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  • #31
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Schreiberin:
Hallo Maddib !
Was meinst du damit bloß ? Als Lehrer ist man meistens Beamter und hat damit einen sicheren Job auf Lebenszeit – das ist natürlich ein gravierender Unterschied zur Freien Wirtschaft, aber das gilt für ALLE Beamten, nicht nur für Lehrer.

Wer jedes Profil wegklickt, nur wegen des Berufs „Lehrer“ , hat eindeutig ein Vorurteil.
Und ich kann nur wiederholen : ein Glück, dass die mich wegklicken. Dann muss ich wenigstens nicht auf frustrierende Weise „beweisen“, das ich nicht so bin.

hallo schreiberin,

deine ausführungen kommen wohl genau zur rechten zeit. danke.
also, was ich zugegeben eher zwischen den Zeilen meinte (achtung, teils vorurteil!), ist, dass lehrer bei mir ab und an den anschein erwecken, dass sie von der (berufs unabhängigen) arbeit gerade in der privatwirtschaft immer wieder erstaunt sind und etwas ungläubig dreinblicken. wenn man z. b. betont, dass hier häufig ein betriebsrat nur eine alibifunktion hat oder gar nicht vorhanden ist, eine gewerkschaft nicht zuständig ist, es keine interessenvertretungen gibt, man es ausschließlich mit erwachsenen zu tun hat, einmal im jahr die eigene leistung beurteilt wird, bei umfangreichen sparmaßnahmen die mitarbeiter reihenweise an die luft gesetzt werden, ein standortwechsel manchmal unumgänglich ist, um den job zu behalten oder einen neuen zu bekommen, für manche eine wahre existenzangst herrscht, weil der job unsicher ist, und mehr.

wunderbar dein vergleich mit der arbeitszeit und -moral :). natürlich ist da was dran. was du so schreibst, klingt danach, als wenn du wirklich sehr motiviert bist und viel einsatz mitbringst. darf ich fragen, wie lange du schon als lehrerin arbeitest?

ich meine dein vergleich mit "x bleibt doch auch x" hinkt etwas. die bandbreite der möglichen jobs in der privatwirtschaft - bei identischer ausbildung - ist glaube ich um einiges höher als bei lehrern oder meinetwegen auch postboten. ich kann in der privatwirtschaft mit einer "startausbildung" in meinem ganzen berufsleben ausgesprochen unterschiedliche jobs haben, was meiner erfahrung nach so mancher lehrer auch nicht wirklich versteht - von wegen EINE ausbildung gleich EIN beruf. dem ist aber halt häufig gar nicht so.

keine frage, ein lehrerkollegium kann auch die reine hölle sein und eine "flucht" umso schwieriger. dass das im extremfall auch zu außerordentlichen psychischen problemen/belastungen führen kann, ist wohl klar. ich denke, hier werden Lehrer auch keineswegs beneidet. nur, die "fluchtmöglichkeit" ist in der freien wirtschaft auch nicht immer gegeben.

ich sehe, du hast eine sehr moderne/zeitgemäße ansicht, was die art des unterrichts angeht. ist diese bei dir aber eher eine einstellung oder tatsächlich gelebter berufsalltag? wenn letzteres stimmen sollte und du hierbei auch unterstützt wirst, dann bist du wohl an einer recht vorbildlichen schule tätig. dieses glück haben möglicherweise nicht viele.

da hast du dich gerade etwas widersprochen. wenn du doch SO viele "schreckliche" lehrer kennst, die den vorurteilen tatsächlich gerecht werden, dann sind es doch eigentlich gar keine vorurteile mehr, oder ;-)?

bist du vielleicht tatsächlich eine ausnahmelehrerin, die ihren beruf sehr ernst, mit hingabe und notwendiger offenheit ausübt? das ist natürlich denkbar. dann liegt es vielleicht umso mehr an deiner persönlchkeit, den "makel" lehrer wieder wettzumachen ;-). ich denke, wenn deine perönlichkeit und dein auftreten so gar nicht "lehrer-like" rüberkommt, sollte dein gegenüber aufhorchen - und zwar egal, ob er weiß, dass du lehrerin bist oder nicht :).

in deinem profil würde ich vielleicht besonders die seiten an dir hervorheben, die man so gar nicht mit einem "standard lehrer" verbindet. das könnte die notwendige aufmerksamkeit bringen.

mein eigener konkreter ausbildungsweg ist auch nicht unbedingt parship freundlich. vorurteile erreichen mich bei treffen auch schon mal ganz subtil. aufgrund meines berufes habe ich allerdings die Möglichkeit, mein studium bei der ersten anbahnung etwas zu kaschieren. ich denke, das ist legitim ;-).
 
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  • #32
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Andre:
Wobei die Frage ist, inwieweit der Beruf die Persönlichkeit geprägt hat und inwieweit die Persönlichkeit die Berufswahl. Ich denke, oft ist es beides (bei mir auf jeden Fall).

Die Persönlichkeit ist meiner Erfahrung nach oftmals kein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl des Berufs Lehrer. Da hat es mit dem Germanistik-Studium nicht geklappt, da "macht" man eben "Lehrer". Ausgerechnet für ein Lehramtsstudium (oder für den Master of Education, wie es ja mittlerweile heißt) gibt es keinen NC, keine Eignungsprüfung und wahrscheinlich immer noch zu wenig Beratung zu einem realistischen Berufsbild. Leider, leider.
 
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  • #33
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

@Weltenbummler
Danke für deine nette Reaktion - das hat mir gut getan !
Ich habe schon befürchtet, ich hätte es mit meinen Ausführungen übertrieben (doziert ??!!!), aber wenigstens einer hat es also schon mal verstanden . :)

Zu der frustrierenden Rechtfertigung : Vorurteile haben ja nun einmal den Charakter, dass sie sehr schwierig aus der Welt zu schaffen sind und oft auch sehr tief im Untergrund versteckt sind. In einer Partnerschaft finde ich es schon äußerst frustrierend, gegen ein Vorurteil ankämpfen zu müssen. Der Stempel "Besserwisserin" in Auseinandersetzungen ist schon ziemlich verletzend und auch eine Art "Torschlagargument" . Da wird dann einfach gesagt "Ich nehme dich aber so wahr !" und damit hat sich die Sache dann. Super.

Beim ganzen Nachdenken hier über das Thema ist mir noch mal klargeworden, dass jemand , der sich 10 bis 13 Jahre durch die Schule quälen musste und es eher mit schlechten Lehrern zu tun hatte, sicher absolut verständlich voreingenommen sein muss.
Mildernde Umstände, aber dann eben einfach die falsche Kombination für mich.
 
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  • #34
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

@Schreiberin: Gut gebrüllt, Löwin. Hoffentlich hat es Wirkung.
 
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  • #35
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

@Schreiberin:

Wer sich verteidigt, klagt sich an. Das hat mir mal ein schlauer Mensch erzählt - ein Pädagoge. ;-)

Ich verstehe im Übrigen deine Semantik von "Besserwisser" nicht. Etwas besser zu wissen als andere scheint mir doch - Expertise zu sein. Nun also - was wissen Lehrer besser? Und vor allem - als wer? Du triffst dich hier auf PS nun nicht mit Schülern, sondern mit erwachsenen Männern, die ihrerseits - das unterstelle ich ihnen jetzt mal - über Wissen verfügen, das du nicht für dich beanspruchen kannst. Sind das dann auch "Besserwisser"? Nö.

Lehrer sind professionelle Wissensvermittler, leider oftmals mit Alleingültigkeitsanspruch. Das stört mich. Und ich leiste mir seit einigen Jahren den Luxus, keine Fortbildungen mehr anzubieten - für Lehrer. ;-)
 
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  • #36
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Schreiberin:
Ich muss manchmal grinsen, wenn ich sehe, zu welchen Uhrzeiten hier gepostet wird - sehr viel in den normalen Arbeitszeiten. Haben die alle gerade zufällig Urlaub oder sind alle krank ? Nur, weil jemand sich 10 oder mehr Stunden außer Haus befindet, heißt das nicht zwingend, dass er die ganze Zeit hochkonzentriert und intensiv arbeitet.

.

Darüber hab ich auch schon geheim "gegrinst"....würde mich interessieren. :)
und
Chapeau für dein Plädoyer, Schreiberin!
 
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  • #37
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Vielen Dank an Parship, dass hier mal ein bisschen schneller freigeschaltet wird und man nicht tagelang auf den weiterern Verlauf der Diskussion warten muss !

Zitat von maddib:
hallo schreiberin,

deine ausführungen kommen wohl genau zur rechten zeit. danke.

Wieso zur rechten Zeit ? Datest du gerade eine Lehrerin??? ;-)))


also, was ich zugegeben eher zwischen den Zeilen meinte (achtung, teils vorurteil!), ist, dass lehrer bei mir ab und an den anschein erwecken, dass sie von der (berufs unabhängigen) arbeit gerade in der privatwirtschaft immer wieder erstaunt sind und etwas ungläubig dreinblicken. wenn man z. b. betont, dass hier häufig ein betriebsrat nur eine alibifunktion hat oder gar nicht vorhanden ist, eine gewerkschaft nicht zuständig ist, es keine interessenvertretungen gibt, man es ausschließlich mit erwachsenen zu tun hat, einmal im jahr die eigene leistung beurteilt wird, bei umfangreichen sparmaßnahmen die mitarbeiter reihenweise an die luft gesetzt werden, ein standortwechsel manchmal unumgänglich ist, um den job zu behalten oder einen neuen zu bekommen, für manche eine wahre existenzangst herrscht, weil der job unsicher ist, und mehr.

Ehrlich gesagt sind unter uns Lehrerinnen die Lehrer nicht gerade die gesuchtesten Partner !
Ich habe ehrlich gesagt keine Lust, in meiner Freizeit auch noch ständig über Schule zu reden. Meine Kolleginnen sind mit Ingenieuren, Geschäftsführern, Vertrieblern, Rechtsanwälten und ähnlichen Berufsgruppen verbändelt, ich selber war auch viele Jahre mit einem Mann zusammen, der sich in verschiedenen Konzernspitzen herumärgern musste - so ganz ohne Berührung zur Wirtschaftswelt sind wir dann auch nicht.

wunderbar dein vergleich mit der arbeitszeit und -moral :). natürlich ist da was dran. was du so schreibst, klingt danach, als wenn du wirklich sehr motiviert bist und viel einsatz mitbringst. darf ich fragen, wie lange du schon als lehrerin arbeitest?

Du hast zwar damit recht, dass nicht alle so engagiert sind wie ich, aber wenn du darauf spekulierst, dass ich überaktive Berufsanfängerin bin, muss ich dich leider entäuschen : ich bin schon über 20 Jahre im Einsatz... :)


ich sehe, du hast eine sehr moderne/zeitgemäße ansicht, was die art des unterrichts angeht. ist diese bei dir aber eher eine einstellung oder tatsächlich gelebter berufsalltag? wenn letzteres stimmen sollte und du hierbei auch unterstützt wirst, dann bist du wohl an einer recht vorbildlichen schule tätig. dieses glück haben möglicherweise nicht viele.

Wenn Einstellung und Umsetzung nicht passen würden, wäre ich wohl ein sehr unglücklicher Mensch. Leider ist meine derzeitige Schule eher eine mittlere Katastrophe und ich bekomme da erst Unterstüzung und Anerkennung, seit die Schulleitung gewechselt hat. Wenn man richtig von seiner Einstellung überzeugt ist, kämpft man auch mal gegen Windmühlen - und sucht sich ansonsten Gleichgesinnte auf anderen Wegen (es gibt auch Lehrer-Foren !!)


da hast du dich gerade etwas widersprochen. wenn du doch SO viele "schreckliche" lehrer kennst, die den vorurteilen tatsächlich gerecht werden, dann sind es doch eigentlich gar keine vorurteile mehr, oder ;-)?

Gerade das macht ja ein Vorurteil aus : man sieht einen Trend und schneidet dann jeden Einzelnen über einen Kamm. Ich will ja überhaupt nicht behaupten, dass die Kritik an der Lehrerschaft komplett an den Haaren herbeigezogen ist.
Ich fände es nur ganz reizend, wenn der eine oder andere erstmal einen Blick auf mich wirft, bevor ich in den einen Topf geschmissen werde.
IT-Leute sind ja auch nicht ALLE Kellerkinder und Rechtsanwälte nicht ALLE Halsabschneider oder Paragraphenreiter....


in deinem profil würde ich vielleicht besonders die seiten an dir hervorheben, die man so gar nicht mit einem "standard lehrer" verbindet. das könnte die notwendige aufmerksamkeit bringen.

Keine Sorge, über mangelnde Aufmerksamkeit kann ich nicht klagen . :)
Es hat schon einen Hintergrund, warum ich diesen Nickname gewählt habe...

mein eigener konkreter ausbildungsweg ist auch nicht unbedingt parship freundlich. vorurteile erreichen mich bei treffen auch schon mal ganz subtil. aufgrund meines berufes habe ich allerdings die Möglichkeit, mein studium bei der ersten anbahnung etwas zu kaschieren. ich denke, das ist legitim ;-).

Wenn du im echten Leben so nett und kommunikativ bist wie hier, wirst du sicher auch keine Probleme haben. :)
 
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  • #38
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Agapanthus:
Die Persönlichkeit ist meiner Erfahrung nach oftmals kein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl des Berufs Lehrer. Da hat es mit dem Germanistik-Studium nicht geklappt, da "macht" man eben "Lehrer". Ausgerechnet für ein Lehramtsstudium (oder für den Master of Education, wie es ja mittlerweile heißt) gibt es keinen NC, keine Eignungsprüfung und wahrscheinlich immer noch zu wenig Beratung zu einem realistischen Berufsbild. Leider, leider.

Aber wirklich ein dickes LEIDER. In anderen Ländern sieht man Lehrer als Personen an, die die nächste Generation optimal auf die gesellschaftlichen Gegebenheiten vorbereiten müssen : Wissensvermittlung für lebenslanges Lernen und Menschenbildung. Es gibt hohe Einstiegshürden und Eignungsprüfungen. Die, die nur Lehrer werden wollen, weil ihnen die Alternativen fehlen oder die nur auf die Ferien schielen, sind leider dann auch oft die, die überhaupt nicht mit dem Unterrichten klarkommen und das schlechte Image des Lehrers in jeder Hinsicht bestätigen.
 
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  • #39
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Agapanthus:
@Schreiberin:

Ich verstehe im Übrigen deine Semantik von "Besserwisser" nicht. Etwas besser zu wissen als andere scheint mir doch - Expertise zu sein. Nun also - was wissen Lehrer besser? Und vor allem - als wer? Du triffst dich hier auf PS nun nicht mit Schülern, sondern mit erwachsenen Männern, die ihrerseits - das unterstelle ich ihnen jetzt mal - über Wissen verfügen, das du nicht für dich beanspruchen kannst. Sind das dann auch "Besserwisser"? Nö.

Naja, Besserwisser ist immer so das gängige "Schimpfwort", das man hört. Ich denke , damit ist gemeint, sich rechthaberisch zu verhalten, in Gesprächen sehr belehrend und von oben herab rüber zu kommen, dazu noch eine Prise Arroganz und Geringschätzung des "kleinen blöden Gegenübers" , der es noch immer nicht verstanden hat.... :)


Lehrer sind professionelle Wissensvermittler, leider oftmals mit Alleingültigkeitsanspruch. Das stört mich. Und ich leiste mir seit einigen Jahren den Luxus, keine Fortbildungen mehr anzubieten - für Lehrer. ;-)

:)))))) Das kann ich voll und ganz verstehen ! Wenn ich manchmal so vor einem Kollegium stehe und die geballte Ignoranz spüre, sehne ich mich dann wieder nach meinen kleinen wissbegierigen Zweitklässlern.... :)
 
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  • #40
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Ich mag Lehrerinnen ;) und wieso? Weil ich es kann! :p
 
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  • #41
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Ok ich oute mich!

Ich mag Lehrerinnen! ;) Wer noch?
 
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  • #43
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Was ich zu bedenken geben möchte ist: dass die "welt"orientierten " Karriere-couples" doch oft bis zu einem sehr hohen Prozentsatz die Erziehung des Nachwuchses den Lehrern überlassen.
Diese dann als eine skurrile Schicht zu definieren, ist nicht gerade zuträglich. Eigentlich sollte man alles tun um die Lehrer nicht zu frustrieren, sondern im Gegenteil, alles tun, dass sie mit Liebe und Freude arbeiten können, da man ihnen ja die Kinder anvertraut ....oder?
 
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  • #44
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Schreiberin:
Wieso zur rechten Zeit ? Datest du gerade eine Lehrerin??? ;-)))

Ehrlich gesagt sind unter uns Lehrerinnen die Lehrer nicht gerade die gesuchtesten Partner !
Ich habe ehrlich gesagt keine Lust, in meiner Freizeit auch noch ständig über Schule zu reden. Meine Kolleginnen sind mit Ingenieuren, Geschäftsführern, Vertrieblern, Rechtsanwälten und ähnlichen Berufsgruppen verbändelt, ich selber war auch viele Jahre mit einem Mann zusammen, der sich in verschiedenen Konzernspitzen herumärgern musste - so ganz ohne Berührung zur Wirtschaftswelt sind wir dann auch nicht.

Du hast zwar damit recht, dass nicht alle so engagiert sind wie ich, aber wenn du darauf spekulierst, dass ich überaktive Berufsanfängerin bin, muss ich dich leider entäuschen : ich bin schon über 20 Jahre im Einsatz... :)

Wenn Einstellung und Umsetzung nicht passen würden, wäre ich wohl ein sehr unglücklicher Mensch. Leider ist meine derzeitige Schule eher eine mittlere Katastrophe und ich bekomme da erst Unterstüzung und Anerkennung, seit die Schulleitung gewechselt hat. Wenn man richtig von seiner Einstellung überzeugt ist, kämpft man auch mal gegen Windmühlen - und sucht sich ansonsten Gleichgesinnte auf anderen Wegen (es gibt auch Lehrer-Foren !!)

Gerade das macht ja ein Vorurteil aus : man sieht einen Trend und schneidet dann jeden Einzelnen über einen Kamm. Ich will ja überhaupt nicht behaupten, dass die Kritik an der Lehrerschaft komplett an den Haaren herbeigezogen ist.
Ich fände es nur ganz reizend, wenn der eine oder andere erstmal einen Blick auf mich wirft, bevor ich in den einen Topf geschmissen werde.
IT-Leute sind ja auch nicht ALLE Kellerkinder und Rechtsanwälte nicht ALLE Halsabschneider oder Paragraphenreiter....

Keine Sorge, über mangelnde Aufmerksamkeit kann ich nicht klagen . :)
Es hat schon einen Hintergrund, warum ich diesen Nickname gewählt habe...

Wenn du im echten Leben so nett und kommunikativ bist wie hier, wirst du sicher auch keine Probleme haben. :)

nein, ich date gerade keine lehrerin, aber es werden mir immer mal wieder lehrerinnen "vorgeschlagen" ;-).

ich glaube, dass sich berufsseitig tatsächlich nicht unbedingt gleiches mit gleichem gesinnen sollte. ich selbst meide eigentlich einen ähnlich gearteten beruf auf der weiblichen "gegenseite", weil ich auch glaube, dass es langfristig besser ist, wenn man gerade hier durchaus unterschiede hat. ich glaube, dass macht den blick auf den lebenspartner einfach anders - vielleicht abwechslungsreicher.

o.k., bei über 20 jahren habe ich nichts gesagt ;-).

es scheint fast so, als wenn du noch vor nicht allzu langer zeit fast auf verlorenem posten gekämpft hättest und erst allmählich rückendeckung bekommst. hut ab, wenn du die ganze zeit über tapfer deine eigenen ansichten vertreten hast.

du hast den punkt getroffen. wer vorurteilen breiten raum gibt, wirft eben alle in einen topf, ohne einen ECHTEN blick auf den EINZELNEN menschen zu riskieren. und das ist - vielleicht sogar - ein wenig respektlos gegenüber denen, die es dann halt trifft.

und damit wären wir eigentlich schon wieder beim kernproblem der partnersuche hier - welches absolut nicht nur etwas mit der berufswahl zu tun hat... die beliebten schubladen.

ertappt man sich nach so einigen dates nicht ab und an selbst bei den gedanken, "das habe ich doch schonmal gehört", "nicht schon wieder" oder "gibt's nicht auch noch IRGENDWIE andere"?
wir machen uns häufig ganz automatisch schon feste bilder über jemanden, ohne dafür überhaupt eine wirklich reale grundlage zu haben, außer unser sog. gefühl. und dieses kann halt auch mächtig daneben liegen. es ist halt nur so unendlich bequem, sich selbst vorzumachen, es wäre ja eh schon alles klar, also brauche ich mich hier nicht weiter bemühen und hake es/sie/ihn ab.

danke für die blumen - die reiche ich mal gleich zurück ;-).

ich mag die eine oder andere davon überzeugt haben, dass ich eben ein ganz individueller mensch und kein beruf oder studienfach bin. doch um ehrlich zu sein, komme ich mir manchmal ziemlich blöd vor, wenn mir solch ein vorurteil ganz ungeniert unter die nase gerieben wird. das kommt glücklicherweise eher selten vor, doch ich komme dann eben auch in die situation, in der ich glaube, mich irgendwie "verteidigen" zu müssen. was noch hinzukommt, ist, dass ich bei solchen fast schon ausgesprochenen vorurteilen es förmlich rieche, dass die dame gegenüber nicht den BLASSESTEN schimmer davon hat, wie meine ausbildung oder mein beruf eigentlich aussieht. und in dieser situation fühle ich mich verständlicherweise nicht gerade wohl.
 
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  • #45
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Übrigens sind meines Wissens Grundschullehrer- und lehrerinnen die einzigen Menschen, die jedes Jahr gezwungen werden Rosenmontag zu feiern ;-)
 
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  • #46
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Schreiberin:
@Weltenbummler
Danke für deine nette Reaktion - das hat mir gut getan !
Ich habe schon befürchtet, ich hätte es mit meinen Ausführungen übertrieben (doziert ??!!!), aber wenigstens einer hat es also schon mal verstanden . :)

Zu der frustrierenden Rechtfertigung : Vorurteile haben ja nun einmal den Charakter, dass sie sehr schwierig aus der Welt zu schaffen sind und oft auch sehr tief im Untergrund versteckt sind. In einer Partnerschaft finde ich es schon äußerst frustrierend, gegen ein Vorurteil ankämpfen zu müssen. Der Stempel "Besserwisserin" in Auseinandersetzungen ist schon ziemlich verletzend und auch eine Art "Torschlagargument" . Da wird dann einfach gesagt "Ich nehme dich aber so wahr !" und damit hat sich die Sache dann. Super.

Beim ganzen Nachdenken hier über das Thema ist mir noch mal klargeworden, dass jemand , der sich 10 bis 13 Jahre durch die Schule quälen musste und es eher mit schlechten Lehrern zu tun hatte, sicher absolut verständlich voreingenommen sein muss.
Mildernde Umstände, aber dann eben einfach die falsche Kombination für mich.

Nach meiner Beobachtung kommt es hier im Forum gelegentlich vor, dass zitierte Beiträge ungekürzt wiedergegeben werden. Anderswo sind derartige "Vollquotes" verpönt, doch ich gönne mir den Luxus. Du hast Deinen Nickname in der Tat sehr passend gewählt, liebe Schreiberin!

Meiner Ansicht nach bist Du von dem Vorwurf des Dozierens entlastet, solange Du Deinen Gesprächspartnern zuhörst und Ihnen Raum gewährst, was ja offensichtlich der Fall ist. Insofern musst Du Dich hoffentlich nicht mehr mit Totschlagargumenten plagen. Und wenn sich die traumatisierten Kandidaten selbst wegklicken, dann ersparen sie Dir sogar den Umgang mit ihren Vorurteilen...
 
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  • #47
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von maddib:
und damit wären wir eigentlich schon wieder beim kernproblem der partnersuche hier - welches absolut nicht nur etwas mit der berufswahl zu tun hat... die beliebten schubladen.

ertappt man sich nach so einigen dates nicht ab und an selbst bei den gedanken, "das habe ich doch schonmal gehört", "nicht schon wieder" oder "gibt's nicht auch noch IRGENDWIE andere"?
wir machen uns häufig ganz automatisch schon feste bilder über jemanden, ohne dafür überhaupt eine wirklich reale grundlage zu haben, außer unser sog. gefühl. und dieses kann halt auch mächtig daneben liegen. es ist halt nur so unendlich bequem, sich selbst vorzumachen, es wäre ja eh schon alles klar, also brauche ich mich hier nicht weiter bemühen und hake es/sie/ihn ab.

Ja, ein interessantes Thema - ich glaube, dazu mache ich mal ein neues Thema auf.


ich mag die eine oder andere davon überzeugt haben, dass ich eben ein ganz individueller mensch und kein beruf oder studienfach bin. doch um ehrlich zu sein, komme ich mir manchmal ziemlich blöd vor, wenn mir solch ein vorurteil ganz ungeniert unter die nase gerieben wird. das kommt glücklicherweise eher selten vor, doch ich komme dann eben auch in die situation, in der ich glaube, mich irgendwie "verteidigen" zu müssen. was noch hinzukommt, ist, dass ich bei solchen fast schon ausgesprochenen vorurteilen es förmlich rieche, dass die dame gegenüber nicht den BLASSESTEN schimmer davon hat, wie meine ausbildung oder mein beruf eigentlich aussieht. und in dieser situation fühle ich mich verständlicherweise nicht gerade wohl.

Willkommen im Club !! :)
 
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  • #48
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Sophia:
Übrigens sind meines Wissens Grundschullehrer- und lehrerinnen die einzigen Menschen, die jedes Jahr gezwungen werden Rosenmontag zu feiern ;-)

Zum Glück nicht ! Zumindest ist in NRW dann in vielen Gegenden schulfrei, damit die lieben Kleinen zu den großen Umzügen anreisen können.

Ich durfte schon am Freitag mit 350 Durchgeknallten im Gangnam Style durch die Turnhalle toben. :)))
 
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  • #49
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von weltenbummler:
Meiner Ansicht nach bist Du von dem Vorwurf des Dozierens entlastet, solange Du Deinen Gesprächspartnern zuhörst und Ihnen Raum gewährst, was ja offensichtlich der Fall ist.

Puuuuuuuuuuuhhhhh ..........Schwein gehabt....... ;-))
 
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  • #50
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von faraway:
Was ich zu bedenken geben möchte ist: dass die "welt"orientierten " Karriere-couples" doch oft bis zu einem sehr hohen Prozentsatz die Erziehung des Nachwuchses den Lehrern überlassen.

Das würde ich so nicht unterschreiben. Am meisten Zeit in die Erziehung stecken sicher die Mütter (und gelegentlich auch Väter), die ihrer Kinder wegen auf den einen oder anderen Karriereschritt verzichten und vielleicht sogar länger zu Hause bleiben. Doch auch die erfolgsorientierten Berufstätigen sind durchaus nicht alle gewillt, die Erziehung ihres Nachwuchses "bis zu einem hohen Prozentsatz" den Lehrerinnen und Lehrern zu überlassen. Sie wissen oft sehr genau um den Stellenwert der Bildung, forcieren diese, sorgen für musische und sportliche Ausbildung außerhalb der Schule, sind in den Gremien vertreten und bringen sich entsprechend ein (meine Lehrerfreundinnen würden vielleicht sogar sagen "mischen sich ein", denn nicht immer liegen Eltern und Lehrer in diesen Fällen auf einer Wellenlänge).

Natürlich gibt es auch die von Dir angesprochenen Ignoranten, die tatsächlich die Schule und das dort angestellte Personal für alles verantwortlich machen wollen, was ihre Kinder betrifft. Meiner Erfahrung nach rekrutieren die sich jedoch in hohem Maße aus den eher bildungsfernen Schichten. Da ich jedoch kein Lehrer bin, wäre ich für eine Stellungnahme dankbar, falls sich jemand von Euch in der Lage sieht, diese Einschätzung auf der Grundlage einer fachlich fundierten Statistik zu korrigieren.


Zitat von faraway:
Diese dann als eine skurrile Schicht zu definieren, ist nicht gerade zuträglich. Eigentlich sollte man alles tun um die Lehrer nicht zu frustrieren, sondern im Gegenteil, alles tun, dass sie mit Liebe und Freude arbeiten können, da man ihnen ja die Kinder anvertraut ....oder?

Was die Schule und die Erziehung der Kinder betrifft, gebe ich Dir vollkommen Recht. Dort ist ein gesundes Miteinander gefragt.

Doch hoffentlich missversteht nicht jemand Deinen Kommentar als Aufruf, auch hier im PS oder bei eventuellen Dates alles zu tun "um die Lehrer nicht zu frustrieren". Wenn jemand so ein Kindheitstrauma mit sich rumschleppt und darum die Lehrerinnen lieber wegklickt, dann tut er ihnen womöglich sogar noch einen Gefallen.

Dessen ungeachtet bin ich natürlich gerne bereit, mich ganz rührend um eine Lehrerin zu kümmern und ich will auch gerne "alles tun, dass sie mit Liebe und Freude arbeiten" kann. Doch dafür muss ich erst einmal die passende finden...
 
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  • #51
Bevor wir alle in Zärtlichkeiten versinken,

muss ich doch mal etwas Öl ins Feuer gießen. Was haltet Ihr von der These, dass der lange Post von Schreiberin die perfekte Antwort auf die Frage ist, warum Lehrerinnen scheint's nicht so gut ankommen?
Alles drin, wie die Lehrerin sich selbst sieht und wie sie andere Lehrer sieht. Aber so könnte das nach meiner Einschätzung JEDER Lehrer oder jede Lehrerin geschrieben haben. Fast alle halten sich für die Ausnahme, die die Regel besonders deutlich ins Licht rückt.
 
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  • #52
AW: Bevor wir alle in Zärtlichkeiten versinken,

Zitat von Julia Engel:
muss ich doch mal etwas Öl ins Feuer gießen. Was haltet Ihr von der These, dass der lange Post von Schreiberin die perfekte Antwort auf die Frage ist, warum Lehrerinnen scheint's nicht so gut ankommen?
Alles drin, wie die Lehrerin sich selbst sieht und wie sie andere Lehrer sieht. Aber so könnte das nach meiner Einschätzung JEDER Lehrer oder jede Lehrerin geschrieben haben. Fast alle halten sich für die Ausnahme, die die Regel besonders deutlich ins Licht rückt.

:))))))
Du hast so recht, dass ich hier sitze und mich kaputtlache.
Was soll ich auch anders tun ?
Ich kann ja keinen zwingen mir zu glauben.

Das ist wohl wie mit den Profilschwindlern, die als wichtigste gesuchte Eigenschaft "Treue" aufschreiben und selber ein entfernter Cousin von Casanova sind.... :)
 
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  • #53
AW: Bevor wir alle in Zärtlichkeiten versinken,

Zitat von Julia Engel:
muss ich doch mal etwas Öl ins Feuer gießen. Was haltet Ihr von der These, dass der lange Post von Schreiberin die perfekte Antwort auf die Frage ist, warum Lehrerinnen scheint's nicht so gut ankommen?

Gar nicht verkehrt, würde ich sagen, liebe Julia. Es mag Leute geben, die sich von einem Beitrag schon allein seiner Länge wegen abgeschreckt fühlen. Sie ignorieren lange Texte per se, andere schauen kurz drüber und lesen bei Gefallen weiter, wieder andere vermeiden es am liebsten, überhaupt in die Nähe dieser Texte zu gelangen. Doch das macht sich gewiss nicht nur an der Länge fest - wie Du ja auch schreibst:

Zitat von Julia Engel:
Alles drin, wie die Lehrerin sich selbst sieht und wie sie andere Lehrer sieht. Aber so könnte das nach meiner Einschätzung JEDER Lehrer oder jede Lehrerin geschrieben haben.

Da ich meine Abneigung einem bestimmten Typ von Lehrerinnen gegenüber, die mich durch 12 lange Schuljahre begleitet hat, dank einiger wundervoller Begegnungen im Erwachsenenalter "aufgearbeitet" und sie als Erinnerung in das Reich der Kindheit und Jugend "einsortiert" habe, kann ich die von Dir beschriebene Einschätzung teilen, ohne sie jedoch mit einer Wertung zu verbinden. Im Gegenteil, die Beiträge von Schreiberin schätze ich beispielsweise sehr - was beileibe nicht auf alle "langen Texte" zutrifft. Bei manchen Autoren denke ich mir: 'TMI' und blättere schnell weiter. Doch ich vermute, dass diese Autoren vornehmlich anderen Berufsgruppen entstammen. Lehrer können im Allgemeinen ganz eingängig formulieren und haben gelernt darauf zu achten, einen Gedanken zu Ende zu bringen.

Doch natürlich gibt es eine gewisse déformation professionelle, die Lehrerinnen und Lehrer leichter ins Dozieren fallen lässt als andere. Des Weiteren sind sie meines Erachtens viel zu oft auf sich allein gestellt, haben selten Gelegenheit, wirklich im Team zu arbeiten. Sie sind zwar ständig unter Menschen, doch oft fehlt ihnen ein Stück soziale Kontrolle. Sie bewerten ständig, wollen jedoch nicht bewertet werden, weil sie's nicht kennen und Angst vor schlechten Noten haben. Drum werden zarte Ansätze zur Teamarbeit, so sie vorhanden sind, selten genutzt. Grundschullehrerinnen bilden da die rühmliche Ausnahme.

Apropos:
Zitat von Julia Engel:
Fast alle halten sich für die Ausnahme, die die Regel besonders deutlich ins Licht rückt.

Man mag den Lehrerinnen und Lehrern - mit Recht - vorwerfen, sich für "die Ausnahme" zu halten. Besonders, wenn es um den Stellenwert ihres Fachs geht, sind sie in der Lage, sich ellenlang und durchaus scheuklappenbewehrt darüber zu verbreiten, warum gerade das Schulfach Mathematik, Deutsch, Englisch, so existenziell für das Überleben der Menschheit sei. Das scheint Gegenstand eines Grundkurses im Ersten Semester zu sein. Selbst Musiklehrer können dies hervorragend... Doch das gehört eigentlich auch schon wieder in die Schublade "Kindheitserinnerungen"; heute zählt es für mich zur Folklore.
 
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  • #54
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

@weltenbummler

Dein Kommentar (Nr. 49) find ich gut.
Bestens auf den Punkt gebracht wie es viele mit der Erziehung / Bildung ihrer Kinder sehen, die ich so kenne.
 
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  • #55
AW: Bevor wir alle in Zärtlichkeiten versinken,

Zitat von Schreiberin:
:))))))
Du hast so recht, dass ich hier sitze und mich kaputtlache.
Was soll ich auch anders tun ?
Ich kann ja keinen zwingen mir zu glauben.

Wenn ich Frau Engel richtig verstehe, glaubt sie dir ja gerade. Das ist ja der Witz.
 
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  • #56
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von anaj:
Bestens auf den Punkt gebracht wie es viele mit der Erziehung / Bildung ihrer Kinder sehen, die ich so kenne.

Hab vielen Dank, liebe anaj, für Dein positives Feedback. Ich nehme um Deines guten Leumunds willen mal an, dass die "vielen", die Du "so kennst", zu den ersten beiden Gruppen gehören, die ich in meinem Beitrag unterschieden habe (also Leute sind, die sich entweder für's Daheimbleiben und Erziehen entschieden haben oder die sich trotz ernsthafter Karriereambitionen für die Bildung ihrer Kinder engagieren). Obwohl es natürlich kein Makel ist, auch Menschen aus der dritten Gruppe zu kennen (dort hatte ich diejenigen einsortiert, die sich von Schule und Bildung eher fernhalten - im doppelten Wortsinne). Mir ist auch klar, das ich mit dieser These Gefahr laufe, als unsozial zu gelten. Doch indem ich konstatiere, dass sich bestimmte Schichten recht wenig für die schulischen Belange ihrer Kinder interessieren, will ich niemandem das Recht absprechen, sich als gutes Gegenbeispiel zu etablieren. Ein paar habe ich schon getroffen...

Mehr noch: Meine Hochachtung gilt denjenigen, die sich trotz mangelnder Unterstützung aus den Elternhäusern tagtäglich durch großes, unvoreingenommenes Engagement um Chancen für die Kleinsten und Schwächsten bemühen. Da es sich bei diesen Schutzengeln in der Mehrzahl um Lehrerinnen handelt, habe ich es noch gerade so geschafft, wieder "on topic" zu schreiben.
 
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  • #57
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von weltenbummler:
Natürlich gibt es auch die von Dir angesprochenen Ignoranten, die tatsächlich die Schule und das dort angestellte Personal für alles verantwortlich machen wollen, was ihre Kinder betrifft. Meiner Erfahrung nach rekrutieren die sich jedoch in hohem Maße aus den eher bildungsfernen Schichten. Da ich jedoch kein Lehrer bin, wäre ich für eine Stellungnahme dankbar, falls sich jemand von Euch in der Lage sieht, diese Einschätzung auf der Grundlage einer fachlich fundierten Statistik zu korrigieren.

Huijuijui - da kommt ja schon das nächste Vorurteil um die Ecke geschlappt ! :)
Natürlich kann ich nicht mit einer Statistik aufwarten, sondern deinem subjektiven Eindruck nur meine subjektiven Erfahrungen gegenüberstellen.

Wir sagen immer : Hat das Kind Schulerfolg, liegt es an den tollen Eltern mit ihrer tollen Erziehung und den tollen Genen - hat das Kind keinen Erfolg, liegt`s an den blöden Lehrern.
Ist doch ganz einfach, oder ? :))

Vielleicht ist es ungewöhnlich, aber meine Schreckenseltern sitzen eher in der oberen Mittelschicht : aufstrebend, Haus gebaut, beide überarbeitet, Kind gestresst zwischen Ballett, Tennis und Musikschule und WEHE UNSERE SARAH-MARIE hat eine Teilleistungsstörung !!!!! - Das kann einfach nur an der Schule liegen !!! Da wird gekämpft bis hoch zum Kultusministerium !! :))
 
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AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Schreiberin:
:))))))

Na, du Herzchenwerfer - du willst es heute aber wirklich wissen, was ? :))

Jaaaaaa :D

Achsooooo, ich muss meinem Ruf gerecht werden:


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;)
 
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AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von weltenbummler:
Das würde ich so nicht unterschreiben. Am meisten Zeit in die Erziehung stecken sicher die Mütter (und gelegentlich auch Väter), die ihrer Kinder wegen auf den einen oder anderen Karriereschritt verzichten und vielleicht sogar länger zu Hause bleiben. Doch auch die erfolgsorientierten Berufstätigen sind durchaus nicht alle gewillt, die Erziehung ihres Nachwuchses "bis zu einem hohen Prozentsatz" den Lehrerinnen und Lehrern zu überlassen. Sie wissen oft sehr genau um den Stellenwert der Bildung, forcieren diese, sorgen für musische und sportliche Ausbildung außerhalb der Schule, sind in den Gremien vertreten und bringen sich entsprechend ein (meine Lehrerfreundinnen würden vielleicht sogar sagen "mischen sich ein", denn nicht immer liegen Eltern und Lehrer in diesen Fällen auf einer Wellenlänge).

Natürlich gibt es auch die von Dir angesprochenen Ignoranten, die tatsächlich die Schule und das dort angestellte Personal für alles verantwortlich machen wollen, was ihre Kinder betrifft. Meiner Erfahrung nach rekrutieren die sich jedoch in hohem Maße aus den eher bildungsfernen Schichten. Da ich jedoch kein Lehrer bin, wäre ich für eine Stellungnahme dankbar, falls sich jemand von Euch in der Lage sieht, diese Einschätzung auf der Grundlage einer fachlich fundierten Statistik zu korrigieren.

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Ich will keinen engagierten Eltern unterstellen, sich nicht um die Erziehung zu kümmern. Pauschalverurteilungen finde ich nicht adäquat. Aber wir schicken die Kinder dann noch ausserschulisch zu weiteren Lehrern, "weil wir das Beste wollen" (und vielleicht auch nicht ganz soviel Zeit). Deshalb finde ich eine Pauschalverurteilung der Lehrenden eben wiederum auch nicht gut.
Oder gilt diese nur den Schullehrern?
Weiters denke ich, dass es besonders leicht ist, gerade für diesen Beruf ein "weird cliché" zu fabrizieren, weil wir eben alle "traumatische" Erfahrungen mit Lehrern hatten/haben... ein sehr "dankbarer" Beruf diesbezüglich. Alle können wir uns als "Opfer des Lehrers" wiedererkennen. Also es funktioniert.
Die Unterhaltungsbranche hat das ja auch erkannt und schürt seit ewigen Zeiten brav mit.
Ich will damit nicht sagen, dass es aus historischer Sicht da nicht auch wirklich Krasses gegeben hätte (und sicher auch heute noch Krasses gibt), ich habe selber unter einigen "Lehrern" sehr gelitten - ich bin sozusagen "des Teufels Advokat", aber diese Rolle mag ich irgendwie.
Es würde mich interessieren, welche anderen Berufe noch so eine richtige no go - Wertigkeit besitzen.
Stewardess und Krankenschwester sind ja angeblich nach wie vor Top-highlights bei Frauenberuf.... seit 50? Jahren?
Wie sieht es bei männlichen Berufen aus?
Welcher ist der meistgehasste Männerberuf?
Der beleibteste? (hoffentlich nicht Pilot und Arzt .- )))
Und haben männliche Lehrer auch so eine no go Barriere wie die Lehrerinnen?
 
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  • #60
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von faraway:
Ich will keinen engagierten Eltern unterstellen, sich nicht um die Erziehung zu kümmern. Pauschalverurteilungen finde ich nicht adäquat. Aber wir schicken die Kinder dann noch ausserschulisch zu weiteren Lehrern, "weil wir das Beste wollen" (und vielleicht auch nicht ganz soviel Zeit). Deshalb finde ich eine Pauschalverurteilung der Lehrenden eben wiederum auch nicht gut.

Ich gehe jetzt nur von mir aus und von den Erfahrungen, die ich in meinem Umfeld gemacht habe. Die meisten meiner Freunde gingen gern zur Schule und fuehlten sich nicht als Opfer von Lehrern. Ich behaupte, dass diese Gruppe den Lehrern/innen gegenueber ziemlich unbelastet war, einige sind zu Uni-Zeiten auch mit angehenden Lehrern/innen zusammen gewesen.

Bei einigen kann man, seitdem ihr Nachwuchs in die Schule kam, eine zunehmende negative Einstellung den Lehrenden gegenueber festmachen. (Das ist wirklich engagierten Lehrern/innen gegenueber natuerlich nicht fair.)
Es ist besonders interessant zu beobachten, dass gerade die Freunde besonders oft und stark pauschalisieren, die besonders unzufrieden mit dem jeweiligen Schulsystem in ihrem Bundesland sind. Denn einige haben das (vielleicht berechtigte?) Gefuehl, dass das Schulsystem durch gewisse Reformen der letzten Jahre einen enormen Rueckschritt gemacht haben.

Vielleicht sind die Erfahrungen, die man als Erwachsener mit Lehrern/innen macht, viel praegedner als die eigenen Schulerfahrungen....