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  • #31
Zitat von Victor:
Ein Stück weit ist das wohl auch erblich und gesellschaftlich wie auch erzieherisch bedingt. Aber ich denke, so mit 30 sollte jeder allmählich wissen, wo die eigenen Grenzen liegen und dass nicht jeder ein Gewinner sein kann und schon gar nicht einer sein muss. Doch wie mir scheint, lässt sich mit Mittelmässigkeit generell keine Partnersuche betreiben, weshalb viele versuchen sich davon abzugrenzen, indem sie sich besser darstellen.
Ja, da magst du recht haben. Aber ich finde, dass dadurch die Partnersuche dadurch extrem erschwert wird. Die bessere Darstellung kann zur übertriebenen Darstellung führen, und somit wird man gefrustet und reagiert manchmal sicherlich auch anders als man es so tun würde.
 
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  • #32
Zitat von Heike:
Das schaffe ich überhaupt nicht, kann es weder noch muß ich es können. Das Gegenteil zur Meinung besteht nicht darin, ALLES zu sehen, sondern etwas zu SEHEN.
Gerade wenn Du nur den Teil eines Ganzen siehst, bist Du auf Deine Meinung angewiesen. In meinem Wortschatz gibt es für "Meinung" übringens kein Gegenteil, da es für mich ein Vektor darstellt. Objektivität ist lediglich eine der Richtungen in die er zeigen kann. Aber um durchs Leben zu kommen, braucht es weit mehr als das und somit ist meine Meinung oft die Summe von unterschiedlichen Betrachtungsweisen, weshalb sie je nach Situation und Faktenlage ganz andere Formen annimmt. Denn mir geht es nicht darum, recht zu haben, sondern das Richtige tun zu können. Und das ist stets eine Ermessensfrage.
 
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  • #33
Zitat von Victor:
Gerade wenn Du nur den Teil eines Ganzen siehst, bist Du auf Deine Meinung angewiesen. In meinem Wortschatz gibt es für "Meinung" übringens kein Gegenteil, da es für mich ein Vektor darstellt. Objektivität ist lediglich eine der Richtungen in die er zeigen kann. Aber um durchs Leben zu kommen, braucht es weit mehr als das und somit ist meine Meinung oft die Summe von unterschiedlichen Betrachtungsweisen, weshalb sie je nach Situation und Faktenlage ganz andere Formen annimmt. Denn mir geht es nicht darum, recht zu haben, sondern das Richtige tun zu können. Und das ist stets eine Ermessensfrage.
Jeder, der so was sagt wie "ist doch nur meine persönliche Meinung", hat irgendein Gegenteil von Meinung im Sinn. Beispielsweise so etwas wie "objektive Wahrheit" oder "das Ganze sehen" oder so. Also Dinge, gegen die er sich in irgendeiner Beschränktheit profilieren möchte, von denen ich allerdings überhaupt nicht weiß, was er damit meint.
WEshalb meinst du, jemand, der nur einen Teil des "Ganzen" sieht, sei auf Meinungen angewiesen?
"das Richtige" scheint mir übrigens terrornäher zu sein als "das Wirkliche"; gerade weil nicht auf Wahrnehmungs-, sondern auf Handlungskontexte bezogen.
 
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  • #34
BellaDonna,
demnach müssten x verschiedene Sichtweisen eine umso größere Wahrheit erfassen je größer x ist.
Realität multipliziert mit x ist gleich Wahrheit multipliziert mit x.
Am Beispiel der Tasse wird man ihr umso mehr gerechter als man die Anzahl der Sichtweisen erhöht.

Das ist jedoch nicht so. Ohne Betrachter keine Tasse. Und ohne Tasse auch kein Betrachter.
Sie ist, was sie ist. Es ist müssig, darüber nachzudenken, weil sie einer Vorstellung von Tasse entspricht.
You cannot leave the nexus.

Die Philosophie stößt da an ihre Grenzen. Ein religiöser Mensch würde eventuell von eins sein (klein geschrieben) mit Gott sprechen.
Ich finde, das träfe es sehr gut.
 
