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Alice_geloescht

  • #61
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Was ich bei meiner kurzen BDSM-Erfahrung auch nicht verstanden habe: Wie kann denn etwas, was ich nur spiele, erotisch sein? Es ist ja nur eine Rolle, nur gespielt. Das kann ich doch in dem Moment nicht vergessen. Also angenommen, ich stünde wirklich auf Erniedrigung, Gefahr, Gewalt etc. beim Sex, dann müsste es für mich wahrscheinlich echt sein. D.h. der Typ müsste WIRKLICH ein A**** sein und mich wirklich demütigen. Grundsätzlich und ohne Codewort. Dann könnte ich mir vorstellen, dass das funktioniert (sofern ich darauf stünde). Aber Gefahr, Gewalt, Erniedrigung samstags nach dem Einkauf?! Und wenn wir fertig sind mit böse sein, machen wir ganz gleichberechtigt die Steuer? Das ist doch nicht böse, das ist böse spielen. Und böse spielen ist ziemlich lieb. ;)

Da fällt mir irgendwie noch der "Partykeller" aus den Siebzigern ein. Das hatten unsere Nachbarn, so wie Aquarium, Solarium und Telespiel. Oben im Haus alles tipp topp und unten im Hobbykeller ein Raum mit Fischernetzen an der Decke, Pinup-Poster an der Wand und den Schnaps in der Bar. Wenn die Hausfrau alles mit Pril gespült hat, machen wir unten im Haus einen auf wild. ;)
 
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  • #62
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Hallo ihr Lieben

Ich bin heute zum erstem Mal hier im Forum und finde euer Thema sehr interessant.
Ich bin eine durchaus selbstbewusste Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht, trotzdem nehme ich immer mehr eine Neugierde oder ein Bedürfnis wahr, in diese Szene reinzuschnuppern. Ich fände es erotisch, mich in einem sicheren, vertrauensvollen Rahmen zu unterwerfen und an meine Grenzen bringen zu lassen. Bisher konnte ich nur ganz ansatzweise Erfahrungen sammeln und mein momentaner Partner ist in Sachen Liebe überhaupt sehr konservativ und genügsam.
Ich denke mir würds gefallen.

LG Sternthaler
 
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Alice_geloescht

  • #63
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

PS: Noch ne Ergänzung: Es gibt ja bei manchen homosexuellen Männern die Praktik, in einen Darkroom zu gehen und im Stockdunkeln ohne Kondom mit irgendwelchen Wildfremden, die da gerade zufällig drin sind, Sex zu haben, ohne sie zu sehen. Das ist natürlich vollkommener Irrsinn und praktisch Selbstmord. Aber das ist halt echte Gefahr. Wenn man drauf steht. Nicht so lustige Rollenspielchen.
 
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Alice_geloescht

  • #64
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Was ich sagen will: Es geht doch bei BDSM auch um Grenzüberschreitung, oder? Jedenfalls so wie ich das verstanden habe. Und generell beim Sex um den Wunsch "außer sich" zu sein. Und BDSM will das sozusagen nochmal mehr. Noch mehr archaisch, triebhaft, kompromisslos. Und dann spielen? Das ist m.E. ein Widerspruch in sich. Archaisch kann man nicht "als ob", ohne dass es eine Karikatur ist. Das fand ich so abturnend, dieser Witz des Pseudo-Kick. Viel zu kurz springen. Sich was trauen wollen aber es eben nicht tun.
 
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Alice_geloescht

  • #65
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Hm. Vielleicht an der Stelle doch noch ein Zugutehalten für Ingenieur: Wenn ich als Frau masochistisch veranlagt wäre und es "echt" will, hab ich ja zahlreiche Möglichkeiten. Z.B. in ein Porno-Kino gehen und mich anzüglich verhalten. Wird garantiert echt und garantiert erniedrigend. Als Mann und dominant kann man da wohl wenig ausleben - selbstverständlich zum Glück - ohne mit dem Strafrecht in Berührung zu kommen. Wie sonst als in Rollenspielen sollte man das dann ausleben können. Naja, vielleicht in diesem 24/7 Modus mit einer "echten" Masochistin ....
 
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Alice_geloescht

  • #66
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zu guter Letzt: Der Simulationscharakter dieses ganzen BDSM geht schon bei den Begrifflichkeiten - "Sub", "Dom" - los, finde ich. Ist der Dom sowas wie ein Kuschel-Sadist?
 
