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Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefühle

Liebes Team, liebes Parship-Forum,

ich habe ein Problem.
Wie der Titel schon sagt, ich liebe jmd. in einer Beziehung.
Denke ich zumindest. Dass ich liebe.
Ich wohne mit ihr zusammen (Student, bzw. Doktorand, komplizierter).
Ich mag sie, sie mag mich, wir verstehen uns super, das Leben klappt, die Gespräche sind gut und lang.
Ich kenne auch ihren Freund. Es ist ein netter Kerl (ich meist nicht). Er ist sportlich (ich nicht, sie aber schon). Er ist wohl interessant (ich nicht, sie aber schon).
Kurz gesagt: Er ist besser für sie als ich.
Ich weiß das.
Ich liebe sie trotzdem. Und heule gerade.
Vermeiden geht nicht. Ich sehe sie ja jeden Tag. Aktiv werden geht auch nicht. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Es gibt wohl keinen Weg, dass wir beide glücklich werden, oder?


Der nächste Punkt: Ich denke, dass ich liebe.
Aber ich weiß es nicht.
Ich war nun viel zu lange Single.
Viel länger als ich wollte.
Im letzten Jahr war ich arbeitslos. Hatte 0 (ja, 0) Kontakt zu Frauen, saß nur zu Hause.
Nun habe ich wieder einen Job. Sie war die erste Person, die ich in einer neuen Stadt (und neuen Land) traf. Die erste Person seit langem, mit der ich näheren Kontakt habe. Die erste schöne Frau seit längerer Zeit, die sich nett mit mir unterhalten hat. Sie ist auch aktuell (trotz Parship) eine der wenigen schönen Frauen in meinem Leben, und die einzige die ich besser kenne.
Jedesmal wenn ich sie sehe frage ich mich, was ich für sie empfinde.
Liebe ich sie? Oder suche ich jemanden, der mich liebt, ohne aber selbst zu lieben?
Bin ich so verzweifelt (es sind Jahre), dass ich mein Verlangen nach Liebe eventuell nur in sie hineinprojiziere?
Wie kann ich sicher sein, dass meine Gefühle real sind? Dass es nicht ein selbstsüchtiges Verlangen ist? Dass sie ernst sind?

Ich verzweifele gerade. An mehreren Fronten. Ich wäre über jede Antwort dankbar.
 
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  • #2
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Hallo Kummer,

in (fast) jeder Zeile Ihres Beitrags wird deutlich, dass Sie sich im Moment in einer für Sie sehr schwierigen und konfusen Situation befinden.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann haben Sie nach längerer Zeit des Alleinseins besondere Gefühle für eine Frau, die in einer Beziehung mit einem anderen Mann lebt. Parallel dazu sind Sie sich aber nicht im Klaren, ob Ihr Empfinden für diese Person „echt“ bzw. „real“ ist.

Zunächst sind dies ja zwei Situationen, die unabhängig voneinander betrachtet werden können. Ich will Ihnen zuerst meine Gedanken zu Ihren Zweifeln an der „Echtheit“ Ihrer Gefühle schildern. Sie schreiben, dass Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Gefühle „real“ sind. Können Ihrer Ansicht nach Gefühle„unreal“ sein? Was wären das denn für Gefühle? Auch vor dem von Ihnen geschilderten Hintergrund, dass Sie in der jüngeren Vergangenheit sehr zurückgezogen und mit wenigen sozialen Kontakten gelebt haben, besteht zunächst mal kein Anlass, den eigenen Gefühlen zu misstrauen: Sie mögen sie, sie mag Sie, sie beide verstehen sich gut und haben gute Gespräche. Auffällig wird viel mehr, dass Sie sich selbst als Person in ein sehr schlechtes Licht rücken. Was ist der Grund dafür? Können Sie selbst sich erklären, warum Sie sich so negativ sehen? Ohne zu wissen, was hinter diesem geringen Selbstwertgefühl steckt, wie es also zustande gekommen ist, wäre es aus meiner Sicht ein erster, wichtiger Schritt, daran zu arbeiten. Sie schreiben selbst, dass sie Sie auch mag – vielleicht sind Sie gar nicht so uninteressant. Eventuell ist es gar nicht so wichtig, sportlich zu sein und möglicherweise machen Sie einen netteren Eindruck, als Sie meinen. Sie sollten alles dafür tun – wenn notwendig, auch mit Hilfe von außen – zu einem realistischen, positiveren Selbstbild zu gelangen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Sie dann auch wieder mehr Klarheit über die eigenen Gefühle und Empfindungen erlangen.

Laut einer Umfrage war bereits ein Drittel aller Deutschen schon mal in jemanden verliebt, der sich in einer Partnerschaft befand. Klar, dass dies eine komplizierte Situation ist. Hier gibt es verschiedene Sichtweisen: häufig hört man, dass eine bestehende Beziehung sowieso zum Scheitern verurteilt gewesen wäre, wenn sich einer der Partner in einen anderen Menschen verliebt. Andere sind der Auffassung, dass Personen, die sich in einer Partnerschaft befinden, absolut tabu sind. Ich denke, es gibt kein Patentrezept. Wichtig ist auf alle Fälle, die bestehende Beziehung zu respektieren und sich entsprechend zu verhalten. Damit Sie selbst Klarheit für sich und auch über die Gefühle der Frau für Sie als Person erhalten, wird aber auf Dauer kein Weg daran vorbei führen, ihr darüber zu berichten, was Sie für sie empfinden. Durchaus auch mit dem Hinweis darauf, dass sie die bestehende Beziehung zwischen ihr und ihrem Partner nicht infrage stellen wollen. Nur so kann es dann gelingen, diese Situation, die Sie ja ganz offensichtlich sehr belastet, zu entspannen und zu lösen.

Alles Gute und herzliche Grüße aus Hamburg,
Markus Ernst
 
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  • #3
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Vielen Dank für die Antwort.

