwarze Wolf hat auch viele wertvolle Qualitäten - dazu gehören Beharrlichkeit, Mut, Furchtlosigkeit, Willensstärke und großes intutives Gespür, Aspekte, die Du brauchst in Zeiten, wo der weiße Wolf nicht weiter weiß, denn er hat auch seine Schwächen. Du siehst, der weiße Wolf braucht den schwarzen Wolf an seiner Seite. Beide gehören zusammen. Fütterst du nur einen, verhungert der andere und wird unkontrollierbar. Wenn du beide fütterst und pflegst, wird es ihnen gut tun und ein Teil von etwas Größerem, das in Harmonie wachsen kann.



Füttere beide und du musst deine Aufmerksamkeit nicht auf den inneren Kampf verwenden müssen. Und wenn es keinen inneren Kampf gibt, kann man die innere Stimme der alles wissenden Führer hören, die dir in jeder Situation den richtigen Weg deutet.

Frieden, mein Sohn, ist die Mission der Cherokee, ist das Leben. Ein Mann, der den schwarzen und weißen Wolf in Frieden in sich hat, der hat alles. 

Ein Mann, der in seinen inneren Krieg gezogen wird, der hat nichts. Dein Leben wird davon bestimmt, wie du mit deinen gegnerischen Kräften umgehst. Lass nicht den einen oder anderen verhungern, füttere sie beide und beide gewinnen."
 
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iafa

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  • #5
Hallo Philippa,

ich erzähle Dir die Geschichte der alten Dame.

Sie war Chefsekretärin in einem großen Unternehmen und meine Nachbarin. Sehr attraktiv, intelligent, gebildet, wobei ihre Frisur und ihr Outfit immer sehr koservativ waren. Einen Mann (Frau) in ihrem Leben gab es nicht. Als sie 60 war sah ich zum ersten mal einen Mann ein- und ausgehen bei ihr. Nach kurzer Zeit stellte sie ihn mir als ihren Freund vor und kurze Zeit später ist sie zu ihm gezogen.

10 Jahre später habe ich sie zufällig getroffen und sie sagte mir, dass sie noch immer glücklich mit ihrem Freund zusammen ist und dass sie in den 10 Jahren alles was sie die letzten 40 Jahre versäumte, nachgeholt hat.

Taja Philippa, nix mit immer alleine bleiben.
 
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Frau M

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  • #6
Eine schöne Geschichte iafa.
 
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Marlene

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  • #7
Liebe Philippa,
eigene Kinder, Enkel halten auch nicht immer das, was man von ihnen erhofft. Das sehe ich auch in meiner Ursprungsfamilie. Sie hängen nicht unbedingt an den Lippen der Oma und lauschen ihrer Geschichten. Das ist so ein Bild, das schön ist, es kann vereinzelt sein oder auch nicht.
Wichtig sind gute Freunde bzw. ein guter Freund, eine gute Freundin. Das habe ich immer gemerkt. Hast Du jemanden, von dem man die Gewissheit hat, er/sie wird immer für Dich da sein?
 
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Philippa

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  • #8
Vielen Dank, Icebear, tina* und iafa für eure Geschichten! Sie haben gut getan. Über die Geschichte mit den zwei Wölfen will ich noch ein wenig nachdenken.

Marlene, es ist nicht so, dass ich grundsätzlich einsam wäre. Ich habe mehrere gute Freundinnen und Freunde und fühle mich inzwischen auch mit meinen Eltern oder mit meinen Geschwistern und ihren Kindern wohl. Manchmal kann ich meinen Nichten und Neffen sogar Geschichten vorlesen oder mit ihnen gemeinsam eine erfinden und das gefällt dann auch den Kindern, nicht nur mir :). Eine meiner beiden Schwestern ist in den letzten Jahren sehr wichtig für mich geworden. Unser gemeinsamer Galgenhumor hilft auch in schwierigen Zeiten.

Trotzdem gibt es halt immer wieder traurige Momente, die manchmal auch etwas länger anhalten, weil mir halt doch ein Mann an meiner Seite fehlt und weil ich zuwenig Kontakt zu Kindern habe. Ich versuche deshalb jetzt, den Kontakt zu den Kindern meiner Geschwister zu stärken und ausserdem auch auf der Partnersuche offen zu sein. Schwarze Wölfe erschrecken mich oft aber sehr und lösen starke Ambivalenzen und manchmal Verwirrung bei mir aus.
 
