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Löwefrau_geloescht

  • #121
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Ingenieur:
Ich bin ja gerne bereit zu lernen.
Für meinen Standpunkt spricht, dass die meisten BDSM-Praktizierenden erste Anzeichen schon im Kindesalter erlebt haben. Zum Beispiel Subs, die absichtlich schlimm gewesen sind, um geschlagen zu werden. Ob es vererbbar ist wie die Haarfarbe weiß ich nicht. Ebenso nicht, wie weit da frühkindliche Erlebnisse eine Rolle spielen. Oft erlebt habe ich, dass Menschen das über Jahrzehnte nur als sexuelle Phantasie leben.

Wenn Du ein Fall für psychologisch induzierte Spontan-Unterwürfigkeit samt nachfolgender "Normalisierung" bist, dann erweitert dein Fall meinen Horizont.

Auch hier: wieviele dieser Szene kennst du? 100 oder 200?
Es geht mir nicht darum, dass du eine andere Meinung vetrittst.
Aber bislang hast du von lediglich deinen eigenen Erfahrungen auf eine ganze Szene geschlossen, ja sogar auf die Menschheit insgesamt.
Liest Du Bücher? Wenn ja, von wem sind sie. Hobbypsychologen, die ebenfalls BDSM Anhänger sind Deine Kerben schlagen? Oder sind es wirklich ausgebildete Therapeuten, die sich mit diesen Themen über Jahre differenziert beschäftigen.

Nur weil du von einigen Subs weißt, die sich in ihrer Kindheit absichtlich haben schlagen lassen, ist eine Neigung zu. BDSM angeboren. Das ist undifferenziert und gelinde gesagt: Albern.

Ich kenne durch diese Zeit auch einige, bin immer noch mit Frauen sehr gut befreundet, die das ausleben. Bei denen ist keine einzige dabei, bei der es angeboren ist oder die in irgendeiner Art und Weise diese Art, Lust zu Leben in der Jugend oder gar der Kindheit verspürt haben. Auf was kann ich denn nun schließen?
 
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  • #122
@ Löwefrau

Ich war einige Zeit mit einer Frau sehr eng befreundet, die in Psychologie promoviert hat und als Psychotherapeutin arbeitet. BDSM war nicht ihr Ding, ganz im Gegenteil. Um mit ihr halbwegs auf einer fachlichen Ebene diskutieren zu können habe ich damals mehrere Bücher aus ihrer Fachbibliothek gelesen.

Was ich hier schreibe, sind aber keine wissenschaftlichen, objektiven Abhandlungen, sondern mein sehr subjektiver, sehr praxisorientierter Standpunkt. Mir ist ganz recht, wenn andere ForenteilnehmerInnen abweichende Sichtweisen einbringen. Schön wäre halt, wenn diese den mindesten Anforderungen an Logik entsprächen.

Was jetzt deinen Fall und die ähnlich gelagerten Fälle in deinem Umfeld betrifft: sicher, dass es dabei um BDSM geht und nicht um psychische Störungen mit Selbstbestrafung (die externalisiert wird)?
 
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  • #123
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Ingenieur:
... Für meinen Standpunkt spricht, dass die meisten BDSM-Praktizierenden erste Anzeichen schon im Kindesalter erlebt haben. Zum Beispiel Subs, die absichtlich schlimm gewesen sind, um geschlagen zu werden. ...
Naja, so etwas lässt aber durchaus auch SEHR anderes interpretieren. Etwa dahingehend, dass es recht häufig Eltern-Kind-Beziehungen gibt, in denen sich "Zuwendung" bzw. Aufmerksamkeit nur über Strafen und Misshandlungen erreichen lässt. Und das bewirkt zweifellos immer dauerhafte psychische Verletzungen, ob das dann unmittelbar in eine BDSM-Karriere führen kann, entzieht sich meiner Kenntnis, scheint mir aber eine durchaus sinnvolle Hypothese zu sein.
 
