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Mary

  • #61
hi,

ein "ich will so bleiben wie ich bin" kann man einerseits als etwas sehr positives betrachten und das ist es bis zu einem gewissen ausmaß auch

andererseits könnte eine zu fatale haltung "ich bin so wie ich bin und wenn dir das nicht passt, kann ich dir auch nicht helfen " um es mal ein wenig überspitzt zu formulieren auch mit ein bissl skepsis betrachten. wenn diese haltung dazu führt, sich andere meinungen, eindrücke oder sichtweisen nichtmal mehr anzuhören, oder beleidigt vom tisch zu wischen, kann man daraus auch etwas weniger positives ableiten. z.B. wenn man sich fragt, wie so jemand dann in einer beziehung mit meinungsverschiedenheiten oder unterschiedlichen betrachtungsweisen (die 100% mal kommen) umgeht.

das selbst- und fremdbild niemals 100%ig übereinstimmen ist wohl eine nicht zu leugnende tatsache. und sich in der mitte des lebens damit nicht mehr auseinandersetzen zu wollen (nach dem motto: ich bin fertig, ich weiß schon alles von mir und exakt so wie ich bin bleibe ich auch) halte ich jedenfalls für keine gute idee.

ich denke sich und seine außenwirkung manchmal zu hinterfragen, oder - vielleicht muß man soweit gar nicht gehen - sich seiner außenwirkung bewußt zu werden, kann nicht schaden. auch wenn es viele außenwirkungen gibt und sich auch da keine 2 personen finden werden, die exakt das selbe sehen. sich damit auseinanderzusetzen heißt ja auch gar nicht unbedingt, dass man deswegen was an sich ändern muß. man kann auch zu dem schluss kommen, dass man "trotzdem so bleiben will, wie man ist" aber wie kann man das entscheiden, wenn man sich einer wirkung gar nicht mehr bewußt ist?

jetzt kann man - bezogen auf die dating situationen - natürlich sagen, ich date so lange durchs parship-universum, bis mir einer begegnet, der mein selbstbild 100% bestätigt und alle anderen sollen mir gefälligst gestohlen bleiben. (was jedoch wohl nie so der fall sein wird, denn der andere sieht zwar etwas, was ihm gefällt, aber es ist immer noch sein fremdbild) oder man nutzt diese phase dazu, nicht nur andere sondern auch sich selbst ein bisschen besser kennenzulernen. das man mit um die 40 damit bereits "fertig" ist, wage ich wie gesagt zu bezweifeln.

daher würde mich feedback immer interessieren. nur dann hab ich die möglichkeit überhaupt erst zu entscheiden, wie ich das finde. mehr als dass ich es am ende doch wieder vom tisch fege, kann meiner meinung nach nicht passieren.

in diesem sinne wünsche ich auch spannende dates mit sich selbst ;-))

lg
mary
 
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  • #62
jep, da hat sie dochmal recht, die mary. :)
wenn in einem profil zu sehr betont wird, daß da jemand er selbst bleiben will, empfinde ich das als labilität seines ichs. er hat schnell angst, sich zu verlieren.
oft sind es leute, die lange das problem hatten, es andere recht zu machen, bis man ihnen gesagt hat, sie müßten es anderen nicht recht machen. diese erlaubnis haben sie verinnerlicht und sie hat auch eine befreiende wirkung auf sie, andererseits hat sie sie ins gegenteilige extrem des unflexiblen und irgendwie nur scheinbar selbstbewußt und geschäftsmäßig vorgetragenen "take it or leave it" befördert.
das system so einer partnerbörse unterstützt dieses extrem. hat erst mal jemand angebissen, kommt es darauf an, kompromißbereitschaft und flexibilität wieder zu lernen.
besser, man übt da schon etwas vorher!
 
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  • #63
@mil: "objektive gründe für subjektive einschätzungen?"

Nein, anders. Es gibt halt Dinge, die ich nicht ändern kann, sozusagen objektive Gegebenheiten. Der andere hat solche Seiten mit Sicherheit auch. Wenn die sich gegenseitig im Wege stehen, geht's halt nicht bzw. der Aufwand oder das Risiko wäre so unverhältnismäßig hoch, dass es klüger ist, sich jemand passenderen zu suchen.