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Alice_geloescht

  • #67
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

So, gute Nacht allerseits. Und nichts für ungut, Ingenieur.
 
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  • #68
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Dreamerin:
@ingenieur
Warum genau hast du eigentlich diesen thread eröffnet? Es hat sich doch schon vorher abgezeichnet, dass es hier im Forum offenbar nur eine wirklich Gleichgesinnte gibt!
Daran, dass du mit ihr persönlichen Kontakt aufgenommen hast, hast du uns ja auch alle teilhaben lassen, anstatt einfach die admins anzuschreiben und abzuwarten.
Warum jetzt also nochmal ein eigenes Thema?
Weil ich gehofft habe, dass sich hier ein Rudel Frauen einfindet, die keinen Funken Veranlagung haben, denen deshalb ein wirkliches Verständnis von BDSM sowieso verwehrt ist, die daher auch keine einzige Minute Praxis haben, und dennoch seitenlang herumschwafeln, was BDSM vielleicht eventuell oder auch nicht oder im Gegenteil sein könnte. Natürlich nichts Gutes, so viel steht von vornherein fest. Denn pervers (und verwerflich) ist immer, was Anderen gefällt.

Ich muss gestehen, meine kühnsten Erwartungen sind bei Weitem übertroffen worden.

PS: Elli ist damit nicht gemeint.
 
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  • #69
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Alice:
Zu guter Letzt: Der Simulationscharakter dieses ganzen BDSM geht schon bei den Begrifflichkeiten - "Sub", "Dom" - los, finde ich. Ist der Dom sowas wie ein Kuschel-Sadist?
Du bist von mir herzlich eingeladen, das herauszufinden.

Zuerst fahren wir zu einem Notar und Du unterschreibst eine eidesstattliche Erklärung, dass temporäre Spuren an deinem Körper mit deinem Einverständnis in einer Form konsensualer Sexualität zustande kamen und Du auf jede Anzeige, Klage oder Schmerzensgeld verzichtest.

Und danach wird es mir ein großes Vergnügen sein, dir die virtuose Handhabung einer Gerte an deinem ganzen Körper zu demonstrieren. Und wenn Du dann noch den Begriff "Kuschel-Sadist" gebrauchst, dann habe ich Respekt vor Dir und deiner masochistischen Veranlagung.

Wann darf ich mit deinem Besuch rechnen?
 
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Alice_geloescht

  • #70
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Im nächsten Leben. :)
 
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  • #71
@ Alice: Feig!

Zuerst große Klappe und dann feig, wenn es um Taten geht.
 
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  • #72
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Charina:
Freut mich, wenn ich dazu beitragen kann, wenigstens anderen zumindest ein wenig die Angst und Berührungsängste damit zu nehmen.
Danke, Charina, für deine ausführliche Antwort. In meinem Fall ist dir das ein stückweit wirklich gelungen.

Wir mögen den Durchschnitt, das Normale, auch wenn man selbst irgendwie nie so bezeichnet werden möchte. ;)
Ja, Durchschnitt ist Normalität ist Sicherheit.
Selbst ist man natürlich "hochindividuell" und einzigartig - auch das ist eine sehr interessante Schnittstelle.

Und natürlich gibt es auch beim "handelsüblichen" Sex Machtgefühle, aber eher im kleinen. Wenn der Mann oder die Frau die "Führung" übernimmt, vielleicht etwas bestimmender ist.
Von mir weiß ich, daß ich beide Varianten sehr genießen kann - wenn ich mir die entsprechenden Gefühle vergegenwärtige und durchleuchte, ist da teilweise ein deutlicher Zusammenhang von Macht und Lust. (dieses "im kleinen" ist für mich allerdings wirklich aufregend genug... )

Und diesen Zwischenbereich, wo Lust in Schmerz übergeht (oder umgekehrt), kenne ich von mir auch. Ich stelle mir vor, daß Menschen mit z.B. BDSM-Neigung in diesem Bereich entweder einen größeren Spielraum haben - sich weiter vorwagen - ausgedehntere Erlebnismöglichkeiten haben - oder Gefühle anders verknüpft sind.
Du schreibst ja, es ist eine Veranlagung, etwas nicht Veränderbares, eine grundsätzliche Disposition.

