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  • #16
...wir haben alle mal klein angefangen...

...dabei muss es aber nicht bleiben...

Ja, viele haben hier das Problem, dass sie solo sind, wunderbar, bin ich auch und daher eifriger Kunde bei P.S.

Aber wenn man sich als Mensch outet, der sich auch (nicht notwendigerweise) auf polyamore Beziehungen einlassen würde, gibt es genau das Problem, dass man ganz fix in die "Schmuddelecke" gestellt wird (der will doch bloß rumpoppen) - nee, denkste!

Extrem viele Menschen leben eine schwache Variante von Polyamorie - nämlich serielle Monogamie. Ich möchte ehrlich gesagt auch nicht wissen wie viele hier unterwegs sind, die entweder nur vorgeben solo zu sein (also lügen) oder mit mehreren Bekanntschaften die sie hier via P.S. machen parallel etwas anfangen, ohne denen reinen Wein einzuschenken - sauerei - keine Frage. Würden sie das aber machen und offen u. ehrlich sein (wie bei Polyamorie üblich - es geht da um Ethik - "was du nicht willst das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu"), dann landen sie in genau der unerwünschten Schmuddelecke, von der ich sprach. Es sei denn, sie wollen wirklich nur rump.... dann sind sie hier wirklich verkehrt u. gehören auf andere Webseiten verwiesen. Es stört auch offensichtlich nicht, wenn hier Leute ernsthaft darüber im Forum diskutieren, ob man beim ersten Date Sex haben soll oder nicht? Ganz ehrlich, selbst mir als jemand mit Polytendenzen dreht sich da der Magen um. Wenn es um dauerhafte Beziehungen geht, hat Sex beim ersten Date - nach meinem Dafürhalten - nix verloren, es geht darum sich kennen zu lernen etc.. Trotzdem bekommt so ein Threat 34 Einträge (bis jetzt) ... ja ja, es geht um Sex...schon wird´s für die Masse interessant... aber sage mal was von Polyamorie...

Das muss aber gar nicht der Fall sein. Warum soll ich mich nicht wirklich in zwei Menschen, die ich hier bei P.S. kennen lerne gleichzeitig verlieben u. das auch noch zulassen??? Weil mir dann viele einreden ich müsste mich entscheiden u. alles andere wäre unmoralisch?

Und ganz im Ernst, ich kann mir nicht vorstellen, dass das hier kein Thema ist. Es gibt sogar entsprechende Einträge hier. Es wird aber wie von selbstverständlich davon ausgegangen, das wenn man mit einem P.S.-Kontakt "etwas angefangen hat" man die anderen Kontakte "verabschiedet". Ja? Warum eigentlich? Oberflächlich betrachtet eine provokante Frage, aber ist es da wirklich? Ist das nicht bloß eine gesellschaftliche Konvention, die uns zu etwas zwingt, was gar nicht notwendig ist u. was viele schon längst erkannt haben und dann nach moralisch akzeptablen Wegen suchen es möglich zu machen mit mehreren zusammen zu kommen - in gegenseitigem Respekt, Anerkennung u. Loyalität u. Wahrhaftigkeit (statt Monogmaie zu heucheln - weil´s halt von der Masse erwartet wird - aber dann hintenrum zu betrügen)?

P.S. Ich bin von Haus auch ebenfalls studierter Naturwissenschaftler u. über die Grenzen der selbigen zur Philosophie gekommen, die ergänzen sich gegenseitig wunderbar, sind eigentlich getrennt gar nicht wirklich denkbar ("Alle Menschen sind Philosophen" - Karl Popper - der Typ hieß wirklich so...)!
 
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  • #17
Die Quadratur des Kreises

Wenn die Grenzen der Wissenschaft erreicht sind kommt die Philosophie ....
und dannach der Glaube!
 
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  • #18
Ist es nicht so, dass andere polyamor fühlende Menschen den Hinweis genau so verstehen würden, wie er gemeint ist? Alle anderen, die diese Lebensform nicht wollen, soll es doch abschrecken, damit Enttäuschungen vermieden werden.
Oder verstehe ich Polyamorie ganz falsch?
 