Ein Beispiel wäre, wenn eine Frau noch Kinder von mir haben wollte. Aus verhütungsmethodischen Gründen kann ich ihr diesen Wunsch aber nicht erfüllen. Wenn die Frau das als Negativpunkt bewertet, kann ich das erstens verstehen und wäre zweitens nicht beleidigt. – Etwas anderes wäre es, wenn die Frau gar keine Kinder wollte und ich den Negativpunkt nur dafür kassieren würde, weil "ein sterilisierter Mann kein richtiger Mann mehr ist" oder irgendsowas.
 
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  • #64
andre: eben, und in beiden fällen sollte es doch kein problem sein, den grund zu erfahren.
ist in beiden fällen zwar nicht wahnsinnig interessant, aber in einem beruhigt es einen (so wie hier frauen oft beruhigt werden wollen dadurch, daß sie klipp und klar gesagt bekommen, daß sie nicht infrage kommen), im anderen tut es nicht weh, sondern befreit dich zusätzlich, weil du so eine frau ohnehin blöd findest.
 
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  • #65
@Fenster_zum_Hof: Verstehe. Nur, wir sprachen ja über Gründe, die zum Beenden eines Kontaktes geführt haben. Wenn mir da jemand sagen würde, er beende es, weil ich etwas zu vorsichtig war, dann will ich das eigentlich gar nicht wissen. Das ist kein konstruktiver Umgang und riecht recht penetrant nach Vorwand. Es interessierte mich nur dann, wenn es weitergeht, der andere also gemerkt hat, dass ich zurückhaltender war, und sich denken kann, dass ich auch anders kann bzw. mehr dahintersteckt (stille Wasser usw.). Dann habe ich eine gute Möglichkeit, was draus zu machen, indem ich dem anderen dann Klarheit verschaffe.

Gut, man könnte ja sagen: auch wenn damit "unkonstruktiv" umgegangen wurde, hab ich wenigstens was fürs nächste Mal gelernt. Kann sein, kann aber ach nicht sein, denn vielleicht kann eine gewisse anfängliche Zurückhaltung durchaus positive Effekte haben.

Und der blanke Umstand, *dass* ich zurückhaltender war als es eigentlich in mir aussah, der ist mir ja selber am besten bekannt, auf den muss man mich nicht erst hinweisen.

Wie gesagt, ich hab deine Geschichte schon verstanden, wollte aber nur mit dem Gegenbeispiel darauf hinweisen, dass man weder deine noch meine Geschichte verallgemeinern kann – woraus folgt, dass man sich diesbezügliche Ratschläge nicht pauschal zu Herzen nehmen muss.
 
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  • #66
@Mary: ich habe dazu eine ganz klare ;-) Sowohl-als-auch-Haltung. Es gibt Dinge, die nenne ich die "unverhandelbaren Dinge". Dies sind z. B. Wesenszüge von mir, die mich grundlegend ausmachen. Dann gibt es noch die "verhandelbaren" Dinge, also z. B. das, was mit Lernen zu tun hat, mit Weiterentwicklung durch ständiges Hinzuerwerben von Wissen und Erfahrungen. –*Es gibt dann noch ein paar Grenzfälle, wo es mich entweder übermenschliche Kräfte kosten würde oder erst eine ganz besondere Situation eintreten müsste, um es in Erwägung ziehen zu können. Ob diese Sache am Ende "verhandelbar" ist oder nicht, muss sich dann erst im Laufe der Zeit herausstellen, da kann ich also noch nichts versprechen und würde die Sache am Anfang erstmal auf "unverhandelbar" setzen.
 
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  • #67
Wahnsinn, wird hier ja richtig philosophisch ;-).