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  • #124
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von equinox:
Naja, so etwas lässt aber durchaus auch SEHR anderes interpretieren. Etwa dahingehend, dass es recht häufig Eltern-Kind-Beziehungen gibt, in denen sich "Zuwendung" bzw. Aufmerksamkeit nur über Strafen und Misshandlungen erreichen lässt. Und das bewirkt zweifellos immer dauerhafte psychische Verletzungen, ob das dann unmittelbar in eine BDSM-Karriere führen kann, entzieht sich meiner Kenntnis, scheint mir aber eine durchaus sinnvolle Hypothese zu sein.
Kann ich mir gut vorstellen, und finde ich sehr traurig.
Aber damit habe ich keine persönliche Erfahrung, weil in meinem sozialen Umfeld ist es normal, dass sich Eltern sehr liebevoll und zeitintensiv mit ihren Kindern beschäftigen. Gerade darum finde ich es erstaunlich, wenn ein 7-jähriges Mädchen, dass nur in Ausnahmefällen mal einen Klaps auf den Po bekam, absichtlich die Eltern nervt, um öfter eine auf den Po zu kriegen. Und dass besagtes Mädchen auch als Erwachsene große Freude daran hatte, übers Knie gelegt zu werden, dass weiß ich wirklich aus erster Hand in des Wortes kühnster Bedeutung.
 
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  • #125
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von equinox:
Naja, so etwas lässt aber durchaus auch SEHR anderes interpretieren. Etwa dahingehend, dass es recht häufig Eltern-Kind-Beziehungen gibt, in denen sich "Zuwendung" bzw. Aufmerksamkeit nur über Strafen und Misshandlungen erreichen lässt. Und das bewirkt zweifellos immer dauerhafte psychische Verletzungen, ob das dann unmittelbar in eine BDSM-Karriere führen kann, entzieht sich meiner Kenntnis, scheint mir aber eine durchaus sinnvolle Hypothese zu sein.
Dem stimme ich zu. Dies kann sehr weit gehen (z.B. über das Internet arrangieren von Treffen mit wildfremden Männern in der eigenen Wohnung, wo dann im Rahmen sexueller "Spiele" Selbstverletzungen herbeigeführt werden).

Ob allerdings bei jeglicher BDSM-Neigung pathologische Hintergründe vorliegen müssen, sei mal dahingestellt. Ich würde vermuten, da gibt es (wie eigentlich immer in allen Bereichen, wenn man differenziert genug hinschaut) zahlreiche Abstufungen, von "individueller Vorliebe" bis hin zu selbstzerstörerischen Denk- und Handlungsmustern.
 
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  • #126
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von anka:
Dem stimme ich zu. Dies kann sehr weit gehen (z.B. über das Internet arrangieren von Treffen mit wildfremden Männern in der eigenen Wohnung, wo dann im Rahmen sexueller "Spiele" Selbstverletzungen herbeigeführt werden).

Ob allerdings bei jeglicher BDSM-Neigung pathologische Hintergründe vorliegen müssen, sei mal dahingestellt. Ich würde vermuten, da gibt es (wie eigentlich immer in allen Bereichen, wenn man differenziert genug hinschaut) zahlreiche Abstufungen, von "individueller Vorliebe" bis hin zu selbstzerstörerischen Denk- und Handlungsmustern.
Ich freue mich, einmal einem Beitrag vorbehaltlos zustimmen zu können.
 
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  • #127
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Vielleicht nötig in einem Thread, wo so manches Mal Phantasie mit Wirklichkeit verwechselt wird, darauf hinzuweisen, daß der berühmte "gelegentliche Klaps auf den Po" eines Kindes keine feine Sache ist. Seit einigen Jahren übrigens auch gesetzeswidrig. Über die Erziehungsfähigkeit von Eltern, die nicht merken, wenn ein Kind solche Handlungen provoziert, wie auch von Eltern, die es merken und gerne erfüllen, möchte ich hier nicht spekulieren. Und auch nicht darüber, wer da wessen Erfüllungsgehilfe ist. 50er-Jahre-Phantasien gerne mit Frau oder Porno ausleben. Kinder rauslassen. Kein Klaps auf den Po. Kein "die will das doch so!" Danke schön.
 