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  • #19
aktueller Stern - Titelthema

Wenn der aktuelle Stern mit seinem Titelthema recht hat, dann sind Partnerbörsen ohnehin ein Ort der Promiskuität - auch wenn das keiner zugeben mag, oder sich die Sache "moralisch glättet" in dem er eine mehr oder weniger serielle Monogamie daraus macht. Manche nur alle 2 Jahre, andere 1x Jährlich, andere im Montastakt oder gar noch schneller - keine Ahnung.

Polyamorie wäre also eine Möglichkeit für eine ohnehin vorhandene Praxis ein moralisch günstiges Millieu zu schaffen, das man evt. mit dem Kontraktualismus vergleichen könnte. Letztlich werden hier immer eine art von "Partnerschaftsverträgen" geschlossen.

STERN Nr. 4, vom 19.01.2012

Sex und hopp
Millionen Deutsche suchen in Partnerbörsen die große Liebe. Doch am Ende bleiben oft nur flüchtige Affären.
http://www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-4-1912012-sex-und-hopp-1774850.html
 
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  • #20
"Warum soll ich mich nicht wirklich in zwei Menschen, die ich hier bei P.S. kennen lerne gleichzeitig verlieben u. das auch noch zulassen??? Weil mir dann viele einreden ich müsste mich entscheiden u. alles andere wäre unmoralisch?"

Unmoralisch, was ist das schon...
Ich sehe das Problem vielmehr darin, dass die anderen 2 Menschen, wenn sie nicht explizit die Polyamorie wertschätzen, mit der Beziehung unglücklich wären.
 
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  • #21
Gute Frage

Hallo LunaLuna,

gute Frage, dachte ich auch, aber es scheint viel mehr so zu sein, dass es zu Missverständissen kommt und man schnell in der Schmuddelecke landet, weil den Begriff eben viele nicht kennen.

Es kann dann sogar für einen polyamor orientierten Menschen unangenehm werden, wenn er auf Leute triff, die das mit plattem Sex u. Swingen völlig verwechseln.

Daher mein Überlegung, dass diesbezüglich mehr Klarheit her sollte. Die meisten denken hier nämlich schwarz oder weiß. Katholisch monogam oder "swingerähnliches Verhalten." Die Zwischentöne fallen gänzlich aus.
 
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  • #22
das heißt, es geht weniger darum, die falschen Leute, für die diese Lebensform ohnehin nichts ist, abzuschrecken, als darum, keine Leute, die auf sexabenteuer aus sind, anzulocken?
 
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  • #23
Monogamie ist eine kulturelle Erzwungenschaft

Nur in Deiner Fantasie ist, dass jemand dieses Thema als Offtopic bezeichnet (das hast ausschließlich Du selbst getan) und oberlehrerhaft ignorierst Du pauschalisierend die Hinweise auf eine Mehrheit, die hier eine monogame Partnerschaft bevorzugt.

Das mag, wie der Stern in einem Absatz bemerkt, mit gebändigtem Instinkt kulturell erzwungen sein, ändert aber nichts daran, dass viele auch online eine dauerhafte, monogame Partnerschaft wünschen und finden.

Der Stern schreibt dazu: "Mehr als sieben Millionen Menschen sind in Online-Kontaktportalen registriert. Und natürlich stürzen sie sich nicht alle ins Unglück, im Gegenteil, viele nutzen erfolgreich die neuen Möglichkeiten. Vergangenes Jahr verkündete Elite-Partner, in Deutschland lebten mehr als 3,5 Millionen Deutsche mit jemandem zusammen, den sie per Mausklick kennengelernt hätten."

Gut möglich, dass polyamore Beziehungen in die Statistik einfließen. Für mich steht in dem Artikel insgesamt jedoch alles andere, als dass "Partnerbörsen ohnehin ein Ort der Promiskuität" sind.

Um Deine Ausgangsfrage zu beantworten, ich hatte hier noch keinen polyamoren Kontakt oder Hinweis darauf. Gesetzt den Fall, würde ich mit ihr distanziert interessiert darüber sprechen.

Weniger Psychologie, mehr Empathie täte dem Thema gut.
 