Mein Eindruck des Gesamtthemas ist, daß sehr maßgeblich die Art und Kultur des Umganges (durch die Beteiligten) dazu beiträgt, welcher Gesamteindruck in der Gesellschaft entsteht.
Deine offensichtliche Souveränität und der Stolz auf dein so-sein (so meine Wahrnehmung)
haben mich beeindruckt und mein Menschenbild bereichert. Danke.
 
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  • #73
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Alice:
Wenn ich als Frau masochistisch veranlagt wäre und es "echt" will, hab ich ja zahlreiche Möglichkeiten. Z.B. in ein Porno-Kino gehen und mich anzüglich verhalten. Wird garantiert echt und garantiert erniedrigend.
Ja, klingt einleuchtend. Wenn gedemütigtwerden, dann wirklich, und dann vielleicht auch gerade von Unbekannten, und von Männern, die einem sonst deutlich unterlegen sind. Oder, wenn aufgehoben fühlen, dann sich einem Mann unterwerfen, dem man sich auch sonst in vielerlei Hinsicht unterlegen fühlt. In beiden Fällen ists dann nicht bloß Spiel.
Aber die Wirklichkeit ist eben voller Kompromisse, und dann wird vorlieb genommen mit dem, was so arrangieren läßt. Und dann hat es eben viel von Dienstleistung und so tun als ob.
Wobei ich mich da frage, wieweit in der Szene gerade auch eine eigenständige Lust gerade auf dieses als-ob bestehen könnte. Also so wie man Lust am Verkleiden oder am Lügen selbst haben kann. Ich könnte mir vorstellen, daß das bei einigen schon so ist. Und dann wäre es kein der realen Machbarkeit geschuldeter Kompromiß, sondern genau das, was man möchte. Ein Prätentions-Fetisch sozusagen.
So etwas kam hier im Thread nicht zur Sprache. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, daß hier eben nur zwei Personen schreiben, die sich so klar zu dieser Richtung bekennen. Und so, wie alle anderen natürlich nicht Protagonisten DES Vanilla sind, sind diese beiden auch nicht Protagonisten DES BDSM.
Also mir ist in persönlichen Kontakten eine recht beträchtliche Spannweite untergekommen. Darunter solche, die es umso mehr mögen, je "echter" es ist, und andere, bei denen ich den Eindruck hatte, daß ihnen das Theaterspielen schon auch als solches gefällt. Die meisten allerdings irgendwo so in dieser etwas diffusen Mitte, wo ständig von "Spielen" geredet, aber nicht wirklich darauf reflektiert wird, wie das mit dem Als-ob so ist, und man sich eher so der Beteuerung zufrieden gibt, beim Spielen fühle sich das schon irgendwie "echt" an, und (eher SM als BD) Schmerz sei ja als solcher sowieso immer echt undso.
 
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  • #74
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von faraway:
Die grossbrüstige und breithüftige weibliche Ur"gottheit"...
da fällt mir (sorry) sofort dieser Witz ein...Der Papst hat einen Herzstillstand und wird reanimiert. Er kommt wieder zu sich, schlägt die Augen auf, die Kardinäle umstehen ihn aufgeregt und fragen begierig:"Und, wie war es?" Der Papst:" SIE IST SCHWARZ!"
 
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  • #75
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Ingenieur:
Denn pervers (und verwerflich) ist immer, was Anderen gefällt.
Ich denke, es ist (erstmal) einfacher, die Welt in gut und böse aufzuteilen und das "böse" den Anderen zuzuschieben.
Es erfordert Kraft, Stück für Stück das im Außen Abgelehnte als in Anteilen zu mir gehörig anzuerkennen und damit zu integrieren.
Hinter der Verweigerung dieses Prozesses (nennt man glaub ich auch Erwachsenwerden) steckt sicherlich immer viel Angst.

Ich las neulich eine Abhandlung, in der unter anderem aufgezeigt wurde, wie in früheren Zeiten z.B. durch öffentliche Hinrichtungen eben solche "Bedürfnisse" "befriedigt" werden konnten (bitte jetzt hier nichts falsch verstehen) - daraus wurde u.a. die moderne Vorliebe für Krieg/Horror-Filme-Spiele zumindest ein stückweit nachvollziehbar.

Ja, seit der Mensch aufrecht geht, ist sein Schatten größer.

P.S. betr. dein P.S. ich fühlte mich auch nicht angesprochen
 
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