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  • #128
@ Heike

Wenn Du nur ein kleines bisschen Mitdenken würdest, dann wäre Dir klar, dass eine erwachsene Frau, die sich von mir übers Knie legen ließ, auch ungefähr in meinem Alter ist. Die Klapse auf den kindlichen Po hat sie vor 45 Jahren erhalten. Mit keinem Wort habe ich das Schlagen von Kindern oder das Schlagen von Frauen, die das nicht ausdrücklich so haben möchten, befürwortet. Also kannst Du dir deine Moralpredigt sparen.
 
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  • #129
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Wenns dir mal für einen Moment gelingen könnte, dein krampfiges Selbstbestätigungsbedürfnis hintanzustellen, könntest du vielleicht die Zusammenhänge sehen. Oder zumindest zunächst mal bemerken, wie verharmlosend und ahnungslos deine "Anekdote" war und dann weiterschauen. Vielleicht möchten dir andere dabei helfen. Ich möchte so was Unsägliches nur nicht in diesem Kontext und mit dieser Funktion unkommentiert dastehen lassen.
 
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  • #130
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ich weiß nicht. Das ist mir alles zu einfach.

Im Übrigen wäre ich das Gegenbeispiel. Habe in meiner Kindheit erfahren, dass Schläge oft die einfachste Art, Zuwendung zu erhalten, waren und ich mußte mich nicht mal sehr dafür anstrengen. Trotzdem habe ich doch auch sehr viel anderes erlebt. Und bin vielleicht gerade deswegen sehr empfindsam am Übergang zwischen spielerischen und tatsächlichen Übergriffen.

Ich glaube, egal wie ein Kind aufwächst, (von ganz, ganz wenigen Extremfällen mal abgesehen) erfährt es immer eine Bandbreite von Sozialkontakten. Das ist auch ein wichtiges Übungsfeld und ich finde es deswegen so wichtig, dass Kinder möglichst früh in größere Gruppen kommen, wo sie auch lernen, sich durchzusetzen. Ich beobachte dabei immer wieder, wie die sprichwörtlichen behüteten Akademiker-Spätgebärenden-Einzelkinder plötzlich einen Entwicklungssprung machen und viel souveräner werden. Warum dann der/die Eine dieses und der/die Andere jenes daraus macht, ich nach meinem Wissen sehr komplex und nicht so einfach begründbar.

Ich jedenfalls habe mit zwei sehr verschiedenen Männern BDSM als Vermeidung "echter Nähe" erlebt und es war mir alles sehr schematisch. Ich fand mich da als Frau gar nicht wieder.

Schönen Samstach
Carlo
 
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  • #131
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von carlo:
Ich weiß nicht. Das ist mir alles zu einfach.

Im Übrigen wäre ich das Gegenbeispiel.
Gegenbeispiel wogegen?
Also, die These beispielsweise, daß alle geschlagenen Kinder zu BDSMlern werden, hat hier, glaub ich, niemand vertreten. :)
 
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  • #132
@ Carlo

Du hast schon recht, BDSM ist ein weit gefasster Überbegriff für sexuelles Verhalten, bei dem Macht und/oder Schmerz und/oder Freiheitsentzug (von Fesseln bis Käfighaltung) eine Rolle spielt. Entsprechend wird es da auch verschieden psychologische Hintergründe geben.

Weil man mit Gleichgesinnten leichter kommuniziert, kenne ich sicher überproportional Viele, dir mir ähnlich sind bzw die zu mir passende Ergänzung darstellen.

Ich denke, Sex mit jemand, der andere Neigungen hat, wird Mann/Frau immer als einseitig, mechanisch, bald langweilig finden. Weil es da um Harmonie, um die perfekte Ergänzung zu einem Ganzen geht und nicht, was genau man macht.