Zitat von Markus Ernst:
Ich will Ihnen zuerst meine Gedanken zu Ihren Zweifeln an der „Echtheit“ Ihrer Gefühle schildern. Sie schreiben, dass Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Gefühle „real“ sind. Können Ihrer Ansicht nach Gefühle„unreal“ sein? Was wären das denn für Gefühle?
Geht definitiv, bei z.B. Wahnvorstellungen. Ja, natürlich ist das Empfinden real, die Basis ist aber einfach falsch.
Ob dies nun auch auf Liebe zutrifft...ich denke schon. Aus falsch verstandener Liebe wurden schon Morde begangen...okay, nicht das beste Beispiel, das Empfinden war wohl auch da echt. Aber das Resultat wurde/wird falsch bewertet.

Eventuell sind meine Gefühle auch echt, aber ich beschreibe sie nicht richtig.
Das Verlangen geliebt zu werden könnte man selbst durchaus für Liebe halten.
Man will die entsprechende Person um sich haben, man ist nicht glücklich wenn sie nicht da ist, man spürt ein Verlangen nach ihr.
Ist es, weil ich sie glücklich machen will, oder benötige ich sie als narzistischen Support, um mein Selbstwertgefühl aufzubauen? Wieso sollte ich sie dann glücklich machen wollen? Weil dies wiederum ein Selbstwertgefühl steigert, denn wenn ich darin versagen würde, wäre ich ja ein Verlierer.
Aber wie unterscheide ich das von einem wahren altruistischem Gefühl?
Auch wenn ich sage, dass man etwas selbstlos tut, dann ist es doch oft so, dass man darauf baut dass sich alle anderen ebenso verhalten. Ist dies dann wirklich selbstlos?

Zitat von Markus Ernst:
Auch vor dem von Ihnen geschilderten Hintergrund, dass Sie in der jüngeren Vergangenheit sehr zurückgezogen und mit wenigen sozialen Kontakten gelebt haben, besteht zunächst mal kein Anlass, den eigenen Gefühlen zu misstrauen: Sie mögen sie, sie mag Sie, sie beide verstehen sich gut und haben gute Gespräche. Auffällig wird viel mehr, dass Sie sich selbst als Person in ein sehr schlechtes Licht rücken. Was ist der Grund dafür? Können Sie selbst sich erklären, warum Sie sich so negativ sehen? Ohne zu wissen, was hinter diesem geringen Selbstwertgefühl steckt, wie es also zustande gekommen ist, wäre es aus meiner Sicht ein erster, wichtiger Schritt, daran zu arbeiten. Sie schreiben selbst, dass sie Sie auch mag – vielleicht sind Sie gar nicht so uninteressant. Eventuell ist es gar nicht so wichtig, sportlich zu sein und möglicherweise machen Sie einen netteren Eindruck, als Sie meinen. Sie sollten alles dafür tun – wenn notwendig, auch mit Hilfe von außen – zu einem realistischen, positiveren Selbstbild zu gelangen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Sie dann auch wieder mehr Klarheit über die eigenen Gefühle und Empfindungen erlangen.
Das Selbstwertgefühl dürfte ganz simpel auf der Realität basieren.
Ich habe in den letzten Jahren viel Zeit verschwendet. Eigentlich durchgehen.
Ich habe nichts erlebt. Ich habe nichts getan. Ich bin nicht gereist. Ich habe keine interessanten Hobbies (bzw. das letzte Hobby was ich habe, verabschiedet sich gerade, da alle meine Interessen aktuell auf 0 Fallen, aus unklaren Gründen; gestern konnte ich nichtmal irgendein sexuelles Interesse entwickeln währen ich Frauen beim tanzen zuschaute). Ich bin nicht ausgegangen. Ich habe keine richtigen Freundschaften aufgebaut. Ich kann nichts interessantes erzählen. Da ist einfach nichts.
(um's konkret zu sagen: seit meiner Jugend saß ich eigentlich durchgehend in meiner Freizeit am Computer, und das war's; Online-Dating hat schon seinen Grund hier, und es hat mich einiges an Selbstüberwindung gekostet)

Ich habe auch keinen Sport betrieben. Ich bin übergewichtig, faul, und unmotiviert, und der einzige Grund warum das aktuell besser wird ist pure Not (heißt: Bus zur Arbeit braucht länger als Rad, und ist teurer). Ich habe keinen Antrieb, lasse mich höchstens mitschleifen wenn andere etwas tun (nein, die Idee mit dem Rad war nicht meine). Mit gutem Aussehen ist es auch nicht weit her.

Ich bin auch keine freundliche Person (ich fluche viel, und bin unfreundlich zu Menschen; nicht unbedingt beabsichtigt, ist nunmal meine natürliche Reaktion), und wie man aus meinen Beiträgen sehen kann keine sonderlich positive (tja, Pessimist). Das sieht auch im echten Leben nicht anders aus.

Da gibt es also nichts, worauf man Selbstwertgefühl aufbauen könnte.
(abgesehen von Bildung und Arbeit, aber dank des aktuellen Projektes zweifle ich auch daran).

Es gibt daher auch einfach keinen Grund anzunehmen, dass eine gutaussehende, nicht viel weniger gebildete, interessante, sportliche, schlanke Frau auch nur einen Funken Interesse an mir haben könnte.
Oder auch nur irgendjemand, auf den mindestens 2 Dinge davon zutreffen. Ich würde mich ja selbst nicht kennen lernen wollen. Wieso also jemand anderes?

Zitat von Markus Ernst:
Ich denke, es gibt kein Patentrezept. Wichtig ist auf alle Fälle, die bestehende Beziehung zu respektieren und sich entsprechend zu verhalten. Damit Sie selbst Klarheit für sich und auch über die Gefühle der Frau für Sie als Person erhalten, wird aber auf Dauer kein Weg daran vorbei führen, ihr darüber zu berichten, was Sie für sie empfinden. Durchaus auch mit dem Hinweis darauf, dass sie die bestehende Beziehung zwischen ihr und ihrem Partner nicht infrage stellen wollen. Nur so kann es dann gelingen, diese Situation, die Sie ja ganz offensichtlich sehr belastet, zu entspannen und zu lösen.
Aber wird sie diese Offenbarung nicht belasten?
Kann es eine gute Idee sein jemanden, den man glücklich sehen will, mit solch eine Aussage traurig zu machen? Ist das nicht zu egoistisch?
Unter der Annahme, dass sie total glücklich in ihrer Beziehung ist, wird dies schließlich auch nichts ändern, außer ihr zu sagen, dass ihr Glück für mich Qual bedeutet.
Hört sich nicht nach einer guten Idee an.