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  • #9
Philippa, Zeiten der Einsamkeit gehören zum Leben ebenso wie Zeiten der Zweisamkeit. Es werden wieder Zeiten kommen mit einem Partner an Deiner Seite und Du an seiner. Ich würde bis dahin den Wert dieser jetzigen Phase sehen.
 
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vhe

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  • #10
Zitat von Philippa:
Schwarze Wölfe erschrecken mich oft aber sehr und lösen starke Ambivalenzen und manchmal Verwirrung bei mir aus.
Tja, in jedem gesunden Ökosystem braucht es ein paar Raubtiere und die meisten erfolgreichen Wölfe sind halt irgendwie - grau und ein bisschen gefleckt. :)

Das Problem ist dass die meisten Frauen schwarze Wölfe bewundern, sich einen davon angeln und dann hoffen, dass er an der Wohnungstür das Fell wechselt. Das geht dann mit schöner Regelmäßigkeit ("gegen die Tür gelaufen") schief.

Kaninchen sind nett, harmlos und haben ein kuscheligeres Fell, sind aber irgendwie für die allermeisten Frauen uninteressant.

Letztendlich musst Du für Dich herausfinden, worauf Du stehst und damit umgehen lernen.
 
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Yvette

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  • #11
Zitat von Philippa:
wie man es schafft, zu akzeptieren, dass man immer alleine bleiben wird.

Feuerkorb mit tollem Hartholz ist an - Rotwein eingegossen - mit einer Decke nachts da sitzen, ohne viele andere künstliche Lichtquellen siehst du bei wolkenlosem Himmel sogar die Milchstrasse sehr gut ....

Und von daher jetzt der Gedanke: ... auch mit Kindern kann man sehr allein sein - Freunde sind die neue family! Du kannst doch alles haben, wenn du dir das entsprechende Umfeld schaffst. Versuch mal, das anzugehen ... Allein aber nicht einsam oder das bewusst auch zulassen ... Du machst bestimmt Sport? Das vertreib diese trüben Gedanken!
 
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  • #12
Freunde kommen, Freunde gehen. Familie bleibt immer. Wenn jemand Sehnsucht nach seinen Kindern hat, ihm dann aber geraten wird, sich Freunde zu suchen, ist das so, als wenn jemand gerne Kirschen mag und ihm stattdessen Gurken angepriesen werden.
 
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Marlene

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  • #13
Zitat von Truppenursel:
Freunde kommen, Freunde gehen. Familie bleibt immer. Wenn jemand Sehnsucht nach seinen Kindern hat, ihm dann aber geraten wird, sich Freunde zu suchen, ist das so, als wenn jemand gerne Kirschen mag und ihm stattdessen Gurken angepriesen werden.

Philippa hat keine Kinder.
 

Lyle

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  • #15
Zitat von Truppenursel:
Freunde kommen, Freunde gehen. Familie bleibt immer. Wenn jemand Sehnsucht nach seinen Kindern hat, ihm dann aber geraten wird, sich Freunde zu suchen, ist das so, als wenn jemand gerne Kirschen mag und ihm stattdessen Gurken angepriesen werden.

Zunächst: Die Behauptung, Familie bliebe immer, ist höchstens im juridischen Sinne wahr, und dort auch nur, wenn es um Abstammungszusammenhänge geht. Die Rede von der ewigen Familienzusammengehörigkeit ist in manchen Fällen doch entweder bittere Wahrheit (wenn die Familienband dafür sorgen, sich stetigem Hass nie ganz entziehen zu können) oder romantische Fiktion (wenn die Kinder den Eltern den Rücken kehren, versterben, etc.). Dass Freunde kommen und gehen ist gleichfalls eine so unzulässige Generalisierung - selbstverständlich gibt es nämlich Freundschaften, die emotional beständig und intellektuell dauerhaft stimulierend sind. Damit möchte ich aber nicht in Abrede stellen, dass ein unerfüllter Kinderwunsch schwer wiegen kann.

Und dann: Was ist so schlimm daran, einer Person, die eben nie Kirschen wird essen können, die Vorzüge anderer Lebensmittel aufzuzeigen? Es gibt viele kinderlose Menschen, einige aus Neigung, viele aufgrund äußerer und innerer Umstände. Auch letztgenannte Gruppe ist doch nicht zum Unglück verdammt, auch wenn es unglückliche Momente gibt - viel hängt dann davon ab, sich anderweitig Erfüllung zu suchen, und in anderen Aspekten des Lebens aufzugehen, die man wahrnehmen kann. Und dafür ist es doch selten zu spät.