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  • #24
Zeitverlauf

Lieber Logico,

jetzt da das Säbelrasseln sich langsam legt und wir uns langsam an des Themas Tisch setzen, interessieren mich Fragen:

Wie ist es mit Entscheidungen, die die Zukunft als Liebesgemeinschaft ( als Paar kann man das ja nicht bezeichnen ) betreffen z.B. Wohnsituation, Ortswechsel, Schwangerschaft.
Was passiert wenn einer der Partner sich trennt, was passiert, wenn die Waage der Emotionen sich in eine Richtung neigt? Wenn dem so wäre, ist Polyamorie dann "natürlich" ?
Ist Polyamorie ein Geisteszustand, bedingt durch Charakter oder Naturell, oder eine Entscheidung genährt aus Erfahrungen?
Ist Polyamorie eine Konsequenzschwäche und sind alle beteilligten in der Lage das zu 100% zu leben, oder sind auch sie zu Schwach um auf das Monopol zu bestehen?
 
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  • #25
noch ein paar fragen

-man geht davon aus, dass jede(r) der beteiligten, selber molyamorisch ist. was ist mit dem jenigen, der alleinstehend ist, also nur (aus freien wahl oder weil er keinen anderen partner findet) den 1 partner hat?
-wichtiges thema: hygiene, geschweige von gesundheit. bleibt man bei "schutzmassnahmen", oder schläft man indirekt mit unzähligen partner? bzw, bei erkrnkung (zb armlosen pilz oder infekterkrankung), wie geht die medikamentöse therapie? wellenmäßig?
-bei schwangerschaft: die werdende mutter wird erst durch test erfahren, wer der papa ist

und: ich finde persönlich, logischerweise sollte eine solche lebensform sich ergeben, zb man verliebt sich zugleich in mehrere personen. ich habe den eindruck aber, dass sie angestrebt wird. man sucht weitere personen, um sich quasi eine dazuzulegen. finde ich schräg.

ich hätte nichts dagegen, wenn polyamoren, auf PS einen partner suchen würden. nur sollten sie er ganz klar im profil ankündigen. ich will persönlich nicht in solchen geschichten, mitgerissen werden. aber anderen sollten tun, was sie gut finden. ja, eine subkategorie
 
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  • #26
Zeitverlauf -Antwort

Hallo Aidin,

eine Menge Fragen, ich würde empfehlen zunächst einmal in die vielen Artikel zu sehen die ich weiter oben gepostet habe bzw. TV-Filme in denen Polyamore aus ihrem Leben erzählen und wie sie das gestaltet. Dass kann ich hier gar nicht ein einem Posting zusammenfassen. Nur soviel, es geht! Auch Kinder und Familie sind selbstverständlich und auch das Funktioniert.

Zum nachdenken - viele leben "polyamore", nennen es nur nicht so und verheimlichen diese - sie gehen fremd und betrügen den Partner! Die Zahlen hierzu schwanken zwischen ca. 30-49% an "Fremdgängern", selbst wennn wir den pessimistischen Fall von 25% nehmen, ist das immer noch eine Menge.

So gut es hier in der Kürzte geht:

"Wie ist es mit Entscheidungen, die die Zukunft als Liebesgemeinschaft ( als Paar kann man das ja nicht bezeichnen ) betreffen z.B. Wohnsituation, Ortswechsel, Schwangerschaft."

Es gibt verschiedene Modelle. Einige sind verheiratet und haben "Nebenbeziehungen", dass wird dann als "Primary" and "Secondary" Konzept bezeichnet. Andere leben eher in einem Netzwerk gleichgestellter Beziehungen. Einige leben Haushaltstechnisch gesehen "singel" andere mit einer Person in einem Haushalt - also klassische ein Mann eine Frau mit oder ohne Kinder in einem Haus/Wohung, andere ein in einer Art Community, die man aber besser nicht mit den Kommunen aus den 68igern verwechseln sollte.

"Was passiert wenn einer der Partner sich trennt, was passiert, ..."
Nicht anderes als wie in jeder Trennung bei einer Partnerschaft....