Ein anderer Aspekt: Sollte ich nicht Eifersucht verspüren wenn ich wirklich verliebt bin?
Ich sehe sie ja oft. Auch mit ihrem Freund. Ich sehe sie auch (blöde Zufälle) regelmäßig nachdem sie Sex hatten (Wieso mache ich mich nicht davon, wenn ihr Freund da ist? A'la "uh, ich wollte ins Kino gehen"? Weil es keinen Sinn macht, wir leben mit vielen Leuten, man kann da nicht wirklich Privatsphäre in diesem Sinne schaffen, es ist immer jemand da), sind auch nicht zimperlich dabei darüber zu reden (nicht nur wir 2, sind ein paar Leute mehr; ist alles humorvoll dabei, wir lachen viel).
Ich spüre aber keine Eifersucht. Ich kann mir abends teils relativ klar sein dass die beiden gerade zusammen im Bett liegen, aber es ist mir egal.
Warum? Sollte das nicht anders sein?
 
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  • #4
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Es gibt kein altruistisches Gefühl, dass nicht auf der Befriedigung eigener Bedürfnisse basiert. Wir tun Dinge, weil wir uns dabei besser fühlen - selbst scheinbar selbstlose Verhaltensweisen basieren darauf.
Aber: Du fragtest dich, ob du ihr schadest oder ihr gut tust? Die Frage kann nur sie beantworten - nicht du. Solange du aber mit offenen Karten spielst, hast du die optimalen Rahmenbedingungen für sie geschaffen. Entscheiden, was für sie gut ist, muss aber sie - nur sie.

"Das Selbstwertgefühl dürfte ganz simpel auf der Realität basieren"? Du meinst mit Realität deine Vorstellung von der Welt? ;) Mal ganz im Ernst: Wenn du eine Beziehung willst, dann solltest du dich selbst lieben lernen. Ich meine damit keinen Narzissmus - sondern eine gesunde Wertschätzung gegenüber einem selbst. Du hast einen Job - hat nicht jeder. Du fährst mit dem Fahrrad zur Arbeit - macht auch nicht jeder. Du hast viel Zeit am Computer verbracht: Das waren bei mir die Zeiten, mit den meisten Kontakten... und dabei entstanden auch richtig nette Reallife-Bekanntschaften. Es macht den Eindruck, als hättest du Spaß an dieser gedanklichen Selbstgeißelung - das wird sich aber nur kurzzeitig gut anfühlen... aber so weit bist du ja eigentlich schon selbst, nicht wahr?

Und ja, es ihr zu sagen, wird belastend sein. Aber glaube doch nicht, dass es für dich und sie weniger belastend ist, wenn man nichts sagt. Ist es nicht absurd, dass du dich im ersten Abschnitt so abwertest und hier unten plötzlich zum Übermenschen wachsen sollst? Dieser Anspruch ist unrealistisch.

Du wirkst sehr auf dich fixiert - es macht nicht den Anschein, als hättest du im Moment noch freie Ressourcen für sie. Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, dann klappt das auch wieder mit der Klarheit über die eigenen Gefühle. Im Moment erweckt es eher den Anschein, als solle sie dich aus deiner misslichen Lage retten - kann sie aber nicht, da es keine objektiv missliche Lage gibt. Es gibt nur dich und deine Entscheidungen - die kannst du aber jeden Tag neu treffen. :)

Alles Gute dir.
 
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  • #5
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Zitat von agony:
Es gibt kein altruistisches Gefühl, dass nicht auf der Befriedigung eigener Bedürfnisse basiert. Wir tun Dinge, weil wir uns dabei besser fühlen - selbst scheinbar selbstlose Verhaltensweisen basieren darauf.
Aber: Du fragtest dich, ob du ihr schadest oder ihr gut tust? Die Frage kann nur sie beantworten - nicht du. Solange du aber mit offenen Karten spielst, hast du die optimalen Rahmenbedingungen für sie geschaffen. Entscheiden, was für sie gut ist, muss aber sie - nur sie.

[...]

Und ja, es ihr zu sagen, wird belastend sein. Aber glaube doch nicht, dass es für dich und sie weniger belastend ist, wenn man nichts sagt.
Wieso sollte es für sie belastend sein wenn ich das ganze nicht erwähne o_O?
Und wieso schafft das für sie optimale Rahmenbedingungen?
Ich weiß nicht, das macht für mich nicht allzu viel Sinn, könntest du das bitte etwas ausweiten?

Zitat von agony:
"Das Selbstwertgefühl dürfte ganz simpel auf der Realität basieren"? Du meinst mit Realität deine Vorstellung von der Welt? ;) Mal ganz im Ernst: Wenn du eine Beziehung willst, dann solltest du dich selbst lieben lernen. Ich meine damit keinen Narzissmus - sondern eine gesunde Wertschätzung gegenüber einem selbst. Du hast einen Job - hat nicht jeder. Du fährst mit dem Fahrrad zur Arbeit - macht auch nicht jeder. Du hast viel Zeit am Computer verbracht: Das waren bei mir die Zeiten, mit den meisten Kontakten... und dabei entstanden auch richtig nette Reallife-Bekanntschaften.
Kann ich leider nicht behaupten, dass das ganze aus der aktuellen Sicht sonderlich positiv war *schulterZuck*.
Und naja...diese 2 positiven Dinge machen die Sau jetzt nicht fett, wenn man das auf die Gesamtsituation bezieht :(.
Du sagst auch nicht dem durchschnittlichen...was-auch-immer, dass er durchaus eine Chance hat Halle Berry zu kriegen, weil er ein paar positive Dinge im Leben hat.

