Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Beiträge
4.669
Likes
357
  • #47
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ich hab gerade keine Statistiken parat, die mich darüber informieren würden, ob es unter den BDSM-Männern mehr männliche Subs oder Doms gibt und wie das bei den Frauen aussieht.
Ich weiß auch nicht, zu welchen Anteilen entsprechende sexuelle Vorlieben genetisch disponiert sind und zu welchem frühkindlich erworben und zu welchem noch später herausgebildet und zu welchem Experimentierlust oder sonstiges. Ich nehme mal an, daß es da alle möglichen Varianten und Mischungen gibt.

Topmanager, der im Sex mal die Kontrolle abgeben will, oder der so sehr das Sagen hat, daß er auch mal beherrscht werden will, oder der sich sonst so a.schig verhalten muß, daß er zum Ausgleich dafür mal ordentlich erniedrigt werden will - leuchtet ja völlig ein und ist auch medial gut vertreten. Kann man natürlich problemlos auf weibliche Führungskräfte übertragen. Oder auf die "starken" Frauen. Oder auch auf die sogenannten "emanzipierten" Frauen, was auch immer damit in solchem Kontext gemeint ist (meist ja von eher Uninformierten eher als Schimpfwort gebraucht). Paßt dann so wie die Intellektuelle, die einem Proll hörig wird oder so.
Wenn einem die Richtung (Machtvoller will auch mal Machtlosigkeit erleben) einleuchtet, dann müßte einem auch die entgegengesetzte einleuchten: Machtloser will auch mal Macht erleben und spielt deswegen den Dom, jemand, der sonst seinem Partner in vielen Bereichen unterlegen wäre, konzentriert sich auf den Sex als Möglichkeit, ihm auch mal das Wasser reichen zu können, also emanzipiert zu wirken.
Aber ich hab so das Gefühl, daß manche zwar gerne die erste Interpretationsschiene fahren (Topmanager, Emanze unterwerfen sich, als Korrektiv zu ihrem üblichen Stand), aber nicht so gern die zweite (schwacher, angstbehafteter Mensch stilisiert sich zum Dom hoch, als Korrektiv zu seinem üblichen Stand).
Wie auch immer, beides ist was anderes als aus der füsseküssenden Frau zu schließen, das Wesen der Frauen bestehe aus Unterwerfen, und ne Stunde später, aus dem stiefelleckenden Mann zu schließen, das Wesen des Mannes bestehe darin, Loser zu sein. :)
 
A

Alice_geloescht

  • #48
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ich hatte mal ne kurze Affaire mit jemandem, der auf SM stand (er wollte dominant sein). Ich hab mich ein Stück weit für ein paar Wochen interessehalber drauf eingelassen. Bei ihm war es so, dass er überhaupt nicht anders als in diesem Schema Sex haben konnte. Auf mich hatte das den Effekt, dass es mich erotisch vollkommen abkühlte - ihm gegenüber insgesamt. Der Hauptgrund für mich lag darin, dass ich es völlig stereotyp fand, dieses Rollending. Ich fand das albern und somit maximal unerotisch. Diese Klischees - von den Gesten, über die Blicke bis zum Vokabular. Total platt irgendwie. So wie Teelichter, rote Rosen, Diamantringe und Muscheln als Sinnbild für Romantik. Total abgegriffen. Durch das Bedienen der Stereotype wurde es beim Sex auch nie persönlich, denn es wurde ja auf ein "Programm" zurückgegriffen. Ich fand das irgendwie verklemmt. So als traute er sich nicht als Persönlichkeit zu offenbaren (Stichwort Hingabe), sondern versteckte sich hinter abgenutzten Bildern. Ist wie Sex betrunken. Man versteckt sich hinter dem Rausch oder dem Bild. Wirklich "nackt machen" kann man sich m.E. beim Sex nur, wenn man sich traut wirklich persönlich zu werden. Das ist mit jedem Partner und mit jedem Mal anders. Und schließt Stereotype m.E. aus. BDSM fand ich somit totlangweilig.
 
Beiträge
31
Likes
1
  • #49
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

So als traute er sich nicht als Persönlichkeit zu offenbaren (Stichwort Hingabe )

Ich glaube, dass sich viele dies wirklich nicht trauen.

