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  • #121
AW: Schummeln?....oder doch Lügen?

@ Freudentanz:

Keine Ahnung, ob du etwas "falsch" verstehst...

Für mich sind "dreiste" Lügen auch inakzeptabel. So jemand wird einfach selektiert.

Und dann gibt es den breiten Bereich, wie Wahrheit ausgelegt wird. Da muss ich dann entscheiden. Bei meinem aktuellen Partner gab es auch ein, zwei Punkte die erst anders aussahen, als sie nachher wirklich waren. War bei ihm so "gewachsen", hatte er nicht eigens drüber nachgedacht. Auf Nachfrage und unter Berücksichtigung der gesamten Persönlichkeit konnte ich das einordnen und weiß, dass er ein grundehrlicher Mensch ist.

Ich plädiere ja hier immer wieder für etwas mehr Nachsicht in den ersten Kontakten mit einem noch unbekannten Menschen. Manchmal frage ich mich auch, warum ich das mache... ;-)

C.
 
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  • #122
AW: Antwort

Zitat von Freudentanz:
Nun ja, ich denke, es ist keine Lüge, wenn man sich positiv darstellt. Wenn ich ein schönes Foto einstelle und nicht gerade das, worauf ich unvorteilhaft aussehe. Das ist doch klar, oder? Das macht jeder und das weiß auch jeder. Darum geht es doch hier nicht, oder?

Es geht um dreiste Lügen. Oder? Verstehe ich hier etwas falsch?
Ist es nicht unerheblich, ob es eine grosse, kleine, dreiste, gravierende, schöne, unschöne Lüge, Schummellei oder Unwahrheit ist? Ist es nicht unerheblich, ob es eine soziale Lüge, Notlüge, Zwecklüge, dissoziale Lüge oder pathologische Lüge ist?

Die Entdeckung einer Unwahrheit oder Lüge hinterlässt mindestens einen fahlen Beigeschmack oder erzeugt sogar Misstrauen. Misstrauen in einer so sensiblen Phase des Kennenlerns und des Näherkommens legt den Grundstein für ein Scheitern.

Oder wer mag sich jemanden Öffnen, dem er nicht vertraut?
 
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  • #123
AW: Antwort

Zitat von Toni67:
Ist es nicht unerheblich, ob es eine grosse, kleine, dreiste, gravierende, schöne, unschöne Lüge, Schummellei oder Unwahrheit ist? Ist es nicht unerheblich, ob es eine soziale Lüge, Notlüge, Zwecklüge, dissoziale Lüge oder pathologische Lüge ist?
Ich halte das für durchaus relevant. Vor allem vor dem Hintergrund, dass angeblich jeder Mensch pro Tag bis zu 200 Mal die Unwahrheit sagt (was ich allerdings reichlich viel finde...).
Natürlich werde auch ich lieber nicht belogen bzw. 'angeschummelt' (wobei: lüg ich mir da nicht was in die Tasche...?), reagiere aber sicher auch kontextabhängig und bin, wie andere hier auch schon geschrieben habe, 'großzügiger' in Bezug auf Unwahrheiten bei Dingen, die mir selbst nicht so wichtig sind.
Was ich gar nicht haben kann, ist, wenn ich jemanden beim Lügen 'erwischt' hab und der/die dann weiterlügt oder aggressiv wird. Mal am Beispiel Guttenberg: da hat mich nicht der Betrug beim Erstellen seiner Doktorarbeit angewidert - sondern sein verlogenes Verhalten danach. Zu seinem Betrugsversuch zu stehen, wäre in meinen Augen ein Zeichen für Charakterstärke gewesen. Die Salamitaktik danach fand ich dann nur noch eklig.
 
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  • #124
AW: Antwort

Zitat von Toni67:
... Die Entdeckung einer Unwahrheit oder Lüge hinterlässt mindestens einen fahlen Beigeschmack oder erzeugt sogar Misstrauen. ...
Kannst du dir denn sicher sein, dass nichts, was du so von dir gibst als Unwahrheit wahrgenommen werden könnte, wenn man nicht die genauen Umstände und Hintergründe kennt? Kommt es bei dir nie zu Missverständnissen ??

Dann herzlichen Glückwunsch !