(schlechter Vergleich, gebe ich zu)

Zitat von agony:
Es macht den Eindruck, als hättest du Spaß an dieser gedanklichen Selbstgeißelung - das wird sich aber nur kurzzeitig gut anfühlen... aber so weit bist du ja eigentlich schon selbst, nicht wahr?
Ich weiß nicht, ob es jemals Spaß gemacht hat. Kann sein. Inzwischen aber auf jeden Fall nicht mehr.
Allerdings sind die Gedanken immernoch mehrheitlich negativ, und ich will da raus.

Zitat von agony:
Ist es nicht absurd, dass du dich im ersten Abschnitt so abwertest und hier unten plötzlich zum Übermenschen wachsen sollst? Dieser Anspruch ist unrealistisch.
Sehe ich eigentlich nicht so.
Ja, ich bin unglücklich. Ja, ich bin nicht wirklich positiv. Heißt nicht, dass ich nicht will das andere glücklich sind.

Zitat von agony:
Du wirkst sehr auf dich fixiert - es macht nicht den Anschein, als hättest du im Moment noch freie Ressourcen für sie. Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, dann klappt das auch wieder mit der Klarheit über die eigenen Gefühle.]

[...]

Im Moment erweckt es eher den Anschein, als solle sie dich aus deiner misslichen Lage retten - kann sie aber nicht, da es keine objektiv missliche Lage gibt. Es gibt nur dich und deine Entscheidungen - die kannst du aber jeden Tag neu treffen. :)
Weiß ich wieder nicht, ob das so richtig zutrifft (was heißt eigentlich "mit sich im Reinen sein"?), aber wenn dem so wäre, dann bliebe noch die große Frage "wie denn"?
 
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  • #6
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Diese blöden Gefühle. Ich weiß echt nicht, was ich denken soll.
Mir geht's gerade relativ gut (im Gegensatz zum Zeitpunkt als ich den Eröffnungbeitrag schrieb).
Meine Gefühle sind noch immer stark. Aber mehr als Freundschaft?
Weiß ich nicht.
Würde ich gern mehr Zeit mit ihr verbringen (war schon ausreichend heute)? Sie umarmen? Küssen? Mit ihr im Bett liegen? Mit ihr meine intimsten Gedanken austauschen (in beide Richtungen; ich will so viel von ihr wissen, weiß aber nicht, ob ich es fragen kann, ob sie antworten wird, ob es überhaupt angebracht ist)? Sie einfach nur glücklich sehen? Ihr in die wunderschönen Augen schauen während sie mich anlächelt? Ja zu allem.
Aber ist das Liebe?
Gott, ich weiß es nicht.
Wie findet man das raus?
Es macht mich wahnsinnig.


Und wunderbar, langes WE. Und (fast) niemand ist da (die meiste Zeit über), außer ihr.
Was tun? Was denken? Was fühlen?
All diese Fragen.
 
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  • #7
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Mh - dann habe ich doch noch etwas Gedankenfutter für dich. Hatte es bereits geschrieben, wollte es nur nicht posten, aber so hast du wenigstens was zu tun... und vielleicht bringt es dir an der einen oder anderen Stelle was. :)

Wieso es für sie belastend ist, wenn du Dinge nicht erwähnst, die dich beschäftigen/ belasten: Menschen können nicht ganz gezielt bestimmte Probleme ausblenden, d.h. im Umgang untereinander verhält man sich immer "anders", wenn einen selbst noch etwas beschäftigt. Wenn der andere nicht weiß, warum das so ist, dann sorgt er selbst für die "Gründe" - sprich: Neben Irritationen treten auch noch Spekulationen auf. Das führt zu einem ganz ungesunden Miteinander.
Optimale Rahmenbedingungen für einen mündigen Menschen definieren sich u.a. darüber, dass er alle notwendigen Informationen hat und selbst frei entscheiden darf. Und du willst ihr doch nicht die Chance nehmen, selbst zu entscheiden, was für sie gut ist, oder?

Halle Berry: Mal ganz ehrlich: Was willst du mit Halle Berry? Du magst diese Frau doch nicht mal... wieso sollte man sich also darüber beschweren, dass man sie nicht hat?! Stelle dir mal einen Monat mit ihr vor - was du alles jeden Tag tun müsstest... wahrscheinlich willst du dann gleich gar keine Beziehung mehr. *g*
Aber ganz generell: Weder 1 positive Sache noch 100 positive Sachen machen "die Sau fett" - deine Einstellung hingegen schon. :) Letztlich war es das, was ich auch mit dem Kommentar meinte, dass es keine objektiv missliche Lage gibt. Du wirst in deinem Leben nichts finden, was objektiv hinreichend für ein tolles Leben spricht - und umgedreht genauso. Die Tatsache, dass es z.B. Milliarden von Menschen gibt, denen es deutlich schlechter geht, bringt dir ja auch nichts.

Negative Gedanken: Negative Gedanken sind kurzfristig oftmals sehr wohltuend - das entsteht alles nicht umsonst. Wichtig für dich: Die Möglichkeiten einer genauen psychologischen Diagnostik in Anspruch nehmen und dann ggf. Psychotherapien in Betracht ziehen. Eventuell könntest du dir da ein paar gute Techniken aneignen. Aber: Ich weiß nicht, wie die Situation bei dir in den Niederlanden ist (wenn ich mich nicht irre, warst du ja nicht in Deutschland).

Oh, ich glaube dir, dass du willst, dass andere glücklich sind - wieso auch nicht? Aber: Die Anforderung, die du damit an dich selbst stellst, sind aus meiner Sicht sehr hoch. Und auch hier gilt wieder: Wie willst du eine andere Person glücklich machen, wenn es dir bei dir im Moment noch nicht so ganz gelingt? Immer erst dich selbst in eine stabile Lage bringen - vorher brauchst du dir nicht nen Kopf um andere zu machen.