Hhmm, also es gibt in dieser Diskussion immer noch einen Punkt, der mir bisher einfach zu wenig bedacht wurde.
Wenn ich mir unbedingt eine Begründung für einen Korb abholen will, so ist das schonmal eine fordernde Haltung des Gekorbten - also eine recht Ich-bezogene Haltung. "Ich will, dass Du mir eine Begründung gibst - also erkläre Dich". Was für eine Wirkung hat solch eine Anfrage möglicherweise - oder gar vielleicht in der Regel - auf den Gefragten, der den Frager ja nicht wirklich kennt - nach einem ersten Date?
Ich behaupte immer noch, dass solche Anfragen eher selten vorkommen, nehme deshalb an, dass der Gefragte zunächst überrascht ob dieser Bitte sein wird. Er möchte vielleicht sogar ehrlich, aber nicht verletzend antworten. Also ist die Offenheit schonmal eingeschränkt. Die Wahrscheinlichkeit von Verlegenheitsantworten steigt. Allein mit seiner Anfrage hat der Frager den Gefragten hier bereits in eine unangenehme Situation gebracht, aus der er schnellstmöglich entfliehen will. Ich denke, dieses ist ein ganz normales und verständliches Verhalten. Sicher, es gibt bestimmt auch Ausnahmen, in denen vermeintlich ganz offen und ehrlich gesprochen wird - aber ich behaupte jetzt einfach mal - es bleiben Ausnahmen.

Ich kann den Wunsch nach mehr Selbsterkenntnis wirklich nachvollziehen, aber ist das erste Date hierfür WIRKLICH der geeignete Kontext? Das "Gefallen" an einem anderen Menschen, was man mit einem Date ja irgendwie testet, dürfte wohl hauptsächlich Bauch- also Emotions getrieben - also MAXIMAL subjektiv sein. Platt ausgedrückt, frage ich "Warum bin ich nichts für Dich?". Es geht hierbei ja eben nicht um eine "offene Diskussion" über ein "frei gewähltes" sachliches Thema, zu dem Meinungen, Für-und-Wider, unterschiedliche Perspektiven etc. ausgetauscht werden. Es geht darum, dass sich zwei wildfremde Menschen kurz treffen und anschließend - "ohne Zukunft" - wieder auseinandergehen. Hier sind so viele Emotionen im Spiel, dass man eine sinnvolle "Diskussion" doch gar nicht erwarten KANN. Die Erwartungshaltung des Fragenden, er könne durch solch eine Aktion weitere Selbsterkenntnis erlangen - halte ich in diesem Kontext für weit überzogen - Bewunderung trotzdem all denen gegenüber, die hieraus wirklich nützliche Schlüsse für sich ziehen.

Meine eigene Sicht - ich erspare mir ein Nachfragen nicht aus Selbstschutz, sondern, weil ich den anderen nicht in Verlegenheit bringen möchte und ich auch einfach keine wesentlich erhellenden Einblicke erwarte. Ein Date ist meiner Meinung nach auch keine geeignete Methode zur Selbstfindung, sondern zur "Fremdfindung" ;-).

Das ist natürlich eine zutiefst subjektive Meinung ;-).
 
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  • #68
jedes gespräch ist voller erwartungen und forderungen in diesem sinne: wenn ich was sage, gehe ich in der regel davon aus, daß mein gegenüber nicht einfach schweigt, sondern was erwidert. ich schuft, ihn so in die enge zu treiben!

man sollte das wirklich den zahllosen threads "ich versteh das nicht, der mann rührt sich nicht nach dem treffen" gegenüberstellen.

wie edel die menschen hier sind!
 
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  • #69
Herrjeh, das geht hier ja alles so schnell :cool:.

@mil
Also - zu einem Date haben sich BEIDE committet, zu einer "Nachbetrachtung" NICHT. Die Nachbetrachtung forderst Du selbst - ALLEINE - ein.
Deshalb nochmal die direkte Frage an Dich... Kannst Du Dir vorstellen, wie sehr Du jemanden in Verlegenheit bringen kannst, indem Du ihn fragst, wieso er mit Dir nicht so recht etwas anzufangen weiß? Wäre es das Wert? Du kennst den Menschen nicht.
 
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  • #70
ich fordere gerne was von menschen, ja. wer so drauf ist, daß es für ihn zu viel verlangt wäre, nach einigen wortreichen emails und einem wortreichen treffen auch mal ein paar worte der nachbetrachtung zu sagen, den hätte ich entweder nicht kennengelernt, oder ich würde ihn ohne mit der wimper zu zucken fragen, ja.
ich bin so dreist davon auszugehen, daß ich es mit erwachsenen menschen zu tun habe. und wer solche probleme hat, daß es für ihn ganz ganz ganz schlimm wäre, gefragt zu werden, was er denn so meine, also mit einer solchen frage gar nicht umgehen kann, weil es ihm furchtbar unangenehm wäre, sie zu beantworten, und noch furchtbarer, sie nicht zu beantworten, sodaß ihm nur bliebe, sich aus dem fenster zu stürzen, der sollte dies aus selbstschutz wirklich in sein profil schreiben.
 