Und mir fehlt auch der Glaube, dass Menschen, die in einer liebevollen und intakten Familie aufgewachsen sind, ein gutes Verhältnis zu sich selbst haben und einen unverkrampften Umgang mit Frauen / Männern pflegen, im Erwachsenenalter Gefallen an BDSM-Praktiken finden.

Ich selbst habe mit meinen Partnern deren Neigungen nicht ausgelebt. Jedenfalls nicht in extremer Form.

Mir wäre das alles viel zu gekünstelt. Und wenn dazu noch einer schlechte Schauspielerqualitäten hat, müsste ich mich zusammennehmen, um nicht laut in Gelächter auszubrechen.
 
Beiträge
4.669
Likes
357
  • #50
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von faraway:
@Heike
wenn ich recht verstehe: du distanzierst dich trotz Unvoreingenommenheit von einem männlich-weiblichen Urgrundmuster, das in der von Ingenieur beschriebenen Weise sozusagen "gesetzmässig" verwirklicht wird.
Damit nicht gleich stumpf bloße Meinungen aufeinandertreffen, gucke ich ja oft, wie was begründet wird. Wenn jemand das Vorliegen einer Lust bei einer "emanzipierten" Frau, sexuell devot zu sein, als Zeichen dafür interpretiert, daß diese Frau der Unnatürlichkeit ihres sonstigen Auftretens und Status' innewird und in diesen Stunden des Sexes sich endlich mal erlauben darf, ihre eigentliche Bestimmung auszuleben und ihr Wesen zu erfüllen, dann frag ich einfach: und wie ist das mit stiefelleckenden Managern? :)
Wenn darauf keine Antwort bekommt, weiß ich schon mal was.

Die grossbrüstige und breithüftige weibliche Ur"gottheit" würde ich nicht wirklich als devot beschreiben, z.B. ich sehe sie als powerful. merciless and mercifull, gebend nd nehmend; creating and destroying.
Und das männliche Dominanzsyndrom könnte durchaus auch okkulte ängstliche Ursachen haben.
Weibliche Urgottheiten kann auch ich mir auch eher weniger als devot vorstellen. Und es gibt ja genug so kulturnarrative Ansätze, die die ganze Natur und Zivilisation als Resultat männlicher Emanzipation gegen das Urweibliche sehen. Alles aus Angst und Emanzipation geschaffen. Sozusagen die ältere Emanzipation; alle heutigen Männer somit: Emanzen! :) Naja, kennt so mancher vielleicht auch heute noch, in bezug auf die eigene Mutter. Wobei immer die Möglichkeit besteht zu leugnen, daß die auch eine Frau ist. Is ja die Mudda.
Da ist viel Raum für Spekulation. Und ich weiß nicht, ob das hier so seinen rechten Ort hat. Kann man aber natürlich mal so erzählen. Und wenn das einigermaßen in wissender Heiterkeit stattfindet, spüre ich eine andere Atmosphäre, als wenn ich den Eindruck habe, jemand müsse sich seine sexuellen Vorlieben schön saufen, und das auch noch ernst meint.

Hingabe kann ja auch anders ausgelebt werden. Man kann sich auch hingeben um dem anderen seine Angst zu nehmen. und ihm gleichzeitig eine Schutzfunktion zusprechen. und damit etwas gegen die eigene Angst tun. It ain't easy. Wir sind alle stark und schwach - genderunabhängig.
Wie bewusst, extrem oder mild - man das auslebt?
Hauptsache bewusst, letztlich.
Das mit der Hingabe find ich auch spannend. Welche Arten es da gibt.
Und wo nun die Macht ist, oben oder unten, und welcher art jeweils - dazu gabs ja schon letzt in anderen Threads Überlegungen, ohne starken Bezug zu Sexpraktiken.
Und unter BDSMlern gibts ja so ein berüchtigtes "topping from the bottom". Das mögen die meisten Doms eigentlich nicht so gerne. :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
20
Likes
1
  • #51
AW: @ Dreamerin

Zitat von Ingenieur:
Ich war 2 Jahre mit einer Dame liiert, die im Beruf tüchtig und ehrgeizig war, im partnerschaftlichen Alltag eine Emanze, die mir mit ihrem dauernden "nur weil ich ein Frau bin ...." oft sehr auf die Nerven ging.