"...wenn die Waage der Emotionen sich in eine Richtung neigt? "
Dann ensteht entweder ein verändertes "Primary"-"secondary" Verhältnis oder es wird eine andere Lösung gefunden. Emotionen ist man nicht hilflos ausgeliefert, sondern sie sind immer Produkt unserer Gedanken über die wir mit unser Willensfreiheit verfügen. Eifersucht ist auch bei Polys ein großes Thema, aber gerade darum geht es in Sachen persönlicher Reife. Polyamorie ist sicher nicht für jeden etwas, aber für gereifte Persönlichkeiten oder solche die bereit sind sich auf einen solchen Reifungsprozess einzulassen schon. Es braucht ein starktes Selbstwertgefühl - und dass ist nicht angeboren sondern immer anerzogen (je erwachsener ich werde desto mehr "erziehe" ich mich selbst / lerne ich eigenverantwortlich).

"Wenn dem so wäre, ist Polyamorie dann "natürlich" ?" Es gibt von biologischer Seite (ich bin von Haus aus Biologe) jede Menge gute Gründe anzunehmen, dass wir tendenziell polygam angelegt sind und die Monogamie eine kulturelle Erfindung ist, um Rivalität in größeren sozialen Gruppen zu Reglementieren. In archaischen Kulturen sind dieser kulturellen u. sozialen Erfindungen sicherlich sehr nützlich - aber im 21 Jahrhundert einer hochtechnisierten und hochzivilisierten Gesellschaft nicht mehr notwendig. Wir können z.B. das Kinderkriegen sehr gut kontrollieren und Verwandschaft lässt sich eindeutig bestimmen etc.. Wir können uns also recht frei entscheiden ob und mit wem wir Kinder kriegen - insbesondere im Verhältnis zu anderen oder historischen Kulturen.

"Ist Polyamorie ein Geisteszustand, bedingt durch Charakter oder Naturell, oder eine Entscheidung genährt aus Erfahrungen?"

Ich vermute (Hypothese) beides ist denkbar u. möglich! Als Biologe vermute ich, dass es eine polygame Veranlagung gibt, da dies evolutionär sinnvoll ist. Unsere Artverwanten scheiden hier allerdings zum Vergleiche aus ! Auch wenn das leider einige naive Seelen immer wieder gerne tun. Aber nahm wem sollten wir uns richten? Nach den in Monogamie lebenden Orangutans? Dem Silberrücken mit seinem Harem bei den Gorillas, nach den Schimpansen oder gar den Bonobos wo jeder mit jedem ständig - nur um soziale Spannungen abzubauen? Also, ein Vergleich ist hier nicht möglich und nicht sinnvoll, aber auch gar nicht notwendig - wir können durch rationale Entscheidungen einen eigenen Weg "konstruieren" - so wie wir auch andere soziale Phänomene konstruiert haben -z.B. die Monogamie, die Großfamilie vor 150 Jahren oder die typische "Kleinstadtfamilie" oder eben alleinerziehende oder sog. "Regenbogenfamilien". Wir sind phantasiebegabt und hoch technisiert - uns stehen viele Möglichkeiten offen u. etliche Mutige verwirklichen dies schon erfolgreich seit Jahrzehnten.

"Ist Polyamorie eine Konsequenzschwäche und sind alle beteilligten in der Lage das zu 100% zu leben, oder sind auch sie zu Schwach um auf das Monopol zu bestehen? "

Klingt nach Patologisierung. Angesichts der Komplexität einer Polybeziehung würde ich eher sagen, dass es viel mehr eine Form von persönlichkeitsstärke ist, wenn man das wirklich geregelt bekommt. Es ist viel einfacher Eifersüchtig zu werden/sein und das Objekt seiner Eifersucht argwöhnisch zu bewachen u. zu "schützen" als wäre es "Privateigentum" als meinem Partner die Freiheit zu lassen und ihm zu vertrauen, dass er sich an gemeinsame Regeln hält. Polyamorie bedeutet nicht die Abwesenheit von "Treue" sie ist lediglich anders definiert - z.B. als Loyalität. In guten wie in schlechten Tagen gilt daher in den verbindlichen u. auf Dauer angelegten Polybeziehungen genauso - nur eben gegenüber mehreren Menschen gleichzeitig - was ein mehr an Verantwortung bedeutet. Wer Polyamorie mit "freier Liebe" oder gar "Swingern" verwechselt, hat den Kern der Idee nicht erfasst, denn davon wollen sich die meisten Polys ganz bewusst unterscheiden, wenngleich man davon ausgehen kann, dass es hier im individuellen Einzelfall fließende Übergänge geben kann.... aber das steht nicht im Vordergrund für die "klassischen" Polys.
 