Ich möchte dich, Truppenursel, durch diesen Beitrag nicht angreifen - aber dafür werben, dass der Verweis auf Aktivitäten, die im besten Fall nicht nur palliativ, sondern sinnstiftend wirken können, durchaus legitim und dem Glück der Erstautorin zuträglich sein kann.
 
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Philippa

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  • #16
Zitat von vhe:
Tja, in jedem gesunden Ökosystem braucht es ein paar Raubtiere und die meisten erfolgreichen Wölfe sind halt irgendwie - grau und ein bisschen gefleckt. :)

Das Problem ist dass die meisten Frauen schwarze Wölfe bewundern, sich einen davon angeln und dann hoffen, dass er an der Wohnungstür das Fell wechselt. Das geht dann mit schöner Regelmäßigkeit ("gegen die Tür gelaufen") schief.

Kaninchen sind nett, harmlos und haben ein kuscheligeres Fell, sind aber irgendwie für die allermeisten Frauen uninteressant.

Letztendlich musst Du für Dich herausfinden, worauf Du stehst und damit umgehen lernen.

Ich hatte mich mit den schwarzen Wölfen, die mich erschrecken, auf die Geschichte von tina* bezogen. Also nicht darauf, dass ein Mann als ganzer ein schwarzer Wolf wäre, sondern, dass mich gewisse, von mir eher als problematisch empfundene Aspekte des Mannes (oder auch von mir selbst) eben erschrecken. Wenn man die Tendenz hat, jemanden, der einen problematischen Anteil hat, gleich nur noch als Träger dieses Anteiles zu sehen und alles andere vergisst, dann kann man natürlich auch ihn gleich als schwarzen Wolf bezeichnen.

Aber wahrscheinlich kommt dieser Unterscheidung für die Beschreibung meines Problems gar keine grosse Bedeutung zu. Mein Problem ist, dass mich tatsächlich schwarze Wölfe anziehen, mir gleichzeitig aber so starke Angst machen, dass ich - ebenso unbewusst wie die Anziehung funktioniert - sehr heftig negativ auf sie reagiere. Ich erkläre dies mit der zwar vermutlich grundsätzlich gutgemeinten, für mich aber äusserst schwierigen Rolle meines Vaters in meiner Kindheit, dessen Verhalten mir gegenüber ausserdem von meinem Bruder noch nachgeahmt wurde. (Ich möchte hier nicht detaillierter darauf eingehen, was geschehen ist und was das bei mir ausgelöst hat.) Die beiden Männer also, die ich immer schon geliebt habe, haben auf diese Weise in meiner frühen Kindheit das innere Muster geprägt, nach dem mich Männer anziehen und fatalerweise gleichzeitig abstossen. Das ist echt nicht lustig und bringt mich regelmässig in grosse Dilemmata. Entweder mag ich einen Mann und fühle mich sehr wohl mit ihm (habe aber keine Chance, mich zu verlieben), oder aber ich fühle mich angezogen, verliebe mich und bekomme dann einen unglaublichen inneren Stress, weil der Mann Verhaltensweisen zeigt, die mich in der Kindheit fertig gemacht haben. Und natürlich wirkt sich das dann auch auf die Beziehung aus.

Übrigens glaube ich, dass ähnliche - wenn auch vielleicht (und wie ich hoffe) meist nicht so schwerwiegende - Erfahrungen in der Kindheit auch viele andere Menschen prägen und dazu führen, dass sich viele Frauen von schwarzen Wölfen angezogen fühlen - und Männer sich gegenüber von Frauen als schwarze Wölfe zeigen.

Und ja, wir alle müssen lernen, damit umzugehen. Es ist aber nicht hilfreich zu sagen, dass Frauen sich schwarze Wölfe (oder A-löcher, wie das andere nennen mögen) wünschen und deshalb selbst Schuld sind, wenn nachher Beziehungsprobleme auftreten, denn das (das Wünschen von schwarzen Wölfen als Partner) tun sie auf bewusster Ebene nicht.
 
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  • #17
Zitat von Lyle:
Ich möchte dich, Truppenursel, durch diesen Beitrag nicht angreifen - aber dafür werben, dass der Verweis auf Aktivitäten, die im besten Fall nicht nur palliativ, sondern sinnstiftend wirken können, durchaus legitim und dem Glück der Erstautorin zuträglich sein kann.
Ein zu 99% unmoderiertes kommerzielles und anonymes Partnersuchforum ist kein guter Ort für eine ungewollt Kinderlose, wenn ihr dümmliche Tipps wie Sporttreiben als sinnstiftend oder gar glücklich machend angedreht werden sollen.
Was wird passieren, wenn sie diese unglaublich hilfreichen Tipps nicht befolgt und wagt, weiter unzufrieden mit ihrem Schicksal zu sein? Wird sie dann ebenfalls beschimpft werden, nur Aufmerksamkeit zu suchen, sich in ihrem Leid zu suhlen und keine Hilfe annehmen zu wollen, so wie es hier Usus ist?
 