Warum habe ich das zwei Jahre hingenommen? Weil sie beim Sex wunderbar devot und masochistisch war. Dazu noch sehr phantasievoll und eine begnadete Hobbyschauspielerin, die zB einen Abend lang eine prüde Schweizerin spielte, tags darauf eine italienische Mama, eine elegent-verführerische Französin usw. Und als Standardprogramm die Sexsklavin.

Ist schon witzig, wenn eine Frau in der Küche verbissen darum kämpft, einen(!) Teller weniger abwaschen zu müssen, und mir eine Viertel Stunde später bereitwillig die Füße küsst, um nur einmal das harmloseste Beispiel explizit zu beschreiben.
Das klingt für mich so als ob du nur mit dieser Frau zusammen warst, weil der Sex so gut war. Hast du auch Gefühle für die Frau gehabt? Von dem was du geschrieben hast klingt das nicht so.

Zitat von Ingenieur:
Du hast nach der Frequenz der der 4 Stunden Sex gefragt. In der Beziehung, in der BDSM am häufigsten gelebt wurde, hatten wir einen Wecker, der täglich um Mitternacht läutete. Um uns daran zu erinnern, dass wir auch zu ein paar Stunden Schlaf kommen sollen, um am nächsten Arbeitstag einigermaßen fit zu sein. Also ein Tag ohne Sex war die Ausnahme, die es auch immer wieder gegeben hat, aber nicht die Regel. Ich glaube, dass zumindest ich in einer BDSM-Beziehung viel öfter und länger Sex habe, weil es ja neben Liebe und körperlicher Anziehung noch ein drittes, sehr starkes Stimulans gibt.
Ich hoffe die Frage ist nicht zu persönlich, aber hast du auch Vanilla-Sex, oder nur BDSM?
Wie ist das, wenn du eine Frau neu kennenlernst? Muss man da nicht erst langsam vertrauen aufbauen?
 
Beiträge
3.972
Likes
2.888
  • #52
AW: @ Dreamerin

Zitat von Oregano:
Ich hoffe die Frage ist nicht zu persönlich, aber hast du auch Vanilla-Sex, oder nur BDSM?
Was um alles in der Welt ist denn Vanilla-Sex?
Ok, ok, ich bin blond und frag mal Tante google....;-)....Wat man hier noch so alles lernt auf seine alten Tage.......ts, ts, ts....
 
Beiträge
1.831
Likes
3
  • #54
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ich frage mich nicht täglich, was es mit BDSM auf sich hat.
Was die von Alice wahrgenommene Stereotypie anbelangt, könnte ich in diese auch eine trance-induktive Bedeutung interpretieren...man tritt sozusagen in einen Spielplan ein... unser Hirn liest ja ganz gern systematisch, wir reagieren meistens lieber/leichter auf Knopfdruck als "frei".
x wird mit y gekoppelt. ich vergleiche da jetzt auch mit Suchtverhalten (sprich Rauchen).Funktioniert auf mentaler Ebene auch als automatischer Lustgewinn. Irgendwo auch ein Ritual.(natürlich ein ziemlich bescheuertes)
Ritual ist ja auch mantrische Wiederholung. Und in vielen Fällen decontextualization, Verlegung in einen magic circle (illo tempore) usw. magic tools, clothing, was auch immer.
Ich finde die Ritualisierung im BDMS Kontext recht auffällig.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
307
Likes
3
  • #56
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Alice:
Ich hatte mal ne kurze Affaire mit jemandem, der auf SM stand (er wollte dominant sein). Ich hab mich ein Stück weit für ein paar Wochen interessehalber drauf eingelassen. Bei ihm war es so, dass er überhaupt nicht anders als in diesem Schema Sex haben konnte. Auf mich hatte das den Effekt, dass es mich erotisch vollkommen abkühlte - ihm gegenüber insgesamt. Der Hauptgrund für mich lag darin, dass ich es völlig stereotyp fand, dieses Rollending. Ich fand das albern und somit maximal unerotisch. Diese Klischees - von den Gesten, über die Blicke bis zum Vokabular. Total platt irgendwie. So wie Teelichter, rote Rosen, Diamantringe und Muscheln als Sinnbild für Romantik. Total abgegriffen. Durch das Bedienen der Stereotype wurde es beim Sex auch nie persönlich, denn es wurde ja auf ein "Programm" zurückgegriffen. Ich fand das irgendwie verklemmt. So als traute er sich nicht als Persönlichkeit zu offenbaren (Stichwort Hingabe), sondern versteckte sich hinter abgenutzten Bildern. Ist wie Sex betrunken. Man versteckt sich hinter dem Rausch oder dem Bild. Wirklich "nackt machen" kann man sich m.E. beim Sex nur, wenn man sich traut wirklich persönlich zu werden. Das ist mit jedem Partner und mit jedem Mal anders. Und schließt Stereotype m.E. aus. BDSM fand ich somit totlangweilig.
Mann oder Frau können BDSM natürlich aus Interesse ausprobieren. Aber wenn keine Veranlagung dafür da ist, wird es im besten Fall als stereotyp und langweilig, im schlechtesten Fall als erniedrigend und Folter erlebt. Ihre Persönlichkeit können und werden nur zwei Menschen mit kompatibler Veranlagung einbringen können.