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  • #27
Alles schön und gut. Ich könnte da auch so einiges zu sagen, aber das ist für mich ebenso irrelevant.

Wenn ich jemanden liebe, dann liebe ich ihn ganz und gar, und da ist dann einfach kein Fünkchen Energie mehr frei, um noch jemand anderen genauso zu lieben. - Wenn man wie du schreibst seine Emotionen mit Gedanken und Willen steuern kann - was ich bei einer derartigen Intensität für blanke Selbstüberschätzung halte -, wenn das also möglich wäre, dann würde ich es genauso wollen, wie ich es eben beschrieben habe. – Andere können das anders sehen und machen was sie wollen, ich aber wollte es so. Aber Wollen muss ich ja eben gar nicht, denn das will einfach aus mir heraus. Und das ist es, was ihr und andere mir euren großaufgezogenen Theorien allesamt nicht verstanden habt: dass man nicht aufhalten kann und auch nicht aufhalten sollte, was aus tiefstem Innern aus einem herauswill.

Und wenn ich jemanden liebe, dann möchte ich natürlich in ähnlicher Intensität zurückgeliebt werden. Und das kann der andere nicht, wenn er sich bei mehreren Partnern entweder nur die Rosinen herauspickt oder aus lauter Pflichtgefühl nur von einem zum anderen springt, damit sich auch ja keiner benachteiligt fühlt, damit auch ja keiner abspringt.

Wenn ihr das könnt, gut. Ich kann's nicht. Ich wüsste auch nicht, wozu. Wie könnte das mein Leben besser machen?
 
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  • #28
P.S. dass ich gestern so fuchtig wurde, lag vor allem daran, dass ich dieses "ein bisschen seid ihr doch alle so, ihr wollt's euch bloß nicht eingestehen" nicht ausstehen kann. Fremdgehen ist nicht per se "latente Polyamorie". Abgesehen davon, dass Fremdgehen in den wenigsten Fällen mit Liebe zu zwei Menschen tun hat. Der Vergleich hinkt also sowieso und beweist gar nichts.

Und "Beweise" sind auch nicht nötig. Wenn jemand eine bestimmte Lebensweise bevorzugt, muss er sich vor niemandem legitmieren, also nicht beweisen, dass andere das doch auch machen oder es in der Natur ja auch vorkommt. Letzteres wäre ein naturalistischer Fehlschluss, und das geht ja nun gar nicht. Und zu ersterem möchte ich nicht als Beweisstück herhalten.

So, nachdem das geklärt ist, können wir uns gern sachlich darüber unterhalten. Interessieren tut mich sowas schon.
 
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  • #29
Und doch bin ich bei allen Vor- Zwischen- und Rückschlüssen schon sehr gespannt, wie der Philosophicus zu #27 argumentiert.
 
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  • #30
Interessant ist ja auch die Deutung von Eifersucht als Zeichen von Eigentumsansprüchen.

Schöne Theorie, mit der man sich so richtig schön schlechtfühlen darf, obwohl man sich vielleicht einfach nur billig abgespeist fühlt, wenn der/die "Liebste" einem Dinge ins Ohr flüstert, die er/sie auch noch ein paar anderen ins Ohr flüstert. Wie sang doch Herbert Grönemeyer einst? "Sein Aftershave liegt in der Luft, warum hat er nicht gleich meins benutzt". Eben.

Gleichzeitig liefert diese Theorie dem anderen eine schöne Legitimation für sein Tun, kann er einen doch schön einfach dem Totschlagargument "Eigentumsansprüche" abbürsten. Alles, nur nicht zur Kenntnis nehmen, dass der andere einfach nur leidet. Nicht nur das, man muss sich obendrein auch noch dafür schämen.

Ich hab mir das jahrelang angeguckt. Ein Ende bereitet habe ich diesem besch***enen Gefühl erst, als ich am Ende aus Trotz dasselbe gemacht habe. Da habe ich dann am eigenen Leibe gespürt, dass das nicht geht, dass es einen entweder innerlich zerreißt oder einem beide ziemlich egal sein müssen, um so leben zu können. Wie gesagt, ich kanns nicht. Und ich möchte auch nie wieder mit jemandem zu tun haben, der das kann.
 
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