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  • #35
Das hier beschreibt es ganz gut, was ich über Wahrheit denke:
Es gibt sie nicht per se objektiv, sondern immer nur subjektiv innerhalb eines prozesses als Endprodukt für einen jeden selbst.


Wahrnehmen unterstellt einen Gegenstand, der wahrnehmbar ist. Auch etwas, das nicht gegenständlich wahrnehmbar ist, kann Gegenstand der Wahrnehmung sein, sofern es Wirkung auf sie hat. Dieses wird wahr gehabt, auch wenn es nur als Wirkung in der Wahrnehmung selbst sich vergegenwärtigt. Von daher ist Wahrnehmen nicht unmittelbare wahr; es ist das Nehmen einer Wahrheit, die Bildung von Wahrheit im Prozess der Wahrnehmung, die in ihrer Bestimmtheit erst abgeschlossen ist, wenn ihre Wahrheit evident wird. In diesem Prozess bildet sich also Erkenntnis durch das, was an und in ihrem Gegenstand gefunden und in der vollständigen Empfindung (= zu Ende finden) des wahrnehmenden Menschen mit dem auch identifiziert ist, was er wahr hat. und ihm somit in seinem Gefühl gewiss wird. Wahrnehmung ist in solchem Zusammenhang wesentlich ein Prozess der Identitätsbildung im Erkennen der Welt, die Identifizierung dessen, was wahrgenommen wird, mit dem, was Menschen für sich wahr haben oder auch wahr machen können. Wahrnehmung ist zunächst also die unmittelbare Form der Erkenntnis, eine Beziehung auf das, was für wahr genommen und in Kenntnis versetzt wird.
Wahrheit setzt Wahrnehmung immer schon voraus. Es gibt sie nicht ohne den wahrnehmenden Menschen, ohne menschlicheTätigkeit. Aber Wahrheit kann man nicht wahrnehmen. Sie ist nicht unmittelbar gegenständlich, also nicht einfach objektiv


Quelle:Kulturkritik.
 
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  • #36
Zitat von Heike:
Jeder, der so was sagt wie "ist doch nur meine persönliche Meinung", hat irgendein Gegenteil von Meinung im Sinn. Beispielsweise so etwas wie "objektive Wahrheit" oder "das Ganze sehen" oder so. Also Dinge, gegen die er sich in irgendeiner Beschränktheit profilieren möchte, von denen ich allerdings überhaupt nicht weiß, was er damit meint.
Du hast das aber einmal sehr treffend als "Meines Wissens oder Wissenwollens nach" beschrieben. Ist das etwa irgendetwas Anderes als eine Meinung? Solange Du so tust, als würdest Du irgendwie über der Meinung anderer Leute stehen, bist Du uns eine Erklärung schuldig, wieso das so sein sollte. Entweder gibst Du uns die oder lässt uns unsere Meinungen stehen.

Und wenn ich nur ein Teil eines Ganzen sehen, muss ich mir ja Wohl oder Übel eine Meinung über das bilden was mir entgeht und aufgrund dessen auch entscheiden, ob ich mehr sehen muss oder nicht. Und was die "Terrornähe" betrifft - Wieso nennst Du es nicht "Lebensnähe"? Unser Organismus hat das Bewusstsein wegen der Notwendigkeit zum Handeln entwickelt. Wahrnehmung ist lediglich ein Teilaufgabe davon.
 
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  • #37
ES ist nicht kausal + kausal. Warum? Weil ES es kann.
 
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  • #38
Zitat von lone rider:
Das ist jedoch nicht so. Ohne Betrachter keine Tasse. Und ohne Tasse auch kein Betrachter. Sie ist, was sie ist. Es ist müssig, darüber nachzudenken, weil sie einer Vorstellung von Tasse entspricht.