C.
 
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  • #125
AW: Antwort

Zitat von Verärgert:
... Mal am Beispiel Guttenberg: da hat mich nicht der Betrug beim Erstellen seiner Doktorarbeit angewidert - sondern sein verlogenes Verhalten danach. Zu seinem Betrugsversuch zu stehen, wäre in meinen Augen ein Zeichen für Charakterstärke gewesen. Die Salamitaktik danach fand ich dann nur noch eklig.
Das finde ich ein treffendes Beispiel.

Herr G. hat nach meiner Lesart mit hohen Erwartungen an sich selbst die Diss. begonnen. Dann waren Kinder und Familie da, ein Wahlkreis, viele schmeichelnde Einladungen und dgl. Die Diss. schleifte immer mehr. Plötzlich aber kam Druck auf, endlich zu einem Ende zu kommen. Sei es, weil der Doktorvater emeritierte oder was sonst so an "blöden" Sachen passiert. Tja und dann ist es halt irgendwie passiert. Augen zu und durch.

Sicher ist das alles kein Ruhmesblatt für Herrn G. Und schon gar nicht das Krisenmanagement, welches man wohl kaum als solches bezeichnen kann. Und alles begann mit einer übersteigerten Größenvorstellung.

Die andere Seite aber ist doch, dass unsere Gesellschaft solchen Menschen eine Bühne bietet. Wer genau hingesehen hat, konnte meiner Meinung nach schon weit vor dem Skandal den Geltungsdrang und dünnen Inhalt bei Herrn G. erkennen.

Und dann muss ich halt selbst entscheiden... Meine Stimme hätte er nie bekommen.

C.
 
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  • #126
AW: Antwort

Zitat von carlo:
Kannst du dir denn sicher sein, dass nichts, was du so von dir gibst als Unwahrheit wahrgenommen werden könnte,...
C.
Hätte, können, eventuell, vielleicht ist vollkommen unbedeutend. Wenn eine Unwahrheit nicht als solche entdeckt worden ist, ist sie für die anderen grundsätzlich erst einmal wahr, es sei denn, die anderen sind derartig misstrauisch, dass sie jedes gesprochenes Wort grundsätzlich in Frage stellen. Das ist dann aber ein anderes Problem des anderen.

Zitat von carlo:
.. wenn man nicht die genauen Umstände und Hintergründe kennt?
Dann sollte derjeneige vorsichtig sein und nicht vorschnell urteilen... Oftmals ist es anders, als es auf den ersten Blick scheint.

Zitat von carlo:
Kommt es bei dir nie zu Missverständnissen ??
Eine Unwahrheit oder Lüge ist doch kein Missverständnis?!?

Nein, ich bin nicht vorm missverstanden werden oder missverstehen gefeit ;-)
 
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  • #129
AW: Antwort

Zitat von carlo:
Kannst du dir denn sicher sein, dass nichts, was du so von dir gibst als Unwahrheit wahrgenommen werden könnte, wenn man nicht die genauen Umstände und Hintergründe kennt? Kommt es bei dir nie zu Missverständnissen ??
C.
Ach, Carlo, ich mag dich so gern, ganz ungelogen !! ;-))
 
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  • #130
AW: Schummeln?....oder doch Lügen?

Einige Äußerungen hier verlocken mich bald dazu zu behaupten : jeder/jede lügt manchmal. Mal mehr, mal weniger. Wahrscheinlich sehe ich das so, weil ich von mir sagen kann, dass ich ganz klar ein Lügen-Gen besitze (aber ich hab es meistens im Griff..;-)))

"Ja, meine Süße, die Giraffe hast du gaaaanz toll gemalt !" (Kritzelphase)
"Nein, danke, Tante Gerda, ich bin total satt !" (total versalzen...)
"Doch, man sieht, dass du abgenommen hast !"
"Ich habe dem die Vorfahrt genommen ?! Hab ich gar nicht gemerkt..."
"Ich bin mir total sicher, dass ich Ihnen die Mail geschickt habe !"
"Nee, also zu McDonalds, da geh ich ja NIIIIIIEEE hin ."
"Ich rauche nur ganz wenig."