Mit dir selbst im Reinen sein: Da musst du leider selbst auf die Suche gehen. :)

Und noch kurz zu deinem neuen Posting:
Der eine Gedanke wäre, dass du wirklich mal in Betracht ziehen könntest, dir psychotherapeutische Hilfe zu holen. Insbesondere wenn du meinst, dass dich deine Stimmungsschwankungen im Alltag stören.
Der andere Gedanke bezieht sich auf deine Vorstellungen zu "Liebe": Es ist nur ein Wort - nicht mehr und nicht weniger. Du kannst diese ganze Energie viel besser einsetzen als sie für "Definitionen" zu nutzen. Es wirkt auf mich auch etwas unschön, dass da eine Gedankenwelt aufgebaut wird - und du nicht so viel Wert auf die Synchronisation mit dem Alltag legst. Sowas kann sich auch schnell anstauen und dann platzt es irgendwann mal heraus... was entweder ihr gegenüber sehr unschön wird (weil sie plötzlich von sehr viel und sehr heftig überrollt wird) oder was für dich sehr unschön wird (noch stärkere Stimmungsschwankungen etc.).
 
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  • #8
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

*pfff*...*hmm*...verdammt, das macht alles leider Sinn :(.

Ich weiß aber nicht, ob ich die Energie haben werde, irgendwas davon in Angriff zu nehmen, da die Umstände aktuell schwierig sind.

Kann es da eigentlich ein positives Ende geben? Sie wird nicht ihren Freund verlassen, denke ich nicht. Ich kann jetzt nicht beurteilen, wie die 2 zueinander passen, aber wenn es eine Beziehung gibt, dann wohl gut genug. Ich besser? Denke ich nicht. Wir verstehen uns gut, aber besser als die 2? Wir 2 sind uns in einigen Dingen auf jeden Fall ähnlicher als sie und er (mal vom allgemeinen Verhalten her zu schließen), und sie erzählt mir auch Dinge über ihn (jetzt nicht soooo wirklich relevantes Zeug [naja, evtl. 1 Sache], aber immerhin), und neulich haben wir (4 Leute) über Liebe geredet, und ob es sich lohnt, über längere Zeit mit jmd. zusammen zu sein, wenn man nicht denkt dass er 100%ig passt...ob das jetzt irgendein Blick in's Innere war...Gott, mein Kopf.

...äh...also mal wieder zum Wahrscheinlicheren, ich mache mich zum Trottel und sage ihr dass ich sie Liebe, und das beruht jetzt zu 100% nicht auf Gegenseitigkeit...gibt es dann noch eine Möglichkeit weiterhin befreundet zu bleiben?
Wie nimmt man denn sowas allgemein auf? Wie reagiert man auf so ein "Geständniss"?

Hierbei muss man noch sagen, dass wir nur noch circa 1 Monat zusammenleben (nicht selbst gewählt, kommt durch die Umstände, und ich denke dass auch sie gerne noch hier wohnen bleiben würde; ich werde auch ausziehen müssen, aber wann anders; alles in der selben Stadt), und dass der Kontakt dann auf jeden Fall wohl abnehmen wird (ist ja klar, man sieht sich nicht mehr täglich...oder wöchentlich). Kann man nach sowas noch eine Freundschaft weiter pflegen? (Mal ganz abgesehen davon dass ich ja selbst nicht weiß wie es nach dem Auszug weiter gehen soll, wie man Kontakt hält).
Zusätzlich kommt noch hinzu, dass ein gemeinsamer Freundeskreis abgesehen von den Mitbewohnern nicht existiert, und dass hiervon die wirklich relevanten Personen auch bald darauf in ihre Heimat (Ausland) zurückkehren, und man daher aus dieser Richtung (gemeinsame Unternehmungen) nicht viel tun kann.
Weiß auch nicht, wie ich dann einen direkten Kahlschlag des Freundeskreises verkraften würde.

Die aktuelle Situation ist einfach nur Dreck.Dreck. Dreck. Dreck.
 
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  • #9
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Ich würde auch den Blickpunkt einer Frau sehr begrüßen.

Ich denke, ich mach' mir einfach zu viele Gedanken...evtl....
 
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  • #10
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Voilà - hier der Blickpunkt einer Frau :)

Lieber Kummer, du machst genau das, was ich auch immer mache, wenn ich mich in jemanden verliebe, den ich nicht kriegen kann: Du rationalisierst, bzw. erklärst dir die Gefühle einfach weg. Du sagst, dass du nicht weisst, ob du was für sie empfindest.. doch, weisst du schon, tief drin.. aber es passt deinem Verstand nicht in den Kram, weil du denkst/weisst, dass eh nichts draus wird. Ich habe mich mal in meine beste Freundin verliebt. Mein Verstand ist auf Hochtouren gelaufen, um mir zu erklären, dass das alles gar nicht sein kann. Kann es eben doch. Unser Herz kümmert sich nicht darum, ob ein Verliebtsein unsere Wohnsituation kompliziert macht, unsere Freundschaften zerstören könnte oder ob wir realistische Chancen haben.

Wenn ich deine Selbstbeschreibung lese, habe ich den dringenden Verdacht, dass du klinisch depressiv bist und etwas unternehmen solltest. Was du "Faulheit" nennst, könnte eine depressiv bedingte Antriebslosigkeit sein. Auch dieses Grübeln und an seinen Gefühlen zweifeln kann durch die Depression angetrieben werden, weil man da eh wie hinter einer Glasscheibe lebt. Dieser unglückliche Zustand ist nicht erst seit gestern. Du solltest dich einem Menschen anvertrauen können und ich glaube, es wäre jetzt an der Zeit, einen Therapeuten aufzusuchen.