Die Philosophie stößt da an ihre Grenzen. Ein religiöser Mensch würde eventuell von eins sein (klein geschrieben) mit Gott sprechen.
Ich finde, das träfe es sehr gut.
Wenn die Philosophie an ihre Grenzen stösst, dann setzt das den Fall voraus, dass Deine Aussage gar keinen Sinn ergibt. Und auch ein Theologe hätte so seine Schwierigkeiten Dir zu folgen. Glaubst Du etwa daran, dass Du nicht mehr alle Tassen im Schrank hast?
 
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  • #39
Zitat von Victor:
Solange Du so tust, als würdest Du irgendwie über der Meinung anderer Leute stehen, bist Du uns eine Erklärung schuldig, wieso das so sein sollte. Entweder gibst Du uns die oder lässt uns unsere Meinungen stehen.
Ich bin halt sensibel, was Metaphern anlangt. All dieses Reden von "drüberstehen" oder "stehen lassen" usw., das wird zwar immer wieder hingeschrieben, aber das machts doch auch nicht sinnhafter. Natürlich lasse ich "eure" Meinungen stehen. Ich lösche hier nichts von anderen. Aber wenns Quark ist, sage ich das halt. Wenn jemand die Meinung hat, der Mond sei aus Käse, oder die, Kätzchen in den Bauch treten sei das Beste, was man tun könne, und dann anfügt, das sei aber nur seine persönliche Meinung, und bei einer Meinung gehe es nicht darum, ob sie stimme, und alle Meinungen seien gleichberechtigt und keiner dürfe sich anmaßen, die Meinung eines anderen als weniger wertvoll als die eigene aufzufassen, dann nenn ich halt, was es ist, nämlich Quark.

Und wenn ich nur ein Teil eines Ganzen sehen, muss ich mir ja Wohl oder Übel eine Meinung über das bilden was mir entgeht und aufgrund dessen auch entscheiden, ob ich mehr sehen muss oder nicht.
Mußt du das? Also ich muß es nicht.

Und was die "Terrornähe" betrifft - Wieso nennst Du es nicht "Lebensnähe"? Unser Organismus hat das Bewusstsein wegen der Notwendigkeit zum Handeln entwickelt. Wahrnehmung ist lediglich ein Teilaufgabe davon.
Ich mache einen Unterschied zwischen Quark essen und Quark reden. Auch letzteres gehört zum Leben, weil es halt ziemlich oft vorkommt, daß das jemand tut. Aber ich würde es nicht lebensnah nennen.
Notwendigkeit des Handelns, ja. Beispielsweise Essen kochen, meinetwegen auch Auto fahren, Gesetze auf den Weg schicken und einen Spaziergang machen. Zu den (lebensnahen?) Hobbys kann auch das Philosophieren über Wirklichkeit, Wahrheit, Subjektivität, Objektivität, das Bewußtsein, die Evolution und das Ganze gehören, oder auch das Fantum der deutschen Nationalmannschaft gehören.
Das mit dem Terror bezieht sich auf die Toleranzthematik, die ja oftmals im HIntergrund lauert. So mancher scheint Toleranz dafür zu halten, Meinungen nicht nach richtig oder falsch zu beurteilen. Das ist Quark. Toleranz ist eher, jemandem nicht die Rübe abzuschlagen, wenn er anderer Meinung ist als man selbst. Oder gemäßigt: Hier im Forum kann ich natürlich Meinungen als falsch bezeichnen, aber das ist etwas anderes als den betreffenden Meinungsäußerern zu verbieten, sie zu äußern.

Ich empfehle statt der ohnehin zu 99% falschen Philopheme eher Differenzierung. Nicht großartig über Subjektivität und Objektivität sprechen, sondern einfach Fälle unterscheiden. Halt ein bißchen konkret und präzise sein, dann kann man sich so viel an Unsinn sparen.
Etwa dürfte es nicht so schwer sein zu verstehen, daß das Tier, das ich von hinten sehe, auch eine Vorderansicht hat, und ich deswegen keine Meinungsverschiedenheit habe, wenn ich den Schwanz, ein anderer aber den Rüssel des Elefanten sieht. Da brauchts weder einen Meinungsaustausch noch Toleranz oder so. Wenn jemand die Meinung vertritt, der Elefant sei rosa und könne fliegen, ist das vermutlich was anderes.
 