Ich kann zB nicht tanzen. Ich habe es probiert, bin in die Tanzschule und auf Bälle gegangen, und für mich war es immer mühsam, aber kein Vergnügen. Ich bin nur klug genug, aus meinen persönlichen Eindrücken keine Rückschlüsse auf das Tanzen an sich oder die Eigenschaften von begeisterten Tänzern abzuleiten.

Ich behaupte nicht, dass BDSM geeignet wäre, die Erotik von Jedermann/Jederfrau aufzupeppen. Im Gegenteil, wer nicht wirklich die Veranlagung dazu hat, sollte am besten die Finger (und alle anderen Körperteile auch) davon lassen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
307
Likes
3
  • #57
AW: @ Dreamerin

Zitat von Oregano:
Das klingt für mich so als ob du nur mit dieser Frau zusammen warst, weil der Sex so gut war. Hast du auch Gefühle für die Frau gehabt? Von dem was du geschrieben hast klingt das nicht so.
Ja, natürlich habe ich auch Gefühle für die Frau gehabt, sonst wäre Sex bei mir ausgeschlossen. Aber Liebe wäre ein zu großes Wort für meine Gefühle gewesen, Freundschaft wieder ein zu kleines Wort.

Zitat von Oregano:
Ich hoffe die Frage ist nicht zu persönlich, aber hast du auch Vanilla-Sex, oder nur BDSM?
Wie ist das, wenn du eine Frau neu kennenlernst? Muss man da nicht erst langsam vertrauen aufbauen?
Ja, ich habe auch Vanilla-Sex.
Ja, Vertrauen ist mehr noch als Liebe Voraussetzung für BDSM. Subs mit Erfahrung können mich schnell richtig einschätzen. Bei Anfängerinnen dauert es etwas länger, und ich beginne mit einer unerfahrenen Frau mit harmlosen Dinge wie Augen verbinden, dann einmal fesseln, so dass parallel zu ihren Erfahrungen auch das Vertrauen wachsen kann. Ich frage in jedem Fall vorher, was sie schon kennt und liebt, was sie gerne versuchen möchte, was sie auf keinen Fall machen möchte. Und ich frage sie nachher, wie es ihr dabei ergangen ist, welche Gefühle und Eindrücke sie gehabt hat. Ich erzähle ihr natürlich auch über meine Gefühle und Eindrücke. Sehr vertrauensvolle, offene, ehrliche Kommunikation ist - egal ob Vanilla oder BDSM - eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gelungenes und wirklich befriedigendes Sexualleben.
 
A

Alice_geloescht

  • #58
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von faraway:
Was die von Alice wahrgenommene Stereotypie anbelangt, könnte ich in diese auch eine trance-induktive Bedeutung interpretieren... (...) ich vergleiche da jetzt auch mit Suchtverhalten (sprich Rauchen).Funktioniert auf mentaler Ebene auch als automatischer Lustgewinn. Irgendwo auch ein Ritual. (...) Ritual ist ja auch mantrische Wiederholung.
Ja, ja, das Rauchen .... Hab vor 9 Jahren aufgehört und vermisse es manchmal noch heute ... Jedenfalls ein schönes Bild, das Du da gemalt hast, faraway. :)
 
Beiträge
4.669
Likes
357
  • #59
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Alice:
Der Hauptgrund für mich lag darin, dass ich es völlig stereotyp fand, dieses Rollending. Ich fand das albern und somit maximal unerotisch. Diese Klischees - von den Gesten, über die Blicke bis zum Vokabular. Total platt irgendwie. So wie Teelichter, rote Rosen, Diamantringe und Muscheln als Sinnbild für Romantik. Total abgegriffen. Durch das Bedienen der Stereotype wurde es beim Sex auch nie persönlich, denn es wurde ja auf ein "Programm" zurückgegriffen. Ich fand das irgendwie verklemmt. So als traute er sich nicht als Persönlichkeit zu offenbaren (Stichwort Hingabe), sondern versteckte sich hinter abgenutzten Bildern. Ist wie Sex betrunken. Man versteckt sich hinter dem Rausch oder dem Bild. Wirklich "nackt machen" kann man sich m.E. beim Sex nur, wenn man sich traut wirklich persönlich zu werden. Das ist mit jedem Partner und mit jedem Mal anders. Und schließt Stereotype m.E. aus. BDSM fand ich somit totlangweilig.
Zitat von faraway:
Ritual ist ja auch mantrische Wiederholung. Und in vielen Fällen decontextualization, Verlegung in einen magic circle (illo tempore) usw. magic tools, clothing, was auch immer.
Ich finde die Ritualisierung im BDMS Kontext recht auffällig.
Ich denke, wenn wir nicht annehmen, daß es den meisten Involvierten bloß so passiert, dann kommt es ihnen gerade darauf an. Masken, Rollenspiel, Verkleidungen, Klischees, Typisierungen, Entpersönlichung, Regeln, Sprachordnung, eindeutige Erkennungszeichen, einfache Symboliken, all das "Spielzeug" usw. - vielleicht ist das einfach so etwas wie ein Stereotypfetisch, der da eine große Rolle spielt.
An so etwas wie Rosenblätter, Duftöl und derlei habe ich beim Lesen des Threads auch häufig gedacht. Verwöhnen, stundenlangen Sex, alle Zutaten für natürlich "prickelnden" Sex usw. - manchmal hat es sich angefühlt wie Werbung für irgendein Piccolöchen.
Ich glaub, daß es diese Klischees zum einen bei jeder Art von Sex und sexueller Spielart gibt. Sie scheinen mir aber im SM-Bereich da noch mal eine besondere Rolle zu spielen. Als ginge es gerade stark darum. Das steht auf einer Ebene vielleicht schon im Gegensatz zum Individuellen und Persönlichen. Auf einer anderen ist es aber vielleicht gerade eine Möglichkeit, wie jemand Persönliches zeigen kann.
Ich denke, auch diesbezüglich gibt es im BDSM-Bereich große Unterschiede von Person zu Person. Auffällig finde ich dann allerdings auch diese ganzen Konvergenzen, die Läden mit dem immer selben Angebot usw. - Aber das sind vielleicht einfach übliche Angleichungsprozesse, wie man sie in anderen Bereichen auch hat. Abgrenzung nach außen, "Vanilla", spannungslos, dabei auch mal wieder alles über einen Kamm scherend, was nicht den eigenen (SM-)Konventionen folgt. Das wurde ja auch in diesem Thread an mehreren Stellen deutlich: die Abwertung dessen, was nicht der eigenen Spielart folgt. Ich denke auch das sind übliche Selbstbestätigungsmechanismen.
 
Beiträge
3.972
Likes
2.888
  • #60
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

@ingenieur
Warum genau hast du eigentlich diesen thread eröffnet? Es hat sich doch schon vorher abgezeichnet, dass es hier im Forum offenbar nur eine wirklich Gleichgesinnte gibt!
Daran, dass du mit ihr persönlichen Kontakt aufgenommen hast, hast du uns ja auch alle teilhaben lassen, anstatt einfach die admins anzuschreiben und abzuwarten.
Warum jetzt also nochmal ein eigenes Thema?
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.