Auch wenn du vielleicht aus deiner Sicht oder der Sicht einer sogenannten Gesellschaft nicht allzu viel geleistet hast, du verdienst es wie jeder andere Mensch auch, glücklich zu sein.
Was ich in Bezug auf deine Mitbewohnerin raten kann ist auch, dass du offen bist. Sie wohnt doch sowieso nur noch einen Monat bei dir. Du musst ja nicht gleich ein vollumfängliches Liebesgeständnis machen. Aber es könnte schon mal was sein, ihr beiläufig zu sagen, dass du manchmal schon ganz neidisch auf ihren Freund bist. Weil sie eine tolle Frau ist. Vielleicht kannst du ihr auch einfach danke sagen für die gute Zeit, die ihr hattet und dass du traurig bist, dass sie bald auszieht. Und sie fragen, ob ihr in Kontakt bleibt.
 
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  • #11
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Danke für die Antwort :).

Wenn noch jmd. was zum Thema Reaktion auf ein missglücktes Liebesgeständniss schreiben könnte....

Zitat von milly:
Lieber Kummer, du machst genau das, was ich auch immer mache, wenn ich mich in jemanden verliebe, den ich nicht kriegen kann: Du rationalisierst, bzw. erklärst dir die Gefühle einfach weg. Du sagst, dass du nicht weisst, ob du was für sie empfindest.. doch, weisst du schon, tief drin.. aber es passt deinem Verstand nicht in den Kram, weil du denkst/weisst, dass eh nichts draus wird. Ich habe mich mal in meine beste Freundin verliebt. Mein Verstand ist auf Hochtouren gelaufen, um mir zu erklären, dass das alles gar nicht sein kann. Kann es eben doch. Unser Herz kümmert sich nicht darum, ob ein Verliebtsein unsere Wohnsituation kompliziert macht, unsere Freundschaften zerstören könnte oder ob wir realistische Chancen haben.
*seufz* ...aber was kann man tun, außer zu leiden :(?

Und ich bin mir noch immer nicht sicher, was ich fühle.
Sie ist über das WE nicht da. Was mich nicht glücklich macht. Wie so ziemlich jeder Tag, an dem ich sie nicht sehe.
Ist es das?

Zitat von milly:
Wenn ich deine Selbstbeschreibung lese, habe ich den dringenden Verdacht, dass du klinisch depressiv bist und etwas unternehmen solltest. Was du "Faulheit" nennst, könnte eine depressiv bedingte Antriebslosigkeit sein. Auch dieses Grübeln und an seinen Gefühlen zweifeln kann durch die Depression angetrieben werden, weil man da eh wie hinter einer Glasscheibe lebt. Dieser unglückliche Zustand ist nicht erst seit gestern. Du solltest dich einem Menschen anvertrauen können und ich glaube, es wäre jetzt an der Zeit, einen Therapeuten aufzusuchen.
Ich habe inzwischen die Wikipedia zu dem Thema durch, und es ist einfacher zu sagen was ich nicht habe, als was ich habe.
Was mir aber in der aktuellen Situation nicht hilft, weswegen es nett wäre sich nicht darauf zu konzentrieren :).

Zitat von milly:
Auch wenn du vielleicht aus deiner Sicht oder der Sicht einer sogenannten Gesellschaft nicht allzu viel geleistet hast, du verdienst es wie jeder andere Mensch auch, glücklich zu sein.
Die Aussage würde ich mal grundsätzlich zurückweisen, da ich nicht sagen würde dass man es grundsäztlich verdient hat, glücklich zu sein, aber das ist eine andere Diskussion.

Zitat von milly:
Was ich in Bezug auf deine Mitbewohnerin raten kann ist auch, dass du offen bist. Sie wohnt doch sowieso nur noch einen Monat bei dir. Du musst ja nicht gleich ein vollumfängliches Liebesgeständnis machen. Aber es könnte schon mal was sein, ihr beiläufig zu sagen, dass du manchmal schon ganz neidisch auf ihren Freund bist. Weil sie eine tolle Frau ist. Vielleicht kannst du ihr auch einfach danke sagen für die gute Zeit, die ihr hattet und dass du traurig bist, dass sie bald auszieht. Und sie fragen, ob ihr in Kontakt bleibt.
Das meiste davon wurde schon gesagt, allerdings eher mit spielerischem Tonfall, und nur in kleinerem Umfang ernst (auch wenn ich denke, dass sie das sieht, dass da beim meisten die Wahrheit dahinter ist).
Ich werde natürlich beim Auszug was entsprechendes nochmal sagen (wenn ich sie denn alleine erwische; sollte möglich sein), aber dann...was soll passieren?

Mit dem Kontakt halten...ja, will ich. Sie ist wunderbar, sie getroffen zu haben ist eine der besten Sachen in den letzten Jahren, ich will sie nicht verlieren.
Aber ich weiß nicht wie.
Wie hält man zu jmd. Kontakt, wenn man keine gemeinsamen Hobbies, keine gemeinsamen Interessen hat, sondern nur zufällig zusammen gelebt hat? Es ist nicht so, dass man sich unverfänglich zu irgendwas regelmäßig (oder wie auch immer) treffen könnte, es ist jedesmal eine Investition, die man nicht ohne weiteres immer aufbringen kann (ich wohl eher, da ich mehr Zeit habe, mangels Partner).
Wie mache ich das?
(ja, ich habe nicht viel Wert auf soziale Kontakte in den letzten Jahren gelegt; ich habe nicht wirklich irgendwelche Freundschaften gepflegt, mich nie in meiner Freizeit mit den Leuten um mich herum getroffen; Ich habe keinen wirklichen Kontakt zu den Leuten aus meiner vorherigen Studien- oder Schulzeit, egal zu wem [okay, ist auch eine "leichte" räumliche Trennung]; ich weiß einfach nicht, wie man sowas macht; wie mache ich das?)

Es kommt noch hinzu, dass sie nach diesem Semester ein Praktikum absolvieren wird. Die meisten Studenten hier machen das nicht in der Heimatstadt. Und sie ist sehr reiselustig. Wo wird sie hingehen? Wie wird es dann weitergehen?

Es ist so fürchterlich :(.
 