 
 
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  • #40
Victor,
es bedeutet, dass es sich der Begrifflichkeit entzieht. Eine Phänomen, dass immer eintritt, wenn man versucht, zu Ende zu denken.
Da ist Sprache eher begrenzt. Zumal Sprache auch Übereinkunft bedeutet. In der Philosophie ist es Brauch, vor der Erörterung Begriffsklärung zu betreiben.
Dazu ist hier aber nicht Raum. Rein mit Umfang.
Bist Du Theologe, dass Du beurteilen kannst, ob ein Theologe mir folgen könnte?
Außerdem gehe ich mit Heikes Auffassungen häufig konform. Es ist nicht so, dass sie mir unsympathisch ist.
 
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  • #41
Der Bauchladen an Meinung, so verstehe ich sie, ist ihr zuwider.
Ich persifliere das manchmal und sie auch.
Ich finde sie sehr abgeklärt und gedanklich frei und ich schätze das an ihr.
Sie hat ein wenig die Funktion der Hofnärrin inne, die Königin für einen Tag ist. Hofnarren waren hochintelligente Menschen mit einer ausgebildeten Beobachtungsfähigkeit.
 
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  • #42
Zitat von Heike:
Ich bin halt sensibel, was Metaphern anlangt.
Und ich sensibel, was Kritik anbelangt. Wie wäre es, wenn Du einfach nur Dein Argument neben dem eines Anderen stellst und die Logik für sich sprechen lässt? Wenn Deine Argumentation ohnehin schon überlegen ist, ist der abwertende Kommentar eine überflüssige Dreingabe, welche die Toleranz der anderen unnötig strapaziert und lediglich vom Kern Deiner Aussage ablenkt. Es kommt einfach ein bisschen schräg rüber, wenn man von einer "Person ohne jegliche Meinung" gebeten wird, die eigene Meinung zurückzugeben. Hört sich für mich einfach irgendwie nach Quark an und ich möchte Dich einfach darauf hinweisen. In einer ziemlich komplizierten Art, wie ich selber zugeben muss.
 
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  • #43
Zitat von lone rider:
Bist Du Theologe, dass Du beurteilen kannst, ob ein Theologe mir folgen könnte?
Nein, ich hatte mir lediglich einen Scherz erlaubt, weil der Kern des Themas eine Tasse war und Du den Bezug zur Religion erstellt hast. Das Wortspiel hatte sich angeboten und ich fand, dass es eher witzig als respektlos wirkt. Ich hoffe, dass es auch so angekommen ist.
 
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  • #44
Zitat von Victor:
Und ich sensibel, was Kritik anbelangt. Wie wäre es, wenn Du einfach nur Dein Argument neben dem eines Anderen stellst und die Logik für sich sprechen lässt? Wenn Deine Argumentation ohnehin schon überlegen ist, ist der abwertende Kommentar eine überflüssige Dreingabe, welche die Toleranz der anderen unnötig strapaziert und lediglich vom Kern Deiner Aussage ablenkt.
Du schlägst den Deal vor: von dir keinerlei schlechte Metaphorik mehr, dafür von mir 100% pure Sachlichkeit?
Also ich lasse manchmal die Logik allein für sich sprechen. Mit schönster Regelmäßigkeit führt das zu den heftigsten Reaktionen. Da kann man dann ja nichts mehr auf die Polemik schieben. Bleibt nur der Amoklauf. Da find ichs dann human, eine Verpackung mitzureichen, über die man sich aufregen und somit den INhalt ein bißchen abwehren kann.

Es kommt einfach ein bisschen schräg rüber, wenn man von einer "Person ohne jegliche Meinung" gebeten wird, die eigene Meinung zurückzugeben.
Ich finds konsequent. Aber ich verstehe natürlich, wenn aus Schrägsicht das Geradlinige schräg oder krumm oder wie auch immer erscheint.