Dir auch einen schönen Samstag
 
L

Löwefrau_geloescht

  • #133
AW: @ Löwefrau

Zitat von Ingenieur:
Ich war einige Zeit mit einer Frau sehr eng befreundet, die in Psychologie promoviert hat und als Psychotherapeutin arbeitet. BDSM war nicht ihr Ding, ganz im Gegenteil. Um mit ihr halbwegs auf einer fachlichen Ebene diskutieren zu können habe ich damals mehrere Bücher aus ihrer Fachbibliothek gelesen.

Was ich hier schreibe, sind aber keine wissenschaftlichen, objektiven Abhandlungen, sondern mein sehr subjektiver, sehr praxisorientierter Standpunkt. Mir ist ganz recht, wenn andere ForenteilnehmerInnen abweichende Sichtweisen einbringen. Schön wäre halt, wenn diese den mindesten Anforderungen an Logik entsprächen.

Was jetzt deinen Fall und die ähnlich gelagerten Fälle in deinem Umfeld betrifft: sicher, dass es dabei um BDSM geht und nicht um psychische Störungen mit Selbstbestrafung (die externalisiert wird)?
Schön, dass ich eine weitere Schublade in Deinem Schrank eröffnen konnte. Nein, ich werde an dieser Stelle nicht weiter davon erzählen.
Und nein, es ist keine psychische Störung gewesen, sondern eine ganz anders gelagerte Erkrankung, von der ich genesen bin.
Ich nehme für mich nicht - so wie Du - eine Logik in Anspruch, die darauf basiert, dass ich das Tun der Leute (wieviele auch immer), die in mein Denken passen auf die ganze Menschehit übernehmen. das unterscheidet uns eben.
Wie gesagt, ich finde Dein Tun absolut i.O. - da Du es mit erwachsenen Frauen zu tun hast.
Nur für mich kommen Deine Posts eben so an, als ob anders denkende Frauen gleich gerne als "Emanzen" tituliert werden.
Nicht jede emanzipierte Frau möchte den Sex so erleben, wie die von dir bevorzugten Gespielinnen. Warum dann gleich so abwertend zu ihnen?
Ich werte Dein Tun auch nicht ab, kritisier nur den Stil, mit dem Du hier Mantragleich Deine Thesen wiederholst und anders Denkende abquaifizierst.

By the Way - den Sex damals habe ich als toll empfunden. Trotzdem kommt es für mich nicht mehr in Frage. Höchstens die sanfte Variante, in der ein Mann die Führung übernimmt. Schmerzen - nein Danke.
 
S

Sid_geloescht

  • #134
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Ein an Grenzüberschreitungen bemerkenswert reicher Thread.
Wie sich Inhaltliches doch auch immer wieder im Prozess abbildet.
Und aus ein paar gelesenen Büchern ein zumindest Halbwissen an Psychodynamik wird,
Klasse.
Wenns nicht so schlimm wäre.
 
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  • #135
@ Sid

Ich habe einmal für eine Firma gearbeitet, in der folgendes Motto galt: "Keine Kritik ohne Verbesserungsvorschlag".

Wenn Du mit dem Niveau der Beiträge nicht zufrieden bist, dann schreib Einen, der zeigt, wie man mit dem Thema richtig umgeht.
 
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  • #136
AW: @ Löwefrau

Zitat von Löwefrau:
Nur für mich kommen Deine Posts eben so an, als ob anders denkende Frauen gleich gerne als "Emanzen" tituliert werden.
Die überwiegende Mehrzahl der Frauen sind Vanilla-Frauen, haben mit den von mir präferierten Praktiken und Einstellungen nichts am Hut, und das kann ich gut nachvollziehen, das finde ich absolut in Ordnung, und diese Frauen bezeichne ich auch nicht als Emanzen.

Emanzen sind für mich Frauen, die verbissen darum kämpfen, die natürlichen Unterschiede im Verhalten und Wesen von Mann und Frau wegzudiskutieren. Die sich und ihre Partner in fast androgyne Wesen transferieren möchten.
 
S

Sid_geloescht

  • #137
AW: @ Sid

Zitat von Ingenieur:
Ich habe einmal für eine Firma gearbeitet, in der folgendes Motto galt: "Keine Kritik ohne Verbesserungsvorschlag".