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AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Zitat von Kummer:
Sie ist über das WE nicht da. Was mich nicht glücklich macht. Wie so ziemlich jeder Tag, an dem ich sie nicht sehe.
Ist es das?

Mit dem Kontakt halten...ja, will ich. Sie ist wunderbar, sie getroffen zu haben ist eine der besten Sachen in den letzten Jahren, ich will sie nicht verlieren.
Aber ich weiß nicht wie.

Wie hält man zu jmd. Kontakt, wenn man keine gemeinsamen Hobbies, keine gemeinsamen Interessen hat, sondern nur zufällig zusammen gelebt hat?

(ja, ich habe nicht viel Wert auf soziale Kontakte in den letzten Jahren gelegt; ich habe nicht wirklich irgendwelche Freundschaften gepflegt, mich nie in meiner Freizeit mit den Leuten um mich herum getroffen; Ich habe keinen wirklichen Kontakt zu den Leuten aus meiner vorherigen Studien- oder Schulzeit, egal zu wem [okay, ist auch eine "leichte" räumliche Trennung]; ich weiß einfach nicht, wie man sowas macht; wie mache ich das?)

Es ist so fürchterlich :(.
Lieber Kummer,

ich hab Deine Sätze ein bißchen komprimiert.
Tips, wie Du Deine Mitbewohnerin für Dich gewinnen könntest, habe ich keine.

Aber das Angebot einer anderen Sicht auf "das Problem". Vielleicht paßt was davon für Dich.

Für mich liest sich das so, als sei Dein Liebesgefühl aus heftigem Mangel und zufälliger Nähe entstanden.
Du beschreibst Dich als generell uninteressiert, ohne soziale Kontakte, muffelig und verhockt. Deine Mitbewohnerin erscheint wie die Sonne, das Leben an sich.
Bei mir entsteht das Bild, dass Du in einem selbstgemauerten Gefängnis sitzt, mit einem Loch in der Wand, durch das Du Deine Mitbewohnerin beobachtest und Liebesgefühle für sie hegst. Und jetzt droht sie sich zu entfernen, und Du weißt nicht wie weiter.

Wie kann das sein, "Liebe", wenn es keine gemeinsamen Interessen gibt, keine gemeinsamen Hobbys, nur zufälliges Zusammenwohnen?
Was sollte das Fundament einer Beziehung sein, falls sie frei wäre und daran interessiert?

Was die anderen geschrieben haben - Deine Gefühle ihr mitteilen - finde ich gut.

Aber darüber hinaus könntest Du auch überlegen, ob die Sehnsucht nach ihr, nach ihrer Nähe, nicht auch Deine Sehnsucht nach Menschen, nach Leben, nach Nähe, nach Kommunikation, nach ... (bitte ergänzen) ausdrückt.
Natürlich wäre es schmerzhaft, wenn sie wegzieht. Wenn sie in Dir nur einen netten Mitbewohner sieht.
Aber einen Teil dessen, was Du Dir von ihr wünschst, kannst Du auch bei anderen Menschen finden. Wenn Du Dich auch auf sie einläßt, mit ihnen Kontakt aufnimmst, mit ihnen sprichst.

Ich an Deiner Stelle würde versuchen, den Kontakt mit ihr zu halten, wenn sie weggeht.
Aber sie nicht am Ende mit intensivsten Bedürfnissen und Wünschen konfrontieren, die bisher in eurem Umgang auch nicht enthalten waren.

Und mal kritisch draufgucken, ob sich nicht an ihr als Person alle Deine unerfüllten Wünsche ans Leben oder an die Menschen festgemacht haben. Dafür spricht aus meiner Sicht z.B. dass es erst so richtig akut wird, weil ihr Auszug bevorsteht. Dass die bestehende Partnerschaft für Dich bisher o.k. war.

Natürlich heilt das Anknüpfen an alte Bekanntschaften oder das Eingehen neuer Kontakte keinen akuten Liebeskummer. Aber es kann für die Beziehung mit dem Schwarm entlastend sein, wenn sie nicht allen zwischenmenschlichen Mangel in Deinem Leben auf einmal heilen soll.

Und falls sich davon was verletzend liest, entschuldige. Ist nicht meine Absicht gewesen und weil ich die Situation in echt nicht kenne kann ich natürlich völlig daneben liegen.

LG Luisa
 
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  • #13
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Nein, danke, ich denke das trifft den Nagel auf den Kopf.

Und das ist, was ich fürchte, und nicht weiß.
Ich weiß nicht, ob das echte Gefühle sind, oder ob das ganze nur geschieht, weil sie halt zufällig da ist. Ich weiß nicht, ob ich sie will, oder ob ich jede erstbeste weibliche Person, die zufällig da gewesen wäre, genauso ansehen würde.
Echte Gefühle, oder nur ein abgedrehtes Hirngespinst, wie den Unterschied machen?
Was ist, wenn das ganze nicht echt ist?
Wenn ich alles, was ich suche, nur in ihr sehe, ohne dass da aber etwas dahinter steckt, nur ein verzweifelter Strohhalm?
Aber was, wenn das ganze echt ist? Ich meine, ich kann das ja mit nichts vergleichen. An nichts festmachen. Wie den Unterschied feststellen?


Aber da fehlen noch ein paar Details, zu deinem Post, was evtl. das Bild ändert, evtl. auch nicht. Wie auch immer:
- Ich lebe nicht nur mit ihr, sondern mit einem Dutzend Personen (alles nette Leute; 6 Frauen, davon 4 mit Freund; 2 andere würde ich als attraktiv bezeichnen (ohne sie), eine ist aber nur übergangsweise hier); die meisten davon ziehen aber vor ihr aus
- Das war schon akut, bevor der konkrete Auszugstermin klar war, allerdings war der Fakt, dass wir ausziehen müssen, schon von Anfang an klar.
- Die aktuelle Situation ist für mich nicht total okay (wäre toll wenn ihr Freund jetzt sofort von Aliens entführt würde; wäre schön wenn ich das denken könnte, aber ich will ja nicht, dass irgendwas passiert, was ihr Schmerz bereitet), aber immer noch besser als die meisten anderen (was heißt: relativ okay).