Jeder baut sich seine Wirklichkeit und biegt sie sich auch mal zurecht - aus Angst, Unsicherheit, um nicht abgelehnt zu werden oder um jemanden zu schonen..
Und anscheinend hat jeder seine Themen und Schmerzgrenzen, wo die Augen mal zugedrückt werden oder wo man sich moralisch empört...

Warum regt man sich eigentlich so auf, wenn man angelogen wird ? Was für eine Art Panik oder Beklemmung bricht da eigentlich aus ? Fühlt man sich nicht ernstgenommen, geht ein Stück Sicherheit verloren, die wir ja so gern haben ?
Warum nehmen wir das manchmal im ersten Schritt persönlich und manchmal nicht ? Warum ist die erste Reaktion auf die Alterslüge "Er hat MICH angelogen !!!" statt "ER hat ein Altersproblem.".
 
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  • #132
AW: Schummeln?....oder doch Lügen?

@ Schreiberin

Ich dich auch. Und das ist jetzt keine Lüge. ;-))

Weißt du, woran ich angesichts deiner Liste denken musste? Dass ich meine Katze immer brav lobe, wenn sie mir ihre Beute stolz und liebend vor die Füße legt... - ... nur um ganz schnell zum Küchentuch greifen und die Reste entsorgen zu können...

;-)))

Carlo
 
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AW: Antwort

Zitat von Toni67:
Ist es nicht unerheblich, ob es eine grosse, kleine, dreiste, gravierende, schöne, unschöne Lüge, Schummellei oder Unwahrheit ist? Ist es nicht unerheblich, ob es eine soziale Lüge, Notlüge, Zwecklüge, dissoziale Lüge oder pathologische Lüge ist?

Die Entdeckung einer Unwahrheit oder Lüge hinterlässt mindestens einen fahlen Beigeschmack oder erzeugt sogar Misstrauen. Misstrauen in einer so sensiblen Phase des Kennenlerns und des Näherkommens legt den Grundstein für ein Scheitern.

Oder wer mag sich jemanden Öffnen, dem er nicht vertraut?
Natürlich macht es einen Unterschied, was für eine Art Lüge es ist. Wenn jemand statt 179 cm 180 cm angibt, finde ich das nicht schlimm. Er möchte eben häufiger gefunden werden und der 1 cm ist nun wirklich egal. Das merkt man nicht einmal. Und die anderen Lügen, die hier gerade so aufgezählt werden, haben nichts mit der Partnersuche zu tun. Natürlich lobe ich ein Kind, wenn es ein Bild gemalt hat. Natürlich sage ich mal zu meinen Nachbarn, es geht mir gut, obwohl es mir gerade schlecht geht. Na ja, derartige Beispiele haben nun wirklich nichts mit Lügen zu tun.
Die Unwahrheiten bei der Partnersuche sind eben was ganz anderes. Da wird bewusst gelogen und nicht aus Höflichkeit oder Anstand oder weil ich jemanden nicht verletzen will.
Ich bin auch Deiner Meinung, dass so eine Lüge einen ganz fahlen Beigeschmack hinterlässt und nur Misstrauen erzeugt und wirklich den Grundstein für das Scheitern legt. Mir ist jetzt schon häufiger passiert, erst dachte ich, es sei mal eine Ausnahme, aber nein. Anscheinend ist es ganz normal, dass hier gelogen wird, bis sich die Balken biegen. Es gibt hier sogar Männer, die noch eine Beziehung haben oder verheiratet sind. Man sucht dann wohl mal das schnelle Abenteuer. Es ist traurig, aber wahr. Daher muss man wohl leider sehr misstrauisch sein. Schade.
 
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  • #135
AW: Schummeln?....oder doch Lügen?

Wie überall gibt es auch hier eine Grauzone, die jeder für sich bewerten muss.

Mir ist mal ein kreativer Fall passiert, in dem sich eine Frau als "weiblich weich" bezeichnete. Praktisch war sie, was hier in PS noch als "normal" bezeichnet würde, also leicht übergewichtig.. Werde ich nie vergessen, es stimmte - und es wurde eine Beziehung.

Ansonsten würden mir bei unzutreffenden Angaben sofort die Alarmglocken laut schrillen. Da ist der Weg zum "Das war's" ganz kurz!