Wenn Du mit dem Niveau der Beiträge nicht zufrieden bist, dann schreib Einen, der zeigt, wie man mit dem Thema richtig umgeht.
Wie sollte ich das können?
Das kann ich nicht.
Ich kann bemerken.
Mehr nicht.
Aber das Bemerken erlaube ich mir.
 
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  • #138
AW: @ Löwefrau

Zitat von Ingenieur:
Emanzen sind für mich Frauen, die verbissen darum kämpfen, die natürlichen Unterschiede im Verhalten und Wesen von Mann und Frau wegzudiskutieren. Die sich und ihre Partner in fast androgyne Wesen transferieren möchten.
sie passen vorzüglich zu den männern die zu faul sind zum wohnort der frau zu fahren und die zu geizig sind, ihr nen kaffee auszugeben :)
 
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  • #139
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Ingenieur:
….Hier geht es um die speziellen Freuden, aber auch Anforderungen, von BDSM als Teil einer liebevollen Partnerschaft.

Ich freue mich gleichermaßen auf Beiträge von erfahrenen Doms und Subs, aber genauso auf Fragen und Anmerkungen von Menschen, die nur Interesse an liebevollem BDSM haben. Oder Skeptikerinnen.

Und besonders freue ich mich darauf zu lesen, was emanzipierte Frauen davon halten, wenn sich eine Frau ihrem Geliebten freiwillig unterwirft.
Ich bezeichne mich als emanzipierte Frau. Ich fühle mich auch nicht im Zwiespalt, dass ich es liebe, meiner weiblichen Seite freien Lauf zu lassen und dass ich gewisse Dinge in klassischen Rollenbildern sehe und lebe.

Ich habe eine gewisse BDSM-Neigung. BDSM ist für mich ein erotisches Rollenspiel. Als Beziehungsmodell käme BDSM für mich nicht in Frage. Auf Beziehungsebene stehen mein Partner und ich auf Augenhöhe. Dennoch würden gewisse Spielvorbereitungen auch in unseren ganz gewöhnlichen Alltag eindringen. Damit habe ich dann aber absolut kein Problem.

Da ich meine BDSM-Neigung in meiner letzten Partnerschaft leugnen, unterdrücken und verbergen musste, ist es mir jetzt umso wichtiger, dass mein Partner meine sexuellen Vorlieben teilt. Sonst passt es einfach nicht, denn BDSM ist für mich das aktive Zelebrieren meiner Experimentierfreude beim Sex. Ich finde es genial, dass man sich immer wieder neue Spielchen ausdenken kann. Diese Spielchen dann umzusetzen, zu gestalten und zu erleben, macht mir unheimlich viel Spaß. Aber dazu braucht man einfach den richtigen Partner.

Doch trotz meiner BDSM-Neigung finde ich auch Kuschelsex noch total schön und befriedigend. Kuschelsex ist mir also auch noch wichtig und macht mir auch unheimlich Spaß, aber manchmal braucht man einfach etwas anderes. Ich finde die Abwechslung schön und die Gewissheit, dass auch BDSM Teil meiner gelebten Sexualität ist und bleiben kann. (Den Begriff „Vanilla-Sex“ mag ich nicht besonders und deshalb benutze ich ihn nur selten und schreibe hier lieber Kuschelsex.)

In meinem Bekanntenkreis haben einige schon mal kleine Fesselspielchen ausprobiert oder sich die Augen verbunden, aber mehr auch nicht. Die meisten glauben auch, dass ich nur solche Sachen toll finde. Ich lass sie lieber in diesem Glauben, denn ich möchte mich nicht rechtfertigen müssen. Meine wirklich guten Freunde ahnen wohl, dass meine Neigung viel ausgeprägter ist.

Auch als emanzipierte Frau habe ich keine Probleme damit, mich freiwillig meinem Geliebten beim Spiel zu unterwerfen, um seiner Macht ausgeliefert zu sein. Vertrauen und Respekt setze ich natürlich voraus. Allerdings genieße ich es auch sehr, die dominante Rolle zu praktizieren.
 