Ich war wohl isoliert, bin das aber nicht mehr. Sie war trotzdem die erste Person, die ich nach der Zeit kennen lernte. Ich weiß nicht, ob sich das irgendwie ausbalanciert.

Es ist WE, sie ist nicht hier. Habe trotzdem was zu tun, habe viel geredet heute, mit all den Leuten. Trotzdem denke ich an sie. Was sagt das?


Zitat von luisa:
Wie kann das sein, "Liebe", wenn es keine gemeinsamen Interessen gibt, keine gemeinsamen Hobbys, nur zufälliges Zusammenwohnen?
Was sollte das Fundament einer Beziehung sein, falls sie frei wäre und daran interessiert?
Gleiche Persönlichkeiten? Gemeinsame Ansichten? Wir verstehen uns gut, haben größtenteils das gleiche Weltbild, selbe Ansichten zu Politik, Religion, etc.
Wir können lange reden, gut zusammen lachen, verstehen uns teils ohne Worte (naja, man sieht sich an, grinst, schlussfolgert dasselbe, stellt die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt, oder muss aber teils nicht fragen, weil man weiß, was der andere wohl denkt, etc).
Ist das nichts wert?



Weiß auch nicht, wann ich ihr's sagen könnte. Nicht vor ihrem Geburtstag. Danach ist sie an einem WE nicht da (Ausflug mit Freund), dann ist's das WE direkt vor ihrem Auszug, und da ich mich da als Hilfe anbieten sollte/werde/angesehen werde/evtl. verpflichtet werde, ist das auch nicht der perfekte Zeitpunkt.



Oh Gott, ich hasse diese Situation :(. Alles daran.
 
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  • #14
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

Lieber Kummer,

ist es denn so wichtig, ob Deine Gefühle ganz echt Liebe sind oder nur halb echt?

Ich versuche jetzt mal, das ganze von der Seite der Frau aus zu sehen.
Sie hat eine Beziehung, die ok ist (soweit Du schreibst). Sie hat einen netten Mitbewohner (Dich), mit dem sie sich sehr gut versteht.
Vielleicht dauern manche Blicke ein bißchen zu lang von ihm. Vielleicht schwingt da manchmal ein "ich weiß nicht was"-mit (ist der etwa in mich verliebt??).

Wenn sie an eine Beziehung mit Dir dächte, könnte sie Dir ja einen Wink geben. Z.B. jammern über die Beziehung mit ihrem Freund, dass da irgendwie die Luft raus ist ... und dann gucken wie Du reagierst.
Solange sie das nicht tut, würde ich davon ausgehen dass die Beziehung für sie ist, was sie gerade leben möchte. Und dass sie nicht den Wunsch oder Gedanken hat, ihren Freund abzuservieren und mit Dir eine Beziehung zu beginnen.

Du willst ihr, wie Du schreibst, keinen Kummer bereiten.
Könnte es dann ein Weg sein, Deine Gefühle einfach ernst zu nehmen als reine Liebe? Als eine Liebe, die nichts fordert vom anderen, nichts haben möchte, niemand besitzen, keine Beziehung stören.
Die der Frau einfach das Beste für ihr Leben wünscht, und sich aus der Ferne mitfreut, wenn es ihr gut geht?

Du kannst den Kontakt ja halten. Und das ist einfacher, wenn von Deiner Seite aus keine Beziehungswünsche zum Schluß kommen. Sondern einfach, sich immer wieder melden. Gemeinsame Unternehmungen (Kneipe, Kino, kochen, Spaziergang - da wirds doch was geben?) vorschlagen.
Du könntest ihr auch sagen, dass Du sie sehr vermissen wirst. Dass Du Dir wünschst, dass eine Freundschaft bleibt. Ob sie sich freut, wenn Du Dich meldest.
Dann gibts nicht am Ende ein Durcheinander, und der Kontakt bricht nicht vielleicht ganz ab, wegen zu kompliziert.

Ihr sagen, dass Du in sie verliebt bist, könntest Du auch noch, wenn sie schon ausgezogen ist, oder? Und es gäbe kein Drama zu ihrem Geburtstag, oder was schräges zum Auszug. Sondern Du kannst ihr als guter Freund, wie es Eurem bisherigen Verhältnis entspricht, helfen beim Umzug. Siehst, wo sie leben wird.

Ich finde, man kann sich verlieben - aber man muss dem nicht jeden Raum geben. Wenn es eine gute langjährige Beziehung stören würde. Und die eigene Freundschaft belasten. Sondern man könnte sich doch auch darüber freuen, wenn man - so wie Du es schilderst - aus einer Zeit der Kontakt- und Beziehungslosigkeit auftaucht und merkt: ich fühle was für jemand anderen. Und man kann warten, bis das Gefühl der Verliebtheit mangels Nahrung sich dann allmählich abschwächt.

Herzliche Grüße, Luisa
 
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  • #15
AW: Verliebt in jmd. mit Beziehung / Problem mit der Glaubhaftigkeit der eigenen Gefü

@Kummer
Du merkst durch sie, dass es da 'draußen' lebenswert und interessant ist. Klasse. So interessant, dass du das Loch in der Mauer vergrößerst. UND geh hindurch. Sag ihr, was du fühlst. Wer fragt, ist 5 Minuten ein Narr, wer nie fragt, ein Leben lang. Willst du das? Also. Dann hast du eine klare Antwort und wenn sie nein sagt, dann bleib aber bitte 'draußen'. Schau, was passiert.

Lass deine Vergangenheit ruhen. Schau nach vorne. Die Gegenwart zählt :)

Mut & viel Glück wünsche ich dir :)

P.S.: Wo das Herz von voll ist, davon läuft es über. Wie viel % deines Tages 'belegt' sie denn deine Gedanken? ;-)
 
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