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Yvette

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  • #18
Zitat von Truppenursel:
Freunde kommen, Freunde gehen. Familie bleibt immer. Wenn jemand Sehnsucht nach seinen Kindern hat, ihm dann aber geraten wird, sich Freunde zu suchen, ist das so, als wenn jemand gerne Kirschen mag und ihm stattdessen Gurken angepriesen werden.

Das Familienbild ist anno tobak! Sorry, das haben ganz viele Menschen nicht mehr, keiner da!
 
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Philippa

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  • #19
Noch zur Einsamkeit und zum Unglücklichsein. Ich bin nicht grundsätzlich und ständig einsam und unglücklich. Deshalb habe ich auch nicht einen Thread gestartet mit meiner Geschichte, sondern ich wollte eher - analog zum Karate-Zentrum - einen Thread ins Forum stellen, wo man sich mit momentaner Traurigkeit hinwenden kann.

Ich empfinde mein Leben als erfüllt und denke, es ist auch daran, zu gelingen und ein glückliches (im Sinn von griechisch Eudaimonia) zu werden. Egal ob es mir vergönnt sein wird, irgendwann den Mann zu treffen, von dem ich überzeugt sein werde, dass er der richtige für mich ist. Wenn das nicht geschehen wird, dann gehe ich davon aus, dass es eine meiner grösseren in meinem Leben zu bewältigenden Aufgaben sein wird, einen konstruktiven und sinnvollen Umgang damit zu finden.
Und wegen des Kinderwunsches: Ich habe mich nie wirklich in der Mutterrolle gesehen, obwohl ich Kinder wirklich sehr gerne mag und das fast immer auch auf Gegenseitigkeit beruht. Dennoch habe ich das Bild von mir als Oma im Kopf und es macht mich traurig, dass ich das so vermutlich nie erleben werde. (Theoretisch könnte ich ja noch einen Partner mit Kindern finden, deren Kinder mich dann vielleicht auch als zusätzliche Grossmutter ansehen würden :).)
 
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Lyle

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  • #20
Zitat von Truppenursel:
Ein zu 99% unmoderiertes kommerzielles und anonymes Partnersuchforum ist kein guter Ort für eine ungewollt Kinderlose, wenn ihr dümmliche Tipps wie Sporttreiben als sinnstiftend oder gar glücklich machend angedreht werden sollen.
Was wird passieren, wenn sie diese unglaublich hilfreichen Tipps nicht befolgt und wagt, weiter unzufrieden mit ihrem Schicksal zu sein? Wird sie dann ebenfalls beschimpft werden, nur Aufmerksamkeit zu suchen, sich in ihrem Leid zu suhlen und keine Hilfe annehmen zu wollen, so wie es hier Usus ist?

Sinnstiftung ist eine Frage der Perspektive (und die Frage nach ihr selbst schon Produkt kultureller Rahmenbedingungen) - es gibt viele Menschen, die in sportlicher Betätigung einen großen Teil ihres Lebensinhalts sehen. Ich maße mir nicht an, über diese Lebensweise zu urteilen oder sie als "dümmlich" zu bezeichnen, auch wenn es nicht die meine ist. Außerdem erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass Sport weder von mir noch von anderen in vorherigen Beiträgen als "sinnstiftend" tituliert wurde - in der Tat erfolgte explizit der Hinweis, er würde dunkle Gedanken vertreiben (und damit, wenn ich mich selber paraphrasieren darf, palliativ wirken - aber immerhin!). In Rede stand eher die Suche und Förderung neuer oder bestehender Freundschaften - was an diesem Hinweis falsch sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich ergänze diesen Ratschlag gerne um die Lektüre guter Literatur oder das Suchen nach neuen sozialen Konstellationen, die das Denken in neue Bahnen lenken.

Ich kenne dieses Forum nicht gut genug, um auf deinen zweiten Absatz angemessen reagieren zu können. Ich für meinen Teil werde sicher nicht dazu übergehen, mich über traurige Menschen öffentlich zu ärgern oder sie gar zu beschimpfen. Soweit ich sehe, ist die Teilnahme an diesem Forum freiwillig.
 
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Philippa

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  • #22
Sport ist, solange er nicht exzessiv betrieben wird - abgesehen von Unfällen - in der Regel gut für die Gesundheit. Dass er dem Leben Sinn geben könnte, würde auch ich zu bezweifeln wagen. Einen Sinn bekommt mein Leben aus dem Kontakt zu anderen Menschen und aus einer oder mehreren Aufgaben, die mir am Herzen liegen und die ich mit Engagement anzupacken versuche, möglichst gemeinsam mit anderen Menschen. Zusätzlich sinnstiftend kann allenfalls auch Spiritualität sein.
 

Lyle

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  • #23
Zitat von Truppenursel:
Dafür haben wir bereits Mentalista mit ihren tollen Leselisten.

Ich habe die Lektüre guter Literatur vorgeschlagen, aber nicht angekündigt, von mir für gut befundene Literatur vorzustellen. Insofern liegt vorerst keine Tätigkeitsüberschneidung zwischen Mentalista und mir vor, falls dich das beruhigt.

Philippa, das sind doch beste Voraussetzungen! Diese Republik kann ehrenamtliche Betätigung immer gut gebrauchen, scheint mir (das meine ich nicht ironisch).
 
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Philippa

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  • #24
Zitat von Lyle:
Ich habe die Lektüre guter Literatur vorgeschlagen, aber nicht angekündigt, von mir für gut befundene Literatur vorzustellen. Insofern liegt vorerst keine Tätigkeitsüberschneidung zwischen Mentalista und mir vor, falls dich das beruhigt.

Philippa, das sind doch beste Voraussetzungen! Diese Republik kann ehrenamtliche Betätigung immer gut gebrauchen, scheint mir (das meine ich nicht ironisch).

Ja, Lesen ist auch für mich von grosser Bedeutung, Gedankenfutter überhaupt. Ebenso wie Musik. Und manchmal schreibe ich sogar selbst "literarische" Texte, sei es Prosa oder Gedichte. Chiller7 wäre es vermutlich wichtig, in dieser Hinsicht noch andere Formen von Kunst zu erwähnen, oder?

Im Übrigen muss ich dich insofern enttäuschen, dass ich vermutlich anderswo lebe und wirke als du. Aber auch meine Konföderation kann ehrenamtliche Betätigung gebrauchen, obwohl nicht jede sinnvolle Aufgabe auch ehrenamtlich sein muss. Ich finde ja auch (neben dem, was ich freiwillig mache) das, wofür ich ein Salär erhalte, sinnstiftend.
 
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Philippa

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  • #25
tina*, ich finde deinen Beitrag gemein.
 
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Philippa

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  • #28
Zitat von chiller7:
Warum? Wenn man jung ist, sieht man die Welt wie Garp.

Wer ist denn Garp?

Aber irgendwie könnt Ihr mich alle mal. Ich konnte eben nicht einschlafen, habe meine alten Kindheitsgefühle von Ohnmacht und unstillbarem Schmerz wieder gespürt und geweint. Auf Trost gehofft, auf das Verständnis und den Trost, den ich als Kind nie bekommen habe und statt dessen, wenn ich geweint hatte und mich nicht beruhigen konnte, von den Menschen, die mich hätten schützen müssen, geschlagen, in die Dunkelheit und Kälte herausgesperrt, lächerlich gemacht und regelmässig, auch vor Verwandten oder Leuten aus dem Dorf, gedemütigt wurde. Und was finde ich hier? Das gleiche alte Programm. So kommt mir jedenfalls der Beitrag von tina* vor, wenn vielleicht auch gut gemeint. Und nach Garp zu googeln wage ich gar nicht erst. Hauptsache ihr könnt gut schlafen!
 
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  • #29
"Und da beschloß Garp, Schriftsteller zu werden." (Persönliche Anmerkung: oder dies oder das zu werden.) Garp ist eine Figur von J. Irving.
 
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  • #30
https://de.wikipedia.org/wiki/Garp_und_wie_er_die_Welt_sah_(Buch)

Mach dir nichts draus, liebe Philippa, Tina* ist immer so "freundlich".
Verwechsel bitte nicht dieses Forum mit einem Kreis von zugewandten Freunden. Hier geht es ums Hauen und Stechen.
Zeig ihnen nicht deine Schwächen.
Jetzt geh schlafen und weine nicht mehr wegen irgendwelcher dummen Puten!! Sie sind es nicht wert!