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  • #140
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Nun, auch wenn das wenig relevant sein mag... Ich finde diese Debatte relativ trivial und durchaus absurd. Das mag daran liegen, dass ich offenbar hochgradig konventionell bin. Männer, die eine permanente Dominanz im Bett brauchen und Unterwerfung erwarten (Eine Safe-Word ist für mich dabei nur ein Zeichen dafür, dass diese Dominanz in Schlägen, Erniedrigungen und ähnlichen Aktionen mündet), haben - in meiner spießig-konventionellen Sicht, genauso ein Problem, wie die Fahrer eines tiefergelegten und goldfarben lackierten VW Golf II, die mit wummernden Bässen aus der Box und mit "Arm aus dem Fenster" immer um das Kleinstadtzentrum kreisen.

Wie Du anführst, sind statistisch gesehen BDSM-Anhänger intelligenter als besagte Golf-Prolos. Sei es so... Für mich bleiben Praktiken wie die beschriebenen Zeichen eines Komplexes.

Ich spreche Dir nicht ab, dass Du - fernab vom Bett - eine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe führen kannst. Auch kann ich nachvollziehen, dass Du nur auf Frauen mit großer Oberweite stehst. Jeder hat seine persönlichen Vorlieben. Ich habe andere, aber eben durchaus auch eine Vorstellung, was mir gefällt.

Was jedoch Unterwerfungs- bzw Grundsätzliche Dominanzwünsche im Bett angeht, halte ich derartige Wünsche für ebenso sonderbar, wie die sexuelle Erregung, die Schuhfetischisten nur dann Erlangen können, wenn ihre Bettgefährtin beim Sex hochhackige Schuhe trägt. Törnt mich total ab, um ehrlich zu sein. Sowas halte ich für therapie-würdig.

Ich selbst habe dominante Tage (auch ohne Haue für die Partnerin) und passive Tage, sanfte und aktive Momente. Je nach Tagesstimmung. Allein der Gedanke, mich einer Partnerin jedoch "unterwerfen" zu müssen und ein Machtspiel zu erdulden, ist mir aber fremd.
 
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  • #141
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von anaj:
Da ich meine BDSM-Neigung in meiner letzten Partnerschaft leugnen, unterdrücken und verbergen musste, ist es mir jetzt umso wichtiger, dass mein Partner meine sexuellen Vorlieben teilt. .
warum musstest du? wurde dir übles angedroht?oder weshalb diese doch sehr drastische wortwahl?
 
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  • #142
@ anaj

Danke für deinen schönen Beitrag. Er hat mich dazu bewogen, den Satz mit den Emanzen in der Einleitung zu löschen, weil ich ihn nach Lesen deines Beitrags für unangebracht und unnötig provokant halte.
 

Jan

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  • #143
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Liebe Forist/innen,


wir schließen den Thread an dieser Stelle.
Er erhitzt die Gemüter sehr und wir haben ungewöhnlich viele Beschwerden und gemeldete Beiträge dazu erhalten. Dabei wurden ganz verschieden Beiträge von verschiedenen Nutzer/innen gemeldet und die meisten davon sicherlich zu Recht.

Sollten Sie bedarf haben an anderer Stelle weiter über dieses Thema zu reden, dann achten Sie dabei auf einen respektvolleren Umgang und etwas mehr Fingerspitzengefühl. Bei einem Thema wie Sexualität kann eine ansonsten vielleicht weniger schlimme Unterstellung oder eine lustig gemeinte Stichelei extrem verletzend oder aggresiv ankommen, da nun mal jeder einen anderen Zugang zu Sexualität hat. Wenn Sie über Autos oder Softeis diskutieren, dürfte das weniger ein Problem sein - da lassen wir sicherlich etwas mehr durchgehen.


Viele Grüße aus dem sonnigen Hamburg,

Ihr Jan vom PARSHIP-Forum.
 
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