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  • #71
@ André: naja, in der Tat wäre der Grund "Du warst mir zu vorsichtig" nicht triftig/stark oder was auch immer genug, um wirklich einen Kontakt zu beenden. Wobei genau das natürlich ein sinnvolles Feedback ist, für jemanden wie mich, der sich eben lieber vorsichtig gibt, weil er fürchtet, anderen sonst zu nah auf die Pelle zu rücken. Ich bekam dieses Feedback übrigens auch nicht als Begründung für "Ich will dich nicht wiedersehen", sondern in der Tat im Rahmen von Bekanntschaften, die dann weiter gingen.

@ Maddib: ja klar: ein Date ist immer nur ein kurzer Moment, an dem sich zwei Menschen begegnen. Man kann dabei vom Gegenüber keine umfassende Psychoanalyse der eigenen Persönlichkeit erwarten. Das muss aber ja auch nicht sein.
Selbstreflektion beginnt ja auch bei punktuellen Feedbacks auf kurze Begegnungen und einzelne Verhaltensweisen.

Somit ist ein Date nicht nur toll, um einen potentiellen Partner kennenzulernen, sondern auch eine prima Gelegenheit, etwas über sich selbst zu erfahren.... :)
 
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  • #72
@mil
Ich sehe schon, Deine Wortwahl wird extremer ;-). Ich locke Menschen manchmal gerne aus der Reserve ;-).
Also, zunächst haben Dir die betroffenen Menschen ja bereits offensichtlich einen Korb nahegelegt. Du musst sie also nicht noch weiter kennenlernen ;-).

Dein letzter Absatz liest sich etwas schwarzweiß ;-). Auch (psychisch gesunde und stabile) erwachsene Menschen haben eine eigene Persönlichkeit ;-). Verlegenheit in solch einer Situation finde ich wirklich nicht "problematisch" oder unüblich. Ist auch etwa von Schüchternheit deutlich zu trennen. Beides kann im übrigen recht sympathische Züge haben ;-).

Hhmm, kennst Du das Gefühl von Verlegenheit? Es ist durchaus weit verbreitet, auch bei Erwachsenen und stellt im allgemeinen keine Charakterschwäche dar ;-).

Kannst Du ehrlich respektieren, wenn die Gefragte Dir freundlich mitteilt, dass sie sich nicht äußern möchte? Jeder hat doch das Recht, die Aussage zu verweigern, oder? ;-). Wie gehst Du damit um?

In manchen Situation ist es meiner Meinung nach angebracht, sich selbst etwas zurückzunehmen und Rücksicht auf andere zu nehmen. Ich will mich niemandem aufdrängen.

Aber - wenn Dein Vorgehen einvernehmlich akzeptiert wird und gut funktioniert, ist es doch o.k. für Dich. Dann hast Du damit ja auch kein Problem. Ich weiß nur, ich hätte damit ein eines, sowohl als Frager als auch als Gefragter. Die Menschen sind halt verschieden ;-)
 
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  • #73
es ist die frage, wie man mit seiner eigenen verlegenheit umgeht.
mitteilen, daß er sich nicht äußern möchte, kein der gefragte nur, nachdem er gefragt wurde. du erinnerst dich, daß du schon gegen das fragen argumentieren wolltest?
wenn jemand, den ich noch nciht so gut kenne und der mir noch nicht besonders wichtig ist, stumm, trotzig oder sonstwas ist, gehe ich meist so damit um, daß ich nicht mehr viel mit ihm zu tun haben werde.
ich weiß, daß mancher darauf steht. ich nicht.
rücksicht ist ein sensibles gut. viele, die sich zugute halten, besonders rücksichtsvoll zu sein, sind tatsächlich eher ängstliche, mutlose dampfwalzen. "rücksicht" ist häufig ja sehr bequem. "ich will mich ja niemandem aufdrängen" ist oft eine sehr aufdringliche message.
 
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Mary

  • #74
mein toter ist soeben wieder auferstanden ... ;-)
 
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  • #75
Jesus